Signale

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Im Idealfall beginnt eine Beziehung damit, dass sich zwei Menschen ineinander verlieben. Beide jeweils in den anderen. Verliebt sich nur einer, führt das in der Regel zu nichts. Es besteht jedoch eine Notwendigkeit darin, den anderen auch wissen zu lassen, dass man in ihm oder ihr den Hauptgewinn entdeckt zu haben glaubt. Nur dann hat der andere die Möglichkeit einzuräumen, dass er genauso denkt. Um sich aber nicht in die Nesseln zu setzen, geht man nicht hin und teilt dem Angebeteten platt mit, wie scharf man auf ihn ist. Stattdessen werden vorsichtige Signale gesendet. Ungefähr an diesem Punkt setzt für mich die völlige Verwirrung ein.

Es ist ja nicht so, dass in meinem langen Singledasein nicht der ein oder andere Mann meinen Lebensweg gekreuzt hätte, der eventuell ein Partner hätte werden können. Auch Signale gab es jede Menge. Signale, die mich manchmal haben deuten lassen, dass ein tiefergehendes Interesse bestünde.
Es gab Männer, die nicht in der Lage waren, ihren Blick von mir abzuwenden. Es gab Männer, die regelmäßig und intensiv Kontakt zu mir suchten. Es gab Männer, die in meiner Gegenwart nervös wurden. Es gab Männer, die mir offensive Komplimente machten. Für manche Männer war ich eine schöne Frau, für andere eine tolle, oder eine intelligente, oder eine mit einem traumhaften Lachen. Manche fanden mich hübsch, andere sexy oder scharf. Manche mochten meine Mimik und Gestik. Einigen gefiel mein Humor. All diese Dinge wurden tatsächlich so direkt gesagt oder geschrieben. Es hat nur selten etwas bedeutet!

Ging ich auf die Signale ein, bekam ich dann folgendes zu hören:
– Ja, ich habe ja auch gern Kontakt zu dir, aber mehr auch nicht. – Jemanden schön, oder toll, oder klug, oder interessant zu finden, bedeutet noch lange nicht, dass man mit demjenigen auch zusammen sein möchte. – Eigentlich war es doch nur freundschaftlich gemeint. – Ich war doch einfach nur nett. – Du bist ja auch toll, aber nicht perfekt genug für mich. – Du weißt aber schon, dass ich liiert bin? – Es gehört zu meinem Job mit dir zu flirten (Barkeeperphänomen).
Und selbst ein Kuss bedeutet mittlerweile überhaupt nichts mehr. Küsse sind offenbar zu einer bedeutungslosen Freizeitbeschäftigung geworden.

Ich stehe mit diesen Erfahrungen nicht allein da. Ähnliches haben fast alle Frauen in meinem Freundeskreis schon erlebt. Eine Freundin hatte sogar über Wochen ein ziemlich intimes Verhältnis mit einem Mann. Man teilte den Humor, die Interessen und selbst im Bett ging es heiß her. Von seiner Seite aus hieß das natürlich rein gar nichts. Ganz schön bescheuert von ihr das zu glauben, was? Wer jetzt glaubt, dass dieser Typ grundsätzlich durch die Betten irgendwelcher Frauen springt, der irrt. Er war tatsächlich auf der Suche nach einer passenden Frau, die er kurze Zeit später auch fand. Egal wie gut es mit meiner Freundin lief, letztenendes hatte sie eben einfach die falsche Haarfarbe.

Doch wenn all diese Signale offenbar nichts bedeuten, was bedeutet dann überhaupt noch etwas? Woran erkennt man ehrliches Interesse? Und wann muss man befürchten, dass man eben doch nur  eine interessante Bekanntschaft ist? Ich werde daraus nicht mehr schlau.

Solltet ihr die Antwort schon gefunden haben, dann immer her damit. In meinem Freundeskreis würden sich so einige darüber freuen.

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