Archiv der Kategorie: dokumentiert

Jammer nicht!

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Als Single darfst du nicht jammern. Du gehörst schließlich nur zu einer Randgruppe und solltest deine liierten Mitmenschen nicht mit deinem Genöle nerven. Nur zu schnell wirst du als „frustriert“ abgestempelt, gern auch mal als „untervögelt“. Wenn du zu der Kategorie von Singles gehörst, die ihre Freiheit nicht genießt, können andere ziemlich schnell genervt von dir sein. Es reicht eine kleine ironische Bemerkung wie „Ich komme heute ausnahmsweise mal allein“, und schon verdrehen die verpaarten Exemplare der Gesellschaft die Augen. Darüber, dass deren ständiges Geknutsche, deren verliebte Blicke und die überall herausposaunten Hochzeitspläne mindestestens genauso nerven, machen sie sich offenbar keine Gedanken. Besonders schön ist die Litanei an hohlen Phrasen, die du dann gern mal an den Kopf geschmissen bekommst. Übrigens auch von denen, die nicht genervt sind, sondern gaaaaaanz viel Mitgefühl mit dir haben.
Hier mein Best of der ätzendsten Standardsprüche:

  • „Ich bin mir gaaaanz sicher, dass du in diesem Jahr den Richtigen kennenlernst.“
    Jap, danke. Das höre ich jetzt im sechsten Jahr.
  • „Ich verstehe das gar nicht. Da draußen laufen doch unzählig viele Singles herum.“
    Tun sie auch. Sie sind 38, wohnen noch bei Mama und suchen eine Frau, die die Mama ablösen kann.
  • „Du bist doch so eine tolle Frau. Der, der dich mal bekommt, kann sich glücklich schätzen.“
    Richtig. Meine bisherigen Beziehungen sind auch alle daran gescheitert, dass er so wahnsinnig undankbar war.
  • „Lieber Single, als in einer unglücklichen Beziehung.“
    Sprichst du aus Erfahrung, oder was soll das jetzt?
  • „Glaub mir, in einer Beziehung ist auch nicht alles besser. Das löst auch keine Probleme.“
    Ach, ihr seid also ursprünglich zusammen gekommen, um eure Problem zu lösen? Interessant. Und äußerst dämlich.
  • „Sei froh, du kannst flirten mit wem du willst. Kannst ausgehen wann du willst. Bist niemandem Rechenschaft schuldig.“
    Flirtet man nicht, um Interesse zu bekunden? Warum sollte ich in einer funktionierenden Beziehung Interesse an einem anderen haben? Ach so, du meinst dieses harmlose schäkern. Warum sollte das jemanden stören, wenn es harmlos ist? Aber das mit dem Ausgehen stimmt natürlich. Schneidet deine elektronische Fußfessel eigentlich sehr fest ins Fleisch?
  • „Was zum Vögeln wirst du doch wohl noch finden. Für alles andere hast du doch Freunde.“
    Träumst du an manchen Tagen nicht auch von einer Karriere als Mörder? Ich schon. In diesem Moment.
  • „Der Richtige kommt, wenn du nicht damit rechnest. Du darfst nur nicht zu verbissen suchen.“
    Ich suche überhaupt nicht verbissen!
  • „Du musst auch mal aktiv suchen, sonst wird das nichts.“
    Gnaaaaahhhh….
  • „Du musst mal tanzen gehen. Geh mal raus!“
    Mensch, dass ich da nicht drauf gekommen bin. Wo die Discos doch voll von attraktiven Singlemännern sind, die alle nur darauf warten, dass ich sie auch mal anspreche.
  • „Aber wenn er dann kommt, dann ist es auch der Richtige.“
    Darüber werde ich mich dann auch sehr freuen. Wenn das allerdings noch sehr lange dauert, hat sich das mit der Reproduktion für mich endgültig erledigt.
  • „Ach, wenn er dann da ist, kann das alles plötzlich ganz schnell gehen.“
    Er wird begeistert sein, wenn ich ihm nach zwei Monaten eröffne, er möge mir jetzt langsam mal ein Kind machen. Und ich erst…
  • „Viele Frauen sind doch heute spätgebärend.“
    Und in Zukunft sind viele Teenager Frühwaise.

