Tag 10: Ein Buch meines Lieblingsautors

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Faust
Goethe
1808

Ich habe keinen Lieblingsautor! Literarisch gesehen liegt es mir nicht mich festzulegen. Viel lieber entdecke ich immer wieder neue Schriftsteller, neue Genres, neue Geschichten, neue Phantasien und neue literarische Pfade. Legte man sich nur auf einen einzigen Schriftsteller fest, trüge das auf die Dauer weder zur Allgemein-, noch zur Herzensbildung bei.

Es gibt nur einen Menschen (dem der Ausdruck Autor allerdings nicht gerecht wird, der stattdessen ein Dichter, ein Poet war), über den ich mal gesagt habe, dass ich ihn verehren würde wie einen Popstar, würde er heute noch leben: Goethe!

Wahrscheinlich ist er nicht der Autor, den man an dieser Stelle erwarten würde. Er erscheint altmodisch, verstaubt, vergessen, unwichtig, heutzutage unpopulär und überhaupt: längst tot.
Fakt ist allerdings, dass sein wichtigstes und von mir meist geliebtes Werk, heute wieder so aktuell ist wie damals. Wer vor „Faust“ zurückschreckt, weil er die Sprache für zu schwierig oder anspruchsvoll hält, der sei beruhigt. Sie ist nicht kompliziert, sie ist poetisch, dichterisch, künstlerisch, wunderschön! Außerdem wird schon so manch einer unbewusst aus „Faust“ zitiert haben, wenn er eines der vielen Sprichwörter verwendete, die er für modernes Geplapper hielt und sich nicht darüber im Klaren war, dass sie aus Goethes Feder stammen.

Ich könnte endlos darüber referieren, warum „Faust“ auch heute noch (oder wieder) ein so wichtiges Werk ist. Wie treffend es unsere Gesellschaft im Allgemeinen, und den Menschen im Speziellen beschreibt, analysiert und karikiert. Ich könnte über die Poesie der Worte schreiben und das dichterische Meisterwerk das sie sind. Aber ich ziehe es vor, den Umstand, dass ich „Faust“ liebe, einfach unkommentiert für sich stehen zu lassen. Man kann ein Stück auch kaputt interpretieren und „Faust“ musste schon so einige Interpretationen über sich ergehen lassen. An dieser Stelle möchte ich mich da nicht einreihen. Dass ich nicht mit saurem Schweiß zu sagen brauche, was ich nicht weiß.

Solltet ihr über meine Wahl die Stirn runzeln oder sie gar belächeln, so tut das gern! Wir sind gewohnt, dass die Menschen verhöhnen, was sie nicht verstehn, dass sie vor dem Guten und Schönen, das ihnen oft beschwerlich ist, murren. Aber zu meinem großen Glück ist das hier ja mein Blog und da darf ich lobpreisen wen ich möchte. Zufrieden jauchzet Groß und Klein; hier bin ich Mensch, hier darf ich’s sein. (31 Tage – 31 Bücher)

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  1. Freudvoll und leidvoll, gedankenvoll sein;
    Hangen und bangen in schwebender Pein;
    Himmelhoch jauchzend, zum Tode betrübt;
    Glücklich allein ist die Seele, die liebt.

  2. Frag mich bitte nicht, warum. Aber diese Zeile aus „Egmont“ ist (auch weil wir sie in der Schule besprochen haben) bei mir hängen geblieben.

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