Tag 14: Ein Buch aus meiner Kindheit

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Tine durch zwei geht nicht
Elfie Donnelly
1982

Mannomann, dieses Blogprojekt fragt wirklich sehr häufig nach Kinderliteratur. Da hoffe ich nur, dass einige meiner Leser junge Mütter sind, die das zufällig interessiert.

Elfie Donnelly nur auf Bibi Blocksberg und Benjamin Blümchen zu reduzieren, würde ihr nicht gerecht werden. Frau Donnelly schreibt wunderbare „problemorientierte Kinderliteratur“, in der Sie es hervorragend versteht, auf die Seelen und Probleme der Kinder einzugehen und ihnen Mut und Hoffnung zu machen.

„Tine durch zwei“ bekam ich in meinem elften Lebensjahr geschenkt, dem Jahr in dem meine Eltern mir eröffneten, dass Mama und ich zu Hause ausziehen werden. In einer solchen Situation gehen die furchtbarsten Dinge durch einen Kinderkopf. Zu wem gehöre ich jetzt? Wer hat mich lieber? Wen habe ich lieber? Bei wem will ich leben? Wen werde ich dadurch verlieren? Bin ich schuld? Kann ich das noch verhindern, wenn ich zukünftig immer ganz lieb bin? Warum haben sich alle Eltern lieb, nur meine nicht?

Dieser Fragen war sich auch Elfie Donnelly bewusst und versuchte den vielen betroffenen Kinderseelen Erleichterung zu verschaffen, was ihr auch großartig gelang. Tine, ihr Bruder Tim und ihre Schildkröte Sumacumlaude fühlen sich zerrissen, als die Eltern sich trennen. Als ihrem Papa bewusst wird, dass Tim sich bereits entfremdet hat, holt er Tine am letzten Schultag vor Weihnachten aus der Schule ab und fliegt mit ihr nach Teneriffa, während Mama zu Hause sitzt und nicht weiß was los ist. Das klingt jetzt alles sehr kriminell, ist aber die passende Basis für eine intensive Auseinandersetzung mit den Gefühlen, die eine Scheidung auslöst. Und zwar bei allen Beteiligten, den Kindern und den Eltern. Elfie schreibt einfühlsam, realistisch, witzig, aber vor allem ehrlich und frei von Schönfärberei. Sie nimmt ihre jungen Leser ernst und gaukelt ihnen kein Happy End vor, das es nachweislich im wahren Leben fast nie gibt. Aber sie tröstet und zeigt Möglichkeiten auf, auch mit einem Sad End umzugehen, ohne an ihm zu verzweifeln.
Mich hat sie sehr getröstet und mir das Gefühl gegeben nicht allein und verstanden worden zu sein. Ein tolles Buch für Kinder UND ihre Eltern, die das Gefühl haben, dass ihnen die Antworten ausgehen. (31 Tage – 31 Bücher)

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  1. Oh wie rührend! Ich gebe zurück: Das tat ich damals, das tue ich heute und ganz gewiß bis ans Ende meiner Tage. Ganz,ganz doll…………………..!

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