Und hier ist mein absolutes Highlight:

  • „Du bist doch noch sooo jung und hast noch soooo viel Zeit.“
    Bleib mal kurz da stehen. Moment. Ich hole nur schnell meine 9mm aus der Handtasche. Und jetzt mal nicht bewegen…
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beSUCH (2)

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  • genitalien bei chatroulette zeigen polizei
    Ne, ich glaub die Polizei hat dieser Tage zu viel zu tun, um dafür noch Zeit zu haben.
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  • penis gehäutet
    Medizinische Unfälle 100!
    Die Frage lautet: Was ist das Resultat einer schief gelaufenen Bar Mitzwah?
    ..
  • liebeserklärung per e mail email vorlage
    Willst Du damit was erreichen? Dann denk Dir gefälligst selbst was aus, Du Gefühlslegastheniker!
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  • russisch leck mich
    Da hast Du was verwechselt. „Russisch“ ist eine ganz andere Sexualpraktik. Das was Du meinst nennt sich „Französisch“.
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  • weltraum gehäutet im bad film 80
    Ich denke, dass man erst einmal die Haut des Weltraums finden müsste, um derart Abwegiges überhaupt durchführen zu können. Solltest Du sie finden, ist Dir der Nobelpreis sicher.
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  • die klinkenbuchse von meiner ist ständig
    Die was von Deiner was ist was? Mach Dir keine Sorgen. Spätestens im März fangen die VHS-Kurse wieder an. Ich empfehle Rhetorik für Anfänger.
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  • vor ersten date klärte er schon was er wollte ich teilte mit bin nicht leicht zu haben dann kam nichts mehr
    Ja, so sind die Kerle. Aber Du trauerst ihm doch wohl nach dieser Aktion nicht wirklich hinterher, oder?
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  • herz schüren
    Ein Herz ist kein Ofen. Das kann man nicht zum Brennen bringen, indem man es schürt. Mach Dir lieber mal Gedanken darum, wie man die Flamme am Lodern hält, wenn man das Feuer erst einmal entfacht hat.
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  • nackenschmerzen da sein aber irgendwie doch abwesend
    Na, was denn nun? Wie soll ein Arzt Schmerzen behandeln die abwesend sind?
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  • markus schilling wow
    Ja, der Meinung bin ich ebenfalls! Es wird ihn freuen, dass Du das auch so siehst!
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  • rtl punkt 6 frau lacht und schläft ein
    Kann ich verstehen. Wenn ich höre was die für einen Schwachsinn verbreiten, lach ich mich auch erst kaputt und schlafe dann vor Langeweile ein.

R.I.P. Gerlach Fiedler

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Eine der außergewöhnlichsten Reibeisenstimmen Deutschlands ist von uns gegangen.

Gerlach Fiedler war vielen bekannt als das erste Krümmelmonster (es gab später noch andere) und wird in meinem Herzen für alle Zeit liebevoll der „Naja“-Mann genannt werden. In der Drei-Fragezeichen-Folge „Der Karpartenhund“ sagte er innerhalb von 1,5-2 Minuten gefühlte 100 Mal das Wort „Naja“. 😉

Gerlach Fiedler wurde 85 Jahre alt. Sprecherfans wie ich werden ihn schmerzlich vermissen!
Möge er in Frieden ruhen, wo er immer nun sein mag!

Wenn Freud’sche Versprecher in die HOSE gehen

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Ich hatte kurz überlegt Beschwerde einzulegen.
Nicht nur, weil mir hier eine Männlichkeit angehängt wird, die ich meines Wissens nach gar nicht besitze. Sondern vor allem weil ich mich frage, was man wohl in dieser neuen „Position“ von mir erwarten wird. Ähm…. HILFE!

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Mensch Leute, ihr habt das Zölibat doch schon abgeschafft. Habt ihr es da wirklich nötig Eure Schäfchen zur Lustbefriedigung abzukommandieren?

beSUCH (1)

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Wenn ich mir so ansehe, welche Suchbegriffe Euch zu mir führen, dann muss ich befürchten, bald unter den Top10 der Pornoseiten zu landen. Wahlweise eröffne ich hier in Bälde eine Therapiegruppe. Jesses….

