Hochmut kommt vor dem Sturm auf die Bastille

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Gestern Abend feierte der gute Markus (der, dem ich Martyrs zu verdanken habe) seinen 30 Geburtstag nach. Markus und ich teilen die Leidenschaft fürs Kino, halten die Oscar-Nacht für einen ebenso wichtigen Feiertag, wie andere Weihnachten, Ostern oder Rosenmontag, und sind in mancherlei Hinsicht gleichwertig durchgeknallt, was auch gestern wieder einige Leute kopfschüttelnd bezeugen durften.
So war es natürlich klar, dass ich Markus ein Geschenk schenken musste, das unserer Leidenschaft auch vollen Tribut zollt. Er bekam eine Kinobox, ein Kinobesuchs-Tagebuch und einen Film. Das Highlight war allerdings die Verpackung für das Buch und den Film, welche ich nicht einfach nur in Geschenkpapier verpacken wollte. Stattdessen bastelte ich drei Tage lang an einer etwas ungewöhnlicheren Verpackung. Auf das Ergebnis bin ich so stolz, dass ich es euch nicht vorenthalten möchte. Jaja, Eigenlob stinkt! Aber damit kann ich leben. Dass auch Markus das Ergebnis gefallen hat, kann man hier sehr gut sehen.

 

Nach einer sehr schönen und lustigen Feier, fiel ich heute morgen erschöpft in mein Bett. Es dauerte nicht lange bis mir die ersten Träume die Nacht versüßten:

Es ist Samstag Morgen. Keine Arbeit, kein Stress. Ich darf ausschlafen. Die ersten Sonnenstrahlen kitzeln meine Nasenspitze. Draußen zwitschern die Vögel ihre Morgensonate. Neben mir liegt der Mann meiner Träume, der irgendwann klammheimlich aufsteht, mir einen Kaffee kocht und die Luft meiner Küche mit warmem Brötchenduft erfüllt, nur um mich dann mit all seiner Liebe zu wecken. Er setzt sich an mein Bett und küsst mich sanft. Aber es ist irgendwie ein seltsamer Kuss. Er küsst mich gar nicht. Er riecht, nein, er schnuppert an mir. Er schnuppert? Und warum stützt er sich so grob auf meinem Brustkorb ab? Wäre in dieser romantischen Situation nicht ein wenig mehr Sanftmut angebracht? Egal, sein Gesicht ist ganz nah über meinem und ich beschließe aufzuwachen um den Kuss zu erwid…. KAAAAAAAATER!!!!

Wieso in Gottes Namen steht der Kater auf meinem Brustkorb und schnuppert mein Gesicht ab? Wie kommt er überhaupt ins Schlafzimmer? Das ist hier die Katzentabuzone!!! Und schwupps, schon hockt auch der andere Kater neben mir auf dem Bett. Er hat es also endlich geschafft. Es hat ein Jahr lang gedauert, aber Marlon weiß nun, wie katze die Schlafzimmertür öffnet! (Und was der eine kann, hat sich der andere gaaaanz schnell abgeguckt!) Verdammt! Er macht das sogar mit enormer Eleganz. Er springt nicht etwa in die Luft und landet auf der Klinke, nein, er stellt sich einfach auf die Hinterpfoten, macht sich lang und öffnet die Türe galant mit den Vorderpfötchen. Eben genauso, wie er es sich bei mir abgeschaut hat.

„Oooch, Menno! Kollegen, es ist 7:30, ich hab gerade mal 4 Stunden geschlafen. Was soll denn der Scheiß??“
Ich schlurfe, noch immer völlig perplex und leicht genervt in die Küche, fülle die Fressnäpfe auf, locke die Biester mit dem Laserpointer aus dem Schlafzimmer und beschließe, noch eine Runde am Kissen zu horchen.

