Katzenglück

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Hallo Welt,

hab ich nach der langen Zeit überhaupt noch irgendwelche Leser?
Na egal, darum ging es eigentlich nie. Solltet ihr aber noch da sein, freue ich mich natürlich.
Noch mehr freue ich mich heute allerdings über etwas ganz anderes.

Meine beiden Kater lassen sich folgendermaßen charakterisieren:
Marlon, der ewig verkuschelte Schmusetiger mit der großen Angst vor allem was Geräusche macht.
Und Spencer, der Draufgänger der gar nicht weiß was Angst überhaupt ist, aber nur dann gekrault werden will, wenn er sich dafür lasziv in Position geworfen hat.

Marlons größtes Glück ist es, wenn ich mich abends ruhig auf meinen Sessel setze, so dass er sich gemütlich auf meinen Schoß kuscheln und sich stundenlang in Trance kraulen lassen kann. Leider ist das bei Spencer ganz anders. Er hat mir wohl nie verziehen, dass ich ihn quälen musste, kaum dass er bei mir angekommen war. Da er sich weigerte freiwillig seine Durchfall-Tabletten zu fressen, war ich gezwungen ihm die Tabletten aufgelöst in einer Spritze in den Mund zu drücken. Auf seine heftige Gegenwehr konnte ich damals leider keine Rücksicht nehmen. Doch das führte auch dazu, dass es ihm schwer fällt Vertrauen zu mir aufzubauen. Er lässt sich zwar streicheln, aber nur für eine gewisse Zeit und auch nur an seinem Schlafplatz oder auf dem Boden, dann scheint ihm das Risiko zu groß zu werden.

Doch heute ist endlich das große Wunder geschehen. Während ich ein fast fünfstündiges Telefonat mit einer Kollegin der TS führte (obwohl ich eigentlich ein langes Telefonat mit jemand ganz anderem führen wollte, der mir am Herzen liegt und der viel zu lange nichts von mir gehört hat), kam Spencer völlig überraschend auf meinen Schoß gekrabbelt, kuschelte sich ein und verlangte eine viertelstündige Streicheleinheit. Das hat er zuvor noch nie gemacht!

Es ist unglaublich was es in einem Menschen auslösen kann, wenn so ein kleines Tierchen einem so völlig unvermittelt und überraschend sein Vertrauen schenkt. Das war der größte Liebesbeweis den Spencer mit nur hätte erweisen können. Jetzt bin ich sicher, dass auch wir noch große Kuschelfreunde werden können. Ich bin so erleichtert und glücklich.

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  1. Schön, daß Du auch noch da bist. Habe hier jeden Tag dreimal reingeguckt. Nee, Quatsch, der RSS-Reader sagt Bescheid, wenn es was Neues gibt.
    Das mit dem Kater kann ich komplett nachempfinden. Ich habe auch mal erlebt, wie mein Kater damals so ein Trauma (zum Glück nicht mir selber gegenüber) aufbewahrt und verfestigt hat. Leider starb er zu früh, um das noch zu überwinden.

  2. Noch etwas Laien-Katzenpsychologie (auch aus jenem erwähnten Trauma meines Katers): es kann sein, daß er diese Angst nur bei dir hat(te). Daß er sich von jemand anderem (möglicherweise älterem oder männlichem) „normal“ streicheln läßt. Und daß es diese Situation des Telefongesprächs war, wo er den Eindruck hatte, da sei noch jemand anders dabei, daß er die Sache vergessen konnte.
    Aber ich würde trotzdem jetzt hoffen, daß er sich diese gute neue Erfahrung merkt.

    • Ganz klar, dass er diese Angst vorrangig bei mir hat. Ich war schließlich diejenige, die ihn quälen musste.
      Aber ob es jetzt ausgrechnet die älteren, männlichen Menschen sind denen er so viel mehr vertraut, darauf möchte ich mich nicht festlegen 😉
      Auf jeden Fall denke ich, dass das Eis zwischen uns ganz gewaltig bröckelt.

  3. Das erinnert mich an meine kleine Mica. Anton war ja immer schon besitzergreifend schmusig. Der kann nicht ohne seine Mama und schläft jede Nacht mit möglichst viel Körperkontakt.
    Mica ist dagegen erst vor einem halben Jahr richtig kuschelig geworden. Also… für ihre Verhältnisse. Sie schläft auf meinem Po wenn ich auf der Couch liege und lese, sie lässt sich kraulen und fällt dabei um, nachts schläft sie ab und zu mal auf meiner Hüfte und ab und an kommt sie auch und fordert so penetrant Streicheleinheiten, dass ich dabei schon einige Kopfnüsse geerntet habe.
    Hochheben darf man sie noch immer nicht. Und mein Freund ist ihr auch noch immer sehr suspekt (außer er schläft, dann ist er ein Katzenbett). Aber sie ist nichtmehr das immer ängstliche und verhuschte Katzenmädchen, dass sie einmal war.

  4. Ich bin auch noch da und lese fleißig mit. Aber zu Katzen kann ich leider nicht viel sagen, da sie bei mir Allergien auslösen. Deswegen habe ich nur einen Wellensittich, aber der lässt sich erstaunlicherweise stundenlang kuscheln. Da gebe ich meistens als Erster auf.

    • Wenn man von einem Wellensittisch eine Kuschelkopfnuss bekommt ist das sicher auch weniger schmerzhaft, als wenn einem ein sechs Kilo Kater vor die Rübe springt XD

  5. Dafür wird die Katze vermutlich nicht versuchen, auf Deiner Nase zu landen und sich da mit ihren Krallen festhalten.
    🙂

  6. Da hab ich doch mal wieder was gelernt. 🙂

    Drück mir mal die Daumen, dass ich heut Abend im Kino endlich mal wieder einen guten Film sehen kann. Das hat seit „Inception“ einfach nicht mehr funktioniert.

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