Synapsen-Autobahn, letzte Ausfahrt (2)

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  1. Ich liebe diese Tage voller Sonnenschein und wonnig guter Laue, an denen ich durchgehend singen und tanzen könnte. Aber es ist furchtbar, wenn man dann im Büro hockt, wo man nicht singen und nicht tanzen kann.
  2. Ist euch mal aufgefallen, wie diskriminierend es ist, ein weibliches Nutztier zu sein? Du wirst ständig als Gebärmaschine missbraucht. Dann werden dir deine Babys geklaut, um gefressen zu werden. Oder man vergast deinen männlichen Nachwuchs, weil er später als Gebärmaschine ja nicht zu gebrauchen ist. Wahlweise schließt man deine Brüste auch regelmäßig an eine Maschine an, um ihr die Milch auszusaugen, die eigentlich für dein Baby bestimmt gewesen wäre, hätte man es dir nicht entrissen, um es zu fressen. Wir brauchen einen Kämpfer für die Emanzipation der Tiere.
  3. Wie blöd, dass Südafrika aus der WM ausgeschieden ist. Ich werde die dauernden  „Tshabalala“-Rufe sehr vermissen, die ich ständig als Jubelschreie des Kommentators missinterpretiert habe!
  4. Es dauert nicht mehr lang, bis ich vollständige Autarkie erreicht habe. Mir fällt so langsam nicht mehr viel ein, für das ich noch einen Mann „brauchen“ würde. Nach acht Jahren die ich jetzt alleine lebe, gibt es kaum noch etwas, das ich nicht selber könnte (Na guuut, von einer Sache mal abgesehen). Gestern habe ich sogar meinen Rechner formatiert und ihn auch vollständig wiederhergestellt. Warum? Um das zu retten, was ein Mann einst verdarb. (Jetzt kann ich endlich wieder meinen iPod synchronisieren und anfangen meine Synchronsprecher-Datenbank wiederherzustellen. Maahaann, ich will jetzt tanzen!) Wenn ich mir jetzt noch selbst den Rücken kraulen könnte, wäre ich ein menschliches Perpetuum Mobile.
  5. Umfrage: Angenommen, ich würde ein Live-Hörspiel schreiben, wozu würdet ihr mir raten? Was lustiges, was gruseliges, was verrücktes, was dramatisches, was trauriges?
  6. Wer mag mir meinen Traum von letzter Nacht interpretieren? Mein „Traummann“ (dessen Identität ich hier nicht lüften werde), steht plötzlich vor meiner Tür, betritt meine Wohnung (war nicht meine echte) und will auch nicht mehr gehen. Ich will ihm unbedingt gefallen, weiß aber nicht, wie ich das bewerkstelligen soll, weil ich im Schlafanzug da sitze, Zähne nicht geputzt, Haare zerzaust, ungeschminkt. Eine Gelegenheit diesen furchtbaren Zustand zu ändern gibt es nicht, weil er mich unentwegt zuquatscht (was eigentlich gut ist, da ich besonders seine Stimme liebe ;). Nebenbei wirft mein Kater, wie ein Salamander in Not, seinen Schwanz ab. Hr. Doktor, ist da noch was zu retten?
  7. Ich brauche unbedingt Lesenachschub, aber ich habe Angst, dass ich Konkurs anmelden muss, wenn ich wieder die Mayersche betrete.
  8. Wenn man 5 Tage lang an einer halbseitigen Kurzgeschichte arbeitet, sollte man dann den Wunsch ein Buch zu schreiben besser über Bord werfen?
  9. Woran merkt man, dass man in einem bescheuerten Kleinstadtkaff wohnt? Weder die VHS noch andere Einrichtungen, bieten Kurse für „Schwedisch“ oder „Kreatives Schreiben“ an. Jävla skiit!
  10. Und weil ich hier nicht singen und tanzen kann, bitte ich Euch, es für mich zu übernehmen. Hier mein Lieblingshit des diesjährigen Grand-Prix, der es leider nicht bis ins Finale geschafft hat, der bei mir aber momentan auf Heavy-Rotation läuft!

PS: Neue Waisendinger sind in Arbeit!!

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  1. Schnell, schnell, weil MiPa gleich rum, zu 2, 3 Punkten:

    5.) traurig oder lustig, alles andere lässt sich ggf. auch noch drumherum drapieren.

    6.). Dieser „Traummann“ fände dich womöglich gerade so unaufgeräumt-verzottelt mit der Nacht noch in Dir besonders traumfrauig (doch, gibts wirklich!). Lass ihn quatschen und vertraue auf deine umwerfende Wirkung. Und solange nur der Katze der Schwanz abfällt, ist die Situation noch nicht problematisch.

    8.) Keinesfalls, aber das weißt du bestimmt selber. Muse küsst unregelmäßig, manchmal entzieht sie sich einem längere Zeit und dann wieder stürzt sie sich auf einen, dass es nur so kracht. Literarische Hochrechnungen sollte man tunlichst unterlassen.

