Tag 3: Mein Lieblingsbuch

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Die Bücherdiebin
Markus Zusak
2005

Die längste Zeit meines Lebens hätte ich die Frage nach meinem Lieblingsbuch immer mit „Der Herr der Ringe“ beantwortet, da es das Buch war, das in mir überhaupt den Wunsch erweckte endlich lesen zu können. „Die Bücherdiebin“ ist ein vollkommen anderes Buch, aber es hat sich so tief in mein Herz gegraben, dass es den Ringherrn damit abgelöst hat. Mittlerweile habe ich es unzählige Male empfohlen und sicherlich schon fünf Mal verschenkt, und wirklich jeder hat es geliebt.

Markus Zusak ist eigentlich ein Jugendbuchautor. „Die Bücherdiebin“ sollte ursprünglich kein Buch für die Öffentlichkeit werden. Er wollte für die Familie die Kindheitsgeschichte seiner Großmutter niederschreiben, die diese ihm immer wieder erzählt hatte. Doch dieses Vorhaben entwickelte sich zu einem Selbstläufer. Zusak schmückte die Geschichte immer weiter und weiter aus und erschuf damit „die Bücherdiebin“. Welche Aspekte der Geschichte also tatsächlich der Wahrheit entsprechen und welche nur der Phantasie des Autors entspringen, kann man nur mutmaßen.

Der Aufbau des Buches ist erfrischend anders. Es ist in mehrere Teile unterteilt, die wiederum die einzelnen Kapitel enthalten. Zwischendurch wird das Buch immer wieder durch kurze Einrückungen unterbrochen, in denen der Erzähler etwas erklärt, kommentiert, näher ausführt oder hervorhebt. Außerdem gibt es zwei liebevoll „gezeichnete“ Geschichten innerhalb der Geschichte. Zusaks Ausdrucksweise ist oft herrlich metaphorisch: Worte werden nicht gesagt, sondern stolpern von der Zunge und plumpsen auf den Boden, Menschen sind von zerbrechlicher Standhaftigkeit usw. Er versteckt Gefühle und deren Bedeutung zwischen den Sätzen und deckt andererseits Nuancen der Menschlichkeit auf, die wir vielleicht kennen, aber nicht in der Lage sind zu benennen.
Was „Die Bücherdiebin“  aber so außergewöhnlich macht und stark von anderen Büchern unterscheidet, ist der Umstand, dass der Erzähler der Geschichte der Tod ist. Ein Tod, den wir bisher nicht kannten. Er ist nicht etwa böse oder hinterlistig. Noch nicht einmal Angst einflößend. Er ist mitfühlend, liebevoll, manchmal witzig und oft traurig. Dazu möchte ich ihn zitieren: „Ich bin nicht gewalttätig. Ich bin nicht bösartig. Ich bin das Ergebnis.“ / „Ich habe keine Sense. Ich trage nur dann einen schwarzen Kapuzenmantel, wenn es kalt ist. Ich habe auch kein Totenschädelgesicht, das ihr mir so gerne andichtet. Wollt ihr wissen, wie ich wirklich aussehe? Ich sage es euch. Schaut in einen Spiegel.“ / und sinngemäß: „Ich tötete niemanden. Es sind die Menschen, die töten. Ich trage nur die Seelen in meinen Armen fort.“ Auch der Tod hat ein Herz, das ihm bricht, wenn er gezwungen wird eine besonders schöne Seele mitzunehmen.

Er erzählt uns die Geschichte von der kleinen Liesel Meminger, die zu Beginn des zweiten Weltkrieges von ihrer Mutter aus Sicherheitsgründen zu einer Pflegefamilie gebracht wird, da diese auf der Flucht vor den Nazis ist. Auf der Zugreise dorthin sieht der Tod Liesel zum ersten Mal, denn er muss die Seele ihres kleinen Bruders mit sich nehmen. Als dann der Bruder beerdigt wird, verlieren die Totengräber ihr Handbuch im Schnee und Liesel nimmt es heimlich an sich, obwohl sie kein Wort lesen kann. Im Laufe der Geschichte, wird Liesels Pflegevater ihr das Lesen beibringen, indem er Worte mit Kohle an die Kellerwand schreibt und sie dann immer wieder überstreicht, um Platz für neue Worte zu schaffen. Liesel wird bald weitere Bücher stehlen in die sie sich verlieben wird, so wie sich jeder in sie verliebt. Ihr Pflegepapa Hans Hubermann, der so wunderschön Akkordeon spielen kann, ihre Pflegemama Rosa Hubermann, die ihre Liebe für Liesel hinter der Bezeichnung „Saumensch“ versteckt, der Nachbarsjunge Rudi, der laufen kann wie Jesse Owens, und Max, der Jude, den die Familie Hubermann in ihrem Keller versteckt hält.