  • alkohoiker liebeserklärung danke
    Vorschlag: „Mein liebzer Schasss…hicks… i lübe dich imma dann am meissssen, wennu, dank meim Pegel, sooo schöhöön bisss…hicks… Tswegen vasprech ich dia, au imma…hicks… aloi…allohoi…alholiker…alkohoiker zu bleim. Willsu mich ha..hairadennn?“
    Bitte!
  • körpermasse vivien leigh
    Physik für Einsteiger: „Die Masse ist eine Ursache von Gravitation und zugleich ein Maß für die Trägheit eines Körpers.“ Das wird bei Frau Leigh nicht viel anders sein.
    Über ihre Körpermaße hätte vielleicht Sir Laurence Olivier Auskunft geben können, aber der hat leider bereits das Zeitliche gesegnet.
  • deutsche mit fetten titten sitz auf sein
    Das brauch ich jetzt doch noch etwas präziser. Auf sein was? Auto? Schreibtisch? Klo? Reitpferd?
    Und wer ist ER, auf dessen etwas sie sitzen soll? Wie auch immer…würg….
  • schlafzimmertüren.com
    Jau. Supi. Muss ich gleich mal gucken. Ist da mehr los, als auf Kellerluken.net?
  • heiße alternative zu chatroulette
    Ich heiße Brummsel. Angenehm!
  • bedeutung von schrift auf spanien trikot
    Ja, das muss man aber auch wirklich mal ergründen. Wofür steht all die Kryptik?
    Was ist eigentlich ein Xavi? Steht die 8 für die Anzahl der roten Karten? Und wer ist überhaupt dieser Adidas?
  • meine muschi storys
    Ui, toll! Erzähl! Hier (*klick*) findest Du übrigens eine von meinen.
  • schonmal titten bei chatroulette gesehen
    Warum? Noch nie welche live gesehen? Armer Jung….
  • penislänge frühstücksfernsehen
    Merke: Nur weil jemand Hahn heißt, ist er noch lang kein geiler Gockel!
  • show me your boobs übersetzen
    Aber gerne! Dafür bin ich ja da! Übersetzung: Zeig mir Deine Dummköpfe!
  • selbstzuneigung
    Sehr beneidenswert! Ich gratuliere! Womit neigst Du Dir denn am häufigsten zu? Mit der rechten oder mit der linken Hand?
  • schwängern lassen horrorfilme
    Nee du, Saw ist nicht das englische Wort für Samen.
  • ich zeige meinen penis auf chatroulette
    Zwar interessiert mich dein Lümmelchen genauso wenig wie alle anderen dort, aber vielen Dank für diese elementare Information. Dann weiß ich ja jetzt, wen ich meiden muss.

Chloe

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Hallo! Wie geht es dir? Ich habe Ihre Struktur erfullt und Sie haben mir gefallen. Wahrscheinlich wurden Sie nicht bezahlen, um mich Aufmerksamkeit auf sie I hat entschieden, Ihnen zu schreiben. Ich mochte versuchen, mit Ihnen vertraut zu machen. Nun werde ich nicht Schreiben Sie viel uber mich. Nur werde ich ein wenig uber mich sagen, und ich werde einige meiner Fotos schicken, die Sie lernen konnte mich ein wenig. Mein Name Olga oder konnen Sie mir Namen Olja. Um mich von 30 Jahren und ich lebe in Russland. Wenn Sie nicht gegen unsere Bekanntschaft. Sie konnen schreiben, dass mir auf meine E-Mail: gospoja.ydachi@yahoo.com. Ich denke, so wird es einfacher und bequemer zu uns zu kommunizieren. Wenn unsere Bekanntschaft wird Sie interessiert und Sie werden mir antworten. In meinen folgenden Brief werde ich versuchen zu sagen, dass mehr fur Sie uber mich und meine Fotos an andere zu senden. Das konnte man lernen, mich besser zu entschuldigen, da? ich Ihnen schreibe nur in Englisch. Aber ich doch nicht in welcher Sprache fur Sie wird es sehr viel bequemer zu kommunizieren wissen. Und Englisch ist als universelle Sprache der ganzen Welt. Alles Gute fur dich und mich wird es angenehm, eine Antwort zu erhalten. Olga

Wer mir diese Spam-Mail inhaltlich entschlüsselt, bekommt ein Eis und eine kühle Dusche!