    10.) Ich kann hier leider auch nicht, aber ich stelle mir mal ersatzweise vor, wie Du hüftschwingend durch das Büro fegst. Nett. Wirklich nett.

  2. 4.) Hast es also geschafft, den ollen Rechner wieder einigermassen in Schuss zu bringen – Gratuliere!!! 🙂 Dann geht’s bald frisch und froh ans Werk…

    5.) Die bisherige Erfahrung zeigt, dass beim Live-Hörspiel-Publikum eher gruselige, dramatische und spannende Stoffe ankommen. Damit erreicht man, glaube ich, eine breitere Masse.

    8.) Keinesfalls!!! Wenn man bedenkt, wie lange einige Schriftsteller mitunter an ihren Werken arbeiten, ist im Vergleich dazu Deine Arbeitszeit völlig okay. 😉 Wenn am Ende etwas Gutes und Brauchbares rauskommt, ist es völlig unerheblich, wie lange man daran gearbeitet hat. Schreiben ist ja kein Hochleistungssport…

  3. 1. Gott sei Dank hab ich ein Büro für mich. Ich kann dann zum wunderschönen Klingeln meines Telefons Limbo unter dem PC-Kabel tanzen.

    3. Du hast noch Rufe gehört? Ich höre eigentlich nur Vuvuzelas. Aber wirklich Schade, dass so viele afrikanische Länder nicht über die Vorrunde hinauskommen werden.

    4. Gibt es da nicht schon diese Hände am Stiel mit denen man sich selbst kratzen kann? Wie angenehm oder schön das dann ist, kann ich leider nicht beurteilen.

    5. Ich glaube, bei Hörspielen kommt immer etwas Spannendes sehr gut. Oder auch etwas Gruseliges.

    6. Das wird jetzt etwas länger…
    Deutung Eins: Dein Traummann ist kein Vampir, sonst müsstest Du ihn erstmal hereinbitten. Das zeigt, dass Du ihn kennst und ihm vertraust.
    Deutung Zwei: Er will nicht mehr gehen. Das zeigt, dass Du das Gefühl hast, er möchte bei Dir bleiben. Du selbst weißt aber noch nicht, ob Du das zulassen kannst oder willst.
    Deutung Drei: Welche Frau will ihrem Traummann bitte nicht gefallen? Diesen Teil zu deuten war einfach. Er sieht gut aus, also willst Du das auch. Dass Du Dein Aussehen in diesem Moment aber nicht ändern kannst, stört Dich schon irgendwie. Aber auf der anderen Seite kennt er Dich jetzt schon von dieser ungeschminkten Seite. Damit wäre eine erste Hürde geschafft. (Außerdem siehst Du in diesem Zustand bestimmt einfach nur total verwegen und gut aus.)
    Deutung Vier: Dein Traummann quatscht Dich ständig zu und hat dabei eine angenehme Stimme. Das zeigt, dass Du einen kommunikativen Mann suchst, der das Zeug dazu haben sollte, irgendwann in Deine Synchronsprecher-Datei aufgenommen zu werden.
    Deutung Fünf: Dass Dein Kater den Schwanz abwirft, gestaltet sich in der Deutung etwas Schwieriger. Entweder zeigt es, dass Du möchtest, dass Dein Traummann sich unterdrücken lässt. (Also sprichwörtlich seine Männlichkeit verliert.) Es könnte auch ein Zeichen dafür sein, dass Du jemanden brauchst, der Dich voll und ganz versteht. (Wie eine andere Frau halt.) Oder es bedeutet einfach, dass Du Angst hast, es könnte Deinem Haustier etwas zustoßen.

    8. Ich schreibe seit sechs Jahren ein Buch und weiß noch immer nicht, wie genau es enden soll. Dafür weiß ich schon genau, mit welchem Satz ich aufhören möchte. Es gibt Phasen, da schreibt man an einem Tag unzählige Seiten und anschließend kommt aber auch mal eine Durststrecke. Ich würde noch nicht aufgeben.

    9. Ich tanze also jetzt Limbo unter meinem Kabel für Dich. 🙂

    • @ Markus:
      zu 1 und 9: Du Glücklicher!
      zu 3: Doch nicht die Rufe der Zuschauer, die des Kommentators. Den hört man noch so gerade, trotz Vuvuzelas.
      zu 4: Gibt mir gar nix!
      zu 6 / Deutung 3: Er hat mich einmal gesehen. Geschminkt! Also zumindest der aus dem beschriebenen Traum!
      zu 6 / Deutung 4: Da ist er ja schon längst drin! Also zumindest der aus dem beschriebenen Traum!
      zu 6 / Deutung 5: Ne ne, ich hätte dann schon ganz gerne einen Kerl MIT Schwanz, oder wie man so schön sagt: „Mit Eier inne Hose“, aber seltsamerweise scheinen es immer die Männer zu sein, die Angst haben, ich könnte ihnen die Männlichkeit rauben (also sie unterdrücken), lange bevor ich überhaupt mein Messer gezückt habe.

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