„Die Bücherdiebin“ ist das schönste, ergreifendste und menschlichste Buch, das ich jemals über den zweiten Weltkrieg gelesen habe, oder das ich überhaupt jemals gelesen habe. Es eröffnet völlig neue Sichtweisen auf den Horror des Krieges, aber natürlich auch auf das Wesen des Todes. Dieses Buch öffnet einem das Herz und dann nistet es sich dort ein. Manchmal glaube ich, ich kann es in mir schlagen fühlen. Man verliebt sich in die Protagonisten, fühlt und leidet mit ihnen und als ich mich dem Ende näherte, glaubte ich, ich würde sie persönlich kennen. So, als wären sie ein Teil meiner Familie, oder als wäre ich ein Teil von Liesels Familie. Kein Buch zuvor hat mich so zum Weinen gebracht. Auf den letzten Seiten rollte mir nicht etwa ein Tränchen aus dem Augenwinkel. Nein. Ich schluchzte. Ich heulte. Ich spürte einen tiefen Schmerz in meinem Herzen. Und ich brauchte circa 8 Tage, bis ich mich einigermaßen beruhigt hatte und in der Lage war, ein anderes Buch zu beginnen.

Ich liebe dieses Buch vom ersten bis zum letzten Wort, und wer es noch immer nicht gelesen hat, sollte sich schnellstens auf den Weg in den Buchladen machen. (31 Tage – 31 Bücher)

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  1. Ich gehe mich dann jetzt schämen. Ich hab schon häufig von diesem Buch gehört, hab bislang aber noch keinen Kauf gewagt. Das sollte ich vielleicht mal nachholen. Die Frage nach meinem Lieblingsbuch könnte ich selbst aber kaum beantworten. „Spur der Wölfe“ von Dennis Lehane hat mich tief beeindruckt, aber „Herr der Ringe“ ist auch einfach unvergesslich. Und „In meinem Himmel“ von Alice Sebold hat mich länger beschäftigt als jedes andere Buch. (Im Gegensatz zu der unsäglich schlechten Verfilmung. Was hat Peter Jackson sich nach „Herr der Ringe“ eigentlich dabei gedacht, einen so miserablen Film zu drehen?)

  2. Das Buch ist wunderbar- hat mir meine Lieblingsnichte geschenkt- ich werde es irgendwann noch einmal lesen.

  3. @Markus: Heeey, nix gegen die Verfilmung von „In meinem Himmel“! Kaum ein Film (das Buch kenne ich nicht, da ich grundsätzlich nicht lese) hat mich jemals so dermaßen bewegt wie dieser, den ich deshalb nun auch zu meinem momentanen Lieblingsfilm Nummer 1 gekührt habe. Habe ihn jetzt schon sooo oft gesehen und mir stehen jedes Mal aufs Neue die Tränen in den Augen. Er berührt mich in der Seele, und wenn ein Film das schafft, bin ich einfach hin und weg…
    @Vaninchen: Hast Du ihn mittlerweile eigentlich mal gesehen? Im August kommt er auf DVD raus, und die ist zumindest für mich quasi schon gekauft! 🙂 Ich liiiiiiiebe ihn!!!!
    Sorry für die thematische Abschweifung! Zurück zu Lück!

    • Egal wohin ich höre, „In meinem Himmel“ löst immer wieder heftige Kontroversen aus. Ich habe schon von einigen Leute gehört, dass das Buch totaler Müll wäre, die Verfilmung aber super. Ebenso häufig hörte ich es umgekehrt: Buch genial, Film schrott.
      Ich kann nur den Film beurteilen und finde ihn wunderbar. Er trägt die typische Jackson-Handschrift, der einfach ein Auge für wunderschöne Bilder hat.
      Da ich das Buch nicht gelesen habe (was ich mir aber schon vorgenommen habe), sehe ich natürlich den Film für sich alleine stehend, ohne irgendwelche Vergleiche anzustellen. Aber ich glaube zu wissen, woran es Markus mangelt und was im Buch mit Sicherheit besser ausgearbeitet ist. Dieser eine Punkt ist der einzige, den ich im Film tatsächlich ebenfalls zu bemängeln habe (wenn wir denn den gleichen meinen), was aber dadurch den Film nicht automatisch zu Müll macht. Er verschiebt vielleicht nur ein wenig die Sichtweise.
      Ich denke, wenn man Film und Buch jeweils für sich betrachtet, dann haben sicherlich beide ihre Höhepunkte und ihre Berechtigung. Ich für meinen Teil, finde den Film wunderschön!