Tag 2: Das Buch, das ich als nächstes lesen will

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Kalte Asche
Simon Beckett
2007

Eigentlich hätte ich ja lieber einen Klassiker hier hin gesetzt, der schon lange auf meiner Liste steht, aber aus welchem Grund auch immer, bisher noch nicht zum Zuge kam. „Der Fänger im Roggen“ zum Beispiel. Aber der muss jetzt noch mal warten.
Generell bin ich jemand, der einen großen Bogen um stark gehypte Bücher macht, die von jedem gelesen werden, der vorher noch nicht einmal wusste, wie viele Buchstaben das Alphabet wohl haben mag. Ich habe noch niemals einen Harry Potter-Roman angefasst (mag ein Fehler sein) und ganz sicher interessiert mich auch die Biss-Reihe nicht, die ebenfalls von vielen Erwachsenen verschlungen wird. Die einzige Ausnahme stellt wohl noch Dan Brown dar, auf den ich stieß, lange bevor er in aller Munde war. Simon Beckett scheint ebenfalls in die Kategorie der mittelfristig Gehypten zu gehören, aber in seinem Fall erscheint mir das auch berechtigt. „Die Chemie des Todes“ war ein wirklich spannendes, gut geschriebenes und kurzweiliges Buch. Selbst wenn die drei Bücher um Dr. David Hunter Becketts einzige Erfolge blieben, so wären sie verdient. Sag ich jetzt einfach mal so. Bisher kenne ich ja erst eines.
Lasst Euch übrigens nicht blenden. Die Bücher mit der roten Schrift auf weißem Grund („Obsession“ und wie se alle heißen), sind offenbar langweiligstes Mittelmaß und schon ziemlich alt. Das sagt zumindest die Buchhändlerin meines Vertrauens. Nachdem „Die Chemie des Todes“ und „Kalte Asche“ so erfolgreich waren, hat der Verlag die alten Bücher einfach noch mal auf den Markt geschmissen. So geschah es damals auch bei Dan Brown. Jeder der glaubte, er hielte nun ein ganz neues Werk des „Meisters“ in den Händen, wurde enttäuscht. Der spätere Erfolg kam offenbar, sowohl bei Brown als auch bei Beckett, erst durch den erfahreneren und ausgefeilteren Schreibstil zustande.

Wie auch immer, ich freue mich auf die nächste Geschichte von Dr. Hunter. Beckett hat mit ihm eine ausgereifte Figur erschaffen, die aber gern noch ein wenig vielschichtiger werden darf. Beckett hat in der „Chemie des Todes“ eine gute und spannende Mordserie erfunden und sie nicht, wie allgemein üblich, durch einen Ermittler, Polizisten oder Detektiv aufklären lassen, sondern durch einen forensischen Antrophologen, was der Story zwangsläufig andere Aspekte verleiht als sonstige Thriller. Ich muss aber auch zugeben, dass ich relativ schnell meine Verdächtigen zusammen hatte und mit meiner Vermutung auch Recht behielt.  Dennoch würde ich nicht sagen, dass die Story und die Figuren leicht zu durchschauen sind. Vielleicht denkt man als regelmäßiger Thrillerleser einfach schon automatisch um andere Ecken, als jemand, der sich nur gelegentlich ins Genre verirrt. Dementsprechend hoffe ich, dass Beckett in „Kalte Asche“ einfach noch mal eine Schippe drauf legt, aber selbst wenn nicht, bin ich sicher, dass es wieder eine spannende und kurzweilige Story sein wird. (31 Tage – 31 Bücher)

Kindermund

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Der Sohn meines Cheffes (15) ist so ungefähr ein sechzehntel Schweizer und hält natürlich der Schweizer Mannschaft alle Daumen. Soeben betrete ich das Wohnzimmer, schaue mit halbem Auge auf den Bildschirm.