Gegen 11 wurde ich dann noch einmal auf genau die gleiche Weise geweckt, nur diesmal ohne die Einbildung eines imaginären Traummannes. Seitdem bin ich damit beschäftigt, Marlon davon abzuhalten das Schlafzimmer zu stürmen. Hätte ich doch wenigstens einen Schlüssel für diese dumme Tür. Hab ich aber nicht, und so muss ich wohl darauf vorbereitet sein, dass mir nächtlicher Besuch zukünftig nicht mehr erspart bleibt. Schlimmer ist allerdings, dass die Klinke bedenklich lose in der Tür hängt. Es ist also nur eine Frage der Zeit, bis sie die Klinke rausreißen und ich eines Morgens im Schlafzimmer eingesperrt sein werde, weil ich die Tür nicht mehr öffnen kann, obwohl ich eigentlich zur Arbeit müsste… äähm, sollte ich hier vielleicht die Vorteile verkennen?

Ist es nicht hübsch, wie der kleine Unschuldsengel hier vor der Tür lauert und auf den Moment wartet, in dem er straffrei die Tabuzone betreten kann?

 

.

Nachtrag: Da ja angeblich die Dinge ihren Reiz verlieren, wenn sie erst einmal erlaubt sind, habe ich die Jungs soeben das Schlafzimmer stürmen lassen. Trottelig wie sie sind, haben sie sich bei dem Versuch das Zimmer wieder zu verlassen, im Schlafzimmer eingesperrt, weil sie einfach wieder vor Tür gerannt sind, statt sich durch den Spalt zu zwängen. Schön blöd! Jetzt sitze ich hier und warte gespannt darauf, wie lange es dauert, bis andere Dinge und Orte wieder spannender sind als mein Bett….

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  1. Ähm, ich lasse meine Katzen direkt bei mir im Bett schlafen. Das erspart mir „Diskussionen“ an der Tür und das wohlige, gleichmäßige Geatme und Geschnurre sorgt auch bei mir für ein erhöhtes Wohlbefinden.

    Und im Gesicht geschnuppere gibt es nur sehr selten. Immer dann, wenn ich mal unverschämterweise nicht bis 9.00 Uhr dass Futter gereicht habe.

  2. Hi Nina Maus,
    deine wilden Kerle haben inzwischen eine beachtliche Größe erreicht. Ich vermute mal daß sie vor einem Jahr deine Türklinke noch nicht erreicht hätten. Es war nur eine Frage der Zeit..! Mein Tip: Stelle einen Besen oder ähnliches unter die Klinke so daß sie sich nicht mehr runter drücken läßt. Oder ganz einfach, etwas schweres von innen vor die Tür. Sollten deine Tiger allerdings so stark sein wie sie schlau sind, dann bin auch ich mit meinem Katzenlatein am Ende.
    Ach ne! Einen Vorschlag hätte ich noch: Wenn Du mal wieder in aller Ruhe nächtigen möchtest, komm doch einfach zu mir. Ich habe gerade noch ein Bett frei!

  3. Hihi, hatten wir nicht letztens noch darüber ges … na, egal …
    Das war abzusehen. Ich befürchte, dass zwar der Reiz der verbotenen Zone bald erlöschen könnte, Du jedoch als Nahrungssicherstellungsbeauftragte und Kraulomat wirst sicher reizvoll bleiben.
    Das ist aber nichts, was nicht beispielsweise durch einen geschickt plazierten Stuhl unterbunden werden könnte … zumindest solange bis die beiden mit Bodybuiling beginnen.

  4. Du kannst die Klinken auch noch oben richten, das ist ein probates Mittel, auch bei Kleinkindern.

  5. Ihr seid mir ja alle ein paar Herzchen.
    Natürlich könnte ich nachts etwas schweres vor die Tür schieben, aber was mache ich, wenn ich die Biester tagsüber dem Zimmer fernhalten will? Da sich die Tür nach innen öffnet, könnte ich die Tür zwar verrammeln, käme dann aber selber nicht mehr aus dem Zimmer heraus! Grandioser Plan!