      @Tino: Deine Sichtweise zu Büchern solltest Du vielleicht noch einmal überdenken. Du hast ja keine Ahnung, was Dir entgeht.

  4. @Vaninchen: Na ja, dass Bücher an sich was Tolles sind, ist mir ja klar. Ich habe als Kind auch gern gelesen, aber irgendwann – keine Ahnung, wann genau das war – verschwand irgendwie meine Lust am Lesen von Büchern komplett. Ist irgendwie kein Reiz für mich (mehr) da, und seitdem war ich auch an keinem Buch mehr dran. Okay, Sachbücher zum Thema Synchron sind was Anderes. Da habe ich zuletzt das Buch von Sabine Pahlke verschlungen, aber sowas zähle ich irgendwie nicht, wenn Du verstehst, was ich meine. 😉

    Aber schöööön, dass Dir „In meinem Himmel“ auch so gefallen hat! 🙂 Wie gesagt, ich kann ihn nicht oft genug sehen und er geht soooo zu Herzen… *schnief*

  5. Es ist immer wieder schön, dass Meinungen auch unterschiedlich sein können, dürfen und müssen. Vielleicht erkläre ich mich kurz ein wenig:
    Ich persönlich kann mit dem Film „In meinem Himmel“ wirklich herzlich wenig anfangen. Das liegt vor allem an dem (in meinen Augen) völlig entfremdeten Schluss der Geschichte. Auch mag Peter Jackson im „Himmel“ immer wieder wunderbare Bilder finden, aber die Ereignisse auf der Erde ließen mich erschreckend kalt. Und der stark gekürzte (und damit für mich nahezu sinnlose) Handlungsstrang um Ruth und Ray hat mir den Film völlig zerstört. Dieser Teil der Geschichte war zu wichtig, um ihn derartig zu schrumpfen. Manchmal zeigt mir Peter Jackson aber wiederum einfach auch zu viel. Wo im Buch die Unterhaltung von Susie und Harvey in dessen Erdloch noch unglaublich spannend und beklemmend ist, hätte es dem Film gut getan, direkt nach dem Schließen der Luke auszublenden. Und den Punkt (den vermutlich die meisten Fans des Buches auch bemängeln), dass alles ein wenig zu plakativ und kitschig geraten ist, möchte ich auch nochmal unterstreichen.
    Vielleicht liegt die unglaubliche Faszination für das Buch aber auch einfach in dem Wissen, dass der Autorin des Buches selbst Ähnliches widerfahren ist wie Susie. Denn mit dem Umblättern jeder einzelnen Seite und dem Lesen jedes einzelnen Wortes konnte man intensiver spüren, dass Alice Sebold auch eigene Gefühle verarbeitet. Und gerade dieser Punkt hat das Buch für mich teilweise unerträglich gemacht. Als Leser wusste man, dass (trotz der übernatürlichen Aspekte) Vieles authentisch, vielleicht gar autobiografisch war. Dieses Gefühl konnte der Film (verständlicherweise) einfach nicht vermitteln.
    Es mag sein, dass „Müll“ eine übertriebene Bezeichnung für den Film ist, aber für mich hat es sich danach angefühlt. Natürlich sind die Darsteller großartig und die Spezialeffekte grandios. Die Ausstattung ist gelungen und die Kameraführung teilweise richtig gut. Dennoch führte das für mich nur zu einem oberflächlich guten Film, der den Geist der Vorlage in keiner einzigen Sekunde getroffen hat.

    • Danke Markus! Das ist jetzt endlich mal eine Kritik mit der ich auch was anfangen kann, weil sie Substanz hat. Bisher hörte ich immer nur „scheiße“ und „super“ ohne weitere Begründungen. Was Du schreibst ist für mich sehr nachvollziehbar!

      Was mir persönlich im Film fehlte (wie gesagt, ohne das Buch zu kennen), war eine genauere Auseinandersetzung des Umgangs der Familie mit Susies Tod. Erst gegen Ende wird das Leid für mich ein Stück weit erspürbar. Ich könnte mir vorstellen, dass gerade dieses Leiden im Buch besser ausgearbeitet war.