Ich: Welche sind denn die Schweizer und wer die Chilenen?

Er (guckt verwirrt): Äh, die da in Rot sind die Chilen.

Ich (griiins): Die wer?

Er: Na, die da. Die Roten sind die Chilesen!

*gröhl*

Edit: Jaha, ich weiß, dass man Chef mit nur einem F schreibt. „Cheffe“ is Name, weissu?

Hochmut kommt vor dem Sturm auf die Bastille

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Gestern Abend feierte der gute Markus (der, dem ich Martyrs zu verdanken habe) seinen 30 Geburtstag nach. Markus und ich teilen die Leidenschaft fürs Kino, halten die Oscar-Nacht für einen ebenso wichtigen Feiertag, wie andere Weihnachten, Ostern oder Rosenmontag, und sind in mancherlei Hinsicht gleichwertig durchgeknallt, was auch gestern wieder einige Leute kopfschüttelnd bezeugen durften.
So war es natürlich klar, dass ich Markus ein Geschenk schenken musste, das unserer Leidenschaft auch vollen Tribut zollt. Er bekam eine Kinobox, ein Kinobesuchs-Tagebuch und einen Film. Das Highlight war allerdings die Verpackung für das Buch und den Film, welche ich nicht einfach nur in Geschenkpapier verpacken wollte. Stattdessen bastelte ich drei Tage lang an einer etwas ungewöhnlicheren Verpackung. Auf das Ergebnis bin ich so stolz, dass ich es euch nicht vorenthalten möchte. Jaja, Eigenlob stinkt! Aber damit kann ich leben. Dass auch Markus das Ergebnis gefallen hat, kann man hier sehr gut sehen.

 

Nach einer sehr schönen und lustigen Feier, fiel ich heute morgen erschöpft in mein Bett. Es dauerte nicht lange bis mir die ersten Träume die Nacht versüßten:

Es ist Samstag Morgen. Keine Arbeit, kein Stress. Ich darf ausschlafen. Die ersten Sonnenstrahlen kitzeln meine Nasenspitze. Draußen zwitschern die Vögel ihre Morgensonate. Neben mir liegt der Mann meiner Träume, der irgendwann klammheimlich aufsteht, mir einen Kaffee kocht und die Luft meiner Küche mit warmem Brötchenduft erfüllt, nur um mich dann mit all seiner Liebe zu wecken. Er setzt sich an mein Bett und küsst mich sanft. Aber es ist irgendwie ein seltsamer Kuss. Er küsst mich gar nicht. Er riecht, nein, er schnuppert an mir. Er schnuppert? Und warum stützt er sich so grob auf meinem Brustkorb ab? Wäre in dieser romantischen Situation nicht ein wenig mehr Sanftmut angebracht? Egal, sein Gesicht ist ganz nah über meinem und ich beschließe aufzuwachen um den Kuss zu erwid…. KAAAAAAAATER!!!!

Wieso in Gottes Namen steht der Kater auf meinem Brustkorb und schnuppert mein Gesicht ab? Wie kommt er überhaupt ins Schlafzimmer? Das ist hier die Katzentabuzone!!! Und schwupps, schon hockt auch der andere Kater neben mir auf dem Bett. Er hat es also endlich geschafft. Es hat ein Jahr lang gedauert, aber Marlon weiß nun, wie katze die Schlafzimmertür öffnet! (Und was der eine kann, hat sich der andere gaaaanz schnell abgeguckt!) Verdammt! Er macht das sogar mit enormer Eleganz. Er springt nicht etwa in die Luft und landet auf der Klinke, nein, er stellt sich einfach auf die Hinterpfoten, macht sich lang und öffnet die Türe galant mit den Vorderpfötchen. Eben genauso, wie er es sich bei mir abgeschaut hat.