    @SSL: Dein Tip ist wahrhaftig der Ultimative. Das war auch schon mein Gedanke, aber die Wahrheit ist: Ich weiß nicht wie… *zu-doof-bin, heul*
    Ich will sie übrigens nicht im Schlafzimmer haben, so verlockend die nächtliche Schmuserei auch ist, weil ich a) nicht alle Klamotten voller Haare haben möchte und b) auch mal was vor den beiden in Sicherheit bringen können möchte.

    @LoFoMo: Ja,wenigstens der einzig zuverlässige Wecker ist jetzt schon mal installiert *grummel*

  6. Schlaue Katzis haste da, Vaninchen! 😉
    Als unser geliebter Kater Teddy noch lebte, sprang er fast jede Nacht auf mein Bett und schlief die ganze Nacht unten am Fußende. Seine Anwesenheit und sein süßes Schnurren half mir über so manchen einsamen tränenreichen Moment (von denen es bei mir ja schon immer viele gab) hinweg.
    Ich vermiss‘ ihn noch heute sooooooo… :-(((

  7. 🙂
    Deswegen habe ich nur einen Wellensittich. Der ist zwar auch durchgeknallt, aber er öffnet wenigstens keine Türen. Obwohl mein Mann heute Morgen (um mich zu wecken) unseren Kleinen auch auf mein Kopfkissen gesetzt hat. Doch ich habe das perfekte Haustier. Er plusterte sich auf und schlief neben mir auf dem Kopfkissen. *hihi* So konnte ich dann auch weiterschlafen.
    Um dann nochmal auf Dein Geschenk zurück zu kommen: Das ist einfach perfekt. Ich suche noch immer nach einer passenden Stelle für die Filmklappe und das Tagebuch wird so schnell wie möglich eingeweiht. Ich habe wirklich gemerkt, dass Du Dir viele Gedanken und viel Mühe gemacht hast. Ich bin froh, Dich in meinem Leben zu haben. Ich drück Dich nochmal. Danke!

  8. Manchmal wünschte ich mir auch, dass meine Katzen eine Tabuzone Schlafzimmer hätten. Vor allem mein Kater kann nachts schonmal sehr anstrengend sein. Vor allem dank meiner Unordnung und ständig rumstehenden Sachen, die man von Tischen etc werfen kann…
    Allerdings ist mein Kater aber auch schon zu mir gekommen, als ich noch in meiner süßen Ein-Raum-Wohnung gewohnt habe. Da konnte ich ihn dann schlecht nachts in den Flur und ins Bad sperren. Das wäre zu gemein gewesen. Und so haben wir uns beide daran gewöhnt, dass er nachts in meinen Kniekehlen liegen darf. Dafür muss er sich dann aber auch anmeckern und nassspritzen lassen, wenn er Mist baut und mich wach macht, wenn ich früh raus muss. Die Katze ist da pflegeleichter. Die gibt nachts keinen Laut von sich seit sie kastriert ist und kommt nur ab und zu mal ins Bett und legt sich entweder auf meine Hüfte, oder auf die meines Freundes. Gerne nagelt sie einen auch fest indem sie sich zwischen die Schulterblätter legt, wenn man sich mal auf den Bauch gelegt hat. Ich weiß schon, wieso mir nach dem aufwachen manchmal alle Knochen wehtun…

    • *niveau aus* Igitt, du spritzt den Kater nachts nass??? Bilder in meinem Kopf! 😀 *niveau wieder an*

      Ja, ich beneide Euch alle sehr um die ausgelebte Kuschelitis, aber irgendwie brauche ich auch meine Katzenruhezone.

  9. 100%ig sicher ist ’ne hochgestellte Türklinke auch nicht. Mein Kater hatte ziemlich schnell raus, dass man sich auch mit einer Pfote anhängen kann, mit der anderen die Klinke zur Seite drücken und mit den Hinterbeinen nur noch ein bisschen strampeln muss.
    Und die Idee mit dem Stuhl/ Besen klingt auch nur in der Theorie gut. Außer es macht einem nix aus, wenn die halbe Nacht vor der Tür „gekämpft“ wird.
    Auf jeden Fall viel Spaß noch! 😉

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