      Wie ich schon sagte, finde ich den Film wirklich schön, da ich keine Vergleiche anstellen kann und vielleicht auch nicht möchte. Manchmal sollte man Buch und Film vielleicht besser für sich allein beurteilen, auch wenn das oft nur schwer umsetzbar ist. Peter Jackson hat eine nahezu perfekte Umsetzung von „Der Herr der Ringe“ geschaffen und dennoch saß ich im Kino und habe 24 fehlende Kapitel mitgezählt (im letzten Teil wurde es besonders krass). Heute schaue ich den Film ohne einen Vergleich zum Buch zu ziehen und liebe ihn natürlich, ebenso wie das Buch, nur anders.

      Was „In meinem Himmel“ angeht, so werde ich schnellstmöglich das Buch lesen! Besonders Deine Kritik hat mich noch neugieriger auf die ganze Geschichte gemacht.

  6. Dann schicke ich jetzt nochmal einen langen Text hinterher. Heut scheint mir nicht der Tag zu sein, an dem ich mich kurz fassen kann. Sorry!

    Ich denke eigentlich auch so, dass man Bücher und deren Verfilmungen eher getrennt voneinander betrachten sollte. Dann kann man auch mit Filmen wie „Percy Jackson“ oder „Mitternachtszirkus“ warm werden. Man kann sogar unglaublich gute Filme wie „Shining“ nur genießen, wenn man das Buch für diese Zeit ausblendet.

    „The Lovely Bones“ (übrigens der schönere Titel) bildete da für mich nur irgendwie eine kleine Ausnahme.

    Bei „Herr der Ringe“ konnte ich auf Tom Bombadil zur Not verzichten.
    Bei „Mitternachtszirkus“ vermisste ich die düsteren, härteren Szenen schon, aber es ging auch ohne.
    Bei „Harry Potter“ war die gnadenlose Reduzierung der Rolle Luna Lovegood beinahe nicht zu verzeihen, aber die Filme funktionierten zum großen Teil auch ohne sie.
    Wenn man vergisst, dass beim „Goldenen Kompass“ die zwei stärksten und emotionalsten Momente fehlen (und der Film ein paar Kapitel zu früh endet), so kann man trotzdem gut unterhalten werden.

    Aber wenn ein Vergewaltigungs-Opfer einen vielschichtigen, tief bewegenden Roman schreibt, um die eigenen Erlebnisse zu verarbeiten, dann musste ich andere Regeln für die Verfilmung aufstellen. Und diese konnte Peter Jackson leider überhaupt nicht erfüllen. Er konnte zwar zeigen, dass nicht einmal ein solches Buch unverfilmbar ist, aber dessen Wirkung konnte er zum großen Teil nicht auf die Leinwand übertragen. Die komplexen, inneren Gefühle von Susie und ihrer Familie hat er einfach nicht greifbar und sichtbar machen können. (Obwohl das mit dieser hervorragenden Besetzung sicherlich möglich gewesen wäre.)

    Und da kommen wir zum nächsten Punkt. Das Schlimmste an einem Film ist für mich, wenn ich währenddessen ständig denken muss: „Das hätte man doch ganz einfach viel besser machen können.“ Und „In meinem Himmel“ ist ein perfektes Beispiel dafür, wie man mit ein paar kleinen Änderungen und Erweiterungen einen viel besseren Film hätte machen können. Diese verschenkten Möglichkeiten sind dann wirklich ärgerlich.

    Da hat zum Beispiel Clint Eastwood mit „Mystic River“ (der auf Dennis Lehane’s „Spur der Wölfe“ basiert) gezeigt, wie man so etwas perfekt lösen kann. Denn in diesem speziellen Fall zählen Buch und Film beide zu meinen Lieblingen. (Mal abgesehen davon, dass ich mich mein ganzes Leben für Sean Penn aufsparen würde, wenn er doch nur auf meiner Seite des Ufers schwimmen würde.)

    Bei „In meinem Himmel“ waren unter Umständen auch einfach die Erwartungen viel zu hoch. Als eine Verfilmung dieses Buches zur Debatte stand, dachte ich nur: „Lasst bitte die Finger von diesem Meisterwerk.“

    Dann hieß es, dass Peter Jackson die Regie übernimmt und ich begann, mich auf den Film zu freuen.