„Oooch, Menno! Kollegen, es ist 7:30, ich hab gerade mal 4 Stunden geschlafen. Was soll denn der Scheiß??“
Ich schlurfe, noch immer völlig perplex und leicht genervt in die Küche, fülle die Fressnäpfe auf, locke die Biester mit dem Laserpointer aus dem Schlafzimmer und beschließe, noch eine Runde am Kissen zu horchen.

Gegen 11 wurde ich dann noch einmal auf genau die gleiche Weise geweckt, nur diesmal ohne die Einbildung eines imaginären Traummannes. Seitdem bin ich damit beschäftigt, Marlon davon abzuhalten das Schlafzimmer zu stürmen. Hätte ich doch wenigstens einen Schlüssel für diese dumme Tür. Hab ich aber nicht, und so muss ich wohl darauf vorbereitet sein, dass mir nächtlicher Besuch zukünftig nicht mehr erspart bleibt. Schlimmer ist allerdings, dass die Klinke bedenklich lose in der Tür hängt. Es ist also nur eine Frage der Zeit, bis sie die Klinke rausreißen und ich eines Morgens im Schlafzimmer eingesperrt sein werde, weil ich die Tür nicht mehr öffnen kann, obwohl ich eigentlich zur Arbeit müsste… äähm, sollte ich hier vielleicht die Vorteile verkennen?

Ist es nicht hübsch, wie der kleine Unschuldsengel hier vor der Tür lauert und auf den Moment wartet, in dem er straffrei die Tabuzone betreten kann?

 

.

Nachtrag: Da ja angeblich die Dinge ihren Reiz verlieren, wenn sie erst einmal erlaubt sind, habe ich die Jungs soeben das Schlafzimmer stürmen lassen. Trottelig wie sie sind, haben sie sich bei dem Versuch das Zimmer wieder zu verlassen, im Schlafzimmer eingesperrt, weil sie einfach wieder vor Tür gerannt sind, statt sich durch den Spalt zu zwängen. Schön blöd! Jetzt sitze ich hier und warte gespannt darauf, wie lange es dauert, bis andere Dinge und Orte wieder spannender sind als mein Bett….

Klatschmohn

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Der Klatschmohn blüht im Weizenfeld
und auch am Wegesrande
Am liebsten wächst er frei und wild,
drum lebt er auf dem Lande

Man nennt ihn eine Blumenart,
doch ist er nicht geheuer.
Er hat ein rabenschwarzes Herz
und blüht so rot wie Feuer

Und einmal in der Sommernacht
hat ein Pirol gesungen.
Und als sein hübsches kleines Lied
soeben war verklungen,

da klatschte jemand laut zum Lob.
Ist das nicht sonderbar?
Es war doch niemand sonst zu sehn.
Ob es der Klatschmohn war?

Dieses schöne Gedicht lernte ich in meiner Kindheit von meiner Mama. Niemand scheint zu wissen, woher es kommt und wer es geschrieben hat. Stundenlange Bemühungen es zu googlen führten ins Nirvana, und zu nur EINEM anderen Menschen, der es ebenfalls aus seiner Kindheit kennt, und dem der Ursprung genauso unbekannt ist. Scheint mir ein typischer Fall von lyrischer Mundpropaganda zu sein.
Wie auch immer, ich liebe dieses Gedicht und noch viel mehr liebe ich die Blume von der es handelt. Sie wird immer eine meiner Lieblingsblumen bleiben!

An obrigem, von Klatschmohn gesäumten Weizenfeld, fahre ich tagtäglich vorbei.

Ich freu mich sooooo Prima Vista

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Zwickmühle hin oder her, der gestrige Tag wurde zum bisher schönsten des Jahres und endete mit der Erkenntnis, alles richtig gemacht zu haben! Holt Euch erstmal flott ein Käffchen und Kekse. Es ist soooo viel passiert, dass dieser Bericht seeeehr lang geworden ist!