    Als dann die Namen Mark Wahlberg, Rachel Weisz, Susan Sarandon, Stanley Tucci und Saoirse Ronan fielen, stieg meine Vorfreude ins Unermessliche. Gerade Saoirse Ronan fand ich unvergesslich in „Abbitte“. (Das ist übrigens eine unschlagbar gute Verfilmung.) Als ich dann den Film sah, kam leider die Ernüchterung. Denn all diese großen Namen ließen ebenso Großes erhoffen, das man dann aber leider nicht geboten bekam.

  7. Danke für diese echt tolle Stellungnahme! Vieles von dem was Du sagst kann ich vollkommen nachvollziehen, bzw. würde es genauso unterschreiben.

    Dabei fällt mir gerade mal wieder auf, zu wievielen tollen Filmen, die ich wirklich sehr geliebt habe, ich die Vorlage nicht gelesen habe… Ich brauche noch ungefähr 500 Jahre Lebenszeit extra, sonst schaff ich es nicht mehr, noch all das zu lesen, was ich unbedingt lesen will!

    An dieser Stelle möchte ich nur kurz anmerken, dass ich irgendwann nochmal das große Heulen kriege, weil es kein Filmemacher der Welt bisher geschafft hat, eine ordentliche Umsetzung von „Das Bildnis des Dorian Gray“ auf die Leinwand zu bringen.
    Ich stimme Dir übrigens darin zu, dass Shining sowohl ein großartiges Buch, als auch ein großartiger Film ist. Nur leider erzählen sie zwei vollkommen andere Geschichten. Selbiges gilt auch für „Clockwork Orange“, das zwar ebenfalls von Kubrick hervorrangend verfilmt wurde (und ich liebe diesen Film wirklich!), nur leider kaum was vom Buch übrig lässt.
    Und dann darf mir noch nebenbei mal einer erklären, wie man „Das Parfum“ so weitestgehend grandios verfilmen kann, aber dann einen soooooo wunderschönen Mann als Grenouille castet, während er in meiner Vorstellung immer aussah wie Gollum.

    Ich bin davon überzeugt, dass es den Film nicht gibt, der eine perfekte Umsetzung seiner literarischen Vorlage ist. Ich meine in dem Sinne, dass wirklich alles stimmt. Und jetzt sag mir nicht, das wäre „Der Herr der Ringe“, denn von Tom Bombadil abgesehen fehlen noch mind. 20 weitere Personen, und das Ende wurde um elementarste Aspekte verstümmelt. Aber HdR kann auch kein Maßstab sein, weil die Vorlage zu umfangreich ist für eine Verfilmung. Ich schlage jetzt schon die Hände über dem Kopf zusammen, bei dem derzeitigen Versuch „Die Säulen der Erde“ zu verfilmen. Das kann und wird nur in die Hose gehen.

    Ich befürchte übrigens, dass wir eine ganz ähnliche Diskussion an Tag 28 und 29 noch einmal führen werden. Also lass uns Energie sparen 😉

  8. Gut, dann nur noch Eines:

    Nein, ich komme Dir nicht damit, dass HdR die perfekte Umsetzung seiner literarischen Vorlage ist. Keine Sorge. Dafür fehlt einfach zu Vieles. Aber ich wage zu behaupten, dass es die bestmögliche Version des Stoffes ist, die man auf eine Leinwand bringen konnte. (Gleiches gilt meiner Meinung nach auch für „Interview mit einem Vampir“)
    Eine perfekte Umsetzung eines Buches halte ich aber ebenfalls für unmöglich. Auch wenn ich hier wieder mal „Mystic River“ anführen möchte, der schon sehr nah an der Perfektion dran ist.

    Und glaub mir, ich hab für Tag 28 und 29 noch eine ganze Menge Energie. Ich hab meine Wut und meinen Hass bezüglich einiger Verfilmungen nämlich ganz bewusst zurück gehalten. Von „Harry Potter und der Halbblutprinz“ oder „Der scharlachrote Buchstabe“ möchte ich daher gar nicht erst anfangen. Sonst höre ich mit dem Meckern nie wieder auf.

    • Zitat: „Aber ich wage zu behaupten, dass es die bestmögliche Version des Stoffes ist, die man auf eine Leinwand bringen konnte.“

      Das bestätige ich voll und ganz!

  9. Dann mal zurück zum Thema. Heute habe ich mir „Dir Bücherdiebin“ bestellt und ich bin schon ganz gespannt darauf. 🙂

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