Prima Vista
Hach, Köln ist doch immer eine Reise wert. Freut man sich in der einen Minute noch über das Auftauchen des Doms am Horizont, bekommt man in der nächsten Minute schon hektische Flecken von der elenden Parkplatzsucherei. Selbst Hinweisschilder auf vermeintliche Parkhäuser enden im Nirgendwo, und ohne meine Navi, hätten wir wohl nie eines gefunden. Nachdem aber auch diese Hürde genommen und mein Puls sich wieder auf ein Normalmaß beruhigt hat, schlendern Nina und ich zum ARTheater, nur damit mein Puls bei Ankunft direkt wieder in nie gekannte Höhen schnellt. Dieses hinterhältige Scheißerchen! Denn kaum, dass wir unser Ziel erreichen, schaue ich von hinten auf einen blanken Schädel und denke kurz, „Ha, wenn ich es nicht besser wüsste, würde ich jetzt denken, da stünde Oliver Rohrbeck“.  Noch bevor ich den Gedanken zu Ende bringen kann, erblicke ich auch schon David und Simon, ins Gespräch vertieft und an einem Zaun lehnend. Um bloß nicht durch unkontrollierte Freudenschreie negativ aufzufallen, kralle ich mich in Ninas Arm fest und gehe strammen Schrittes weiter, vorbei an dem blanken Schädel. Als wir vor dem Theater stehen bleiben, drehe ich mich um und schaue…. direkt in Oliver Rohrbecks Gesicht. Woaaaah, Brummsel, jetzt nur nicht durchdrehen! Ganz ruhig. Du bist kein Teenie! Du fällst nicht in Ohnmacht! Du bist schon groß! Und cool! Und NICHT peinlich! Lies den Rest dieses Beitrags

About Hollywood, bäd englisch and small penises

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Auch wenn ich früher oft über ihn geschimpft habe, so fehlt er mir doch sehr, mein alter Job. Doch mit ihren unbarmherzigen dürren Fingern, riss ihn sich die Wirtschaftskrise unter den Nagel. Was sie mit ihm (und den Jobs vieler anderer Leute) angestellt hat, vermag ich nicht zu sagen. Aber vielleicht kommt ja nach der Inflation in Robin-Hood-Manier ein Wirtschaftswunder daher, und gibt den Armen und Schwachen das Diebesgut endlich wieder zurück.

Nachdem ich acht Monate lang Zeit hatte, die vielen dazugewonnen überflüssigen Stunden des Tages in meine Synchronsprecher-Datenbank zu stecken (deren enorme Fortschritte, ich erinnere gern noch mal daran, ja dann in nur einer Stunde mit rabiater Gewalt wieder zunichte gemacht wurden – was für eine unglaubliche Verschwendung an Lebenszeit…), kam dann aber doch noch ein guter Samariter des Weges. Dieser Samariter war mein ehemaliger Chef, der die Firma schon zwei Jahre vor allen anderen freiwillig verlassen hatte, mittlerweile selbstständig ist und freundlicherweise noch einmal an mich dachte. In seiner Selbstständigkeit dreht er an vielen Rädern (noch keines davon wirklich groß) und verkauft gefühlte 20 Produkte unter gefühlten 15 Firmennamen, die alle nicht das geringste miteinander zu tun haben. Doch tief in unseren Herzen, hoffen sowohl er als auch ich, doch nochmal in die alte Branche zurückkehren und wenigstens wieder das selbe Produkt wie damals verkaufen zu können.

Nun tauchte vor einiger Zeit ein netter Herr aus Irland auf, der zufällig genau dieses Produkt verkauft und noch „Dealer“ (wir benutzen dieses Wort so tatsächlich!) für Europa sucht. Nach tagelangem Emailverkehr flog der gute Mann heute bei uns ein. Da aber mein Chef Deutsch, Englisch, Schwitzerdütsch und Hände und Füße miteinander vermischt, was zu einem oft undefinierbaren Wortbrei führt, musste die gute Frau Brummsel mal wieder (wie früher) als Übersetzerin ran. Doch Ojeee, kennt ihr diese Tage, an denen man aus unbekannten Gründen einen Knoten in Zunge und Hirn hat? Ausgerechnet heute war dieser Tag! Erst habe ich noch geglaubt, ich täte mich deshalb im Übersetzen so schwer, weil mein Cheffe sich den ganzen Tag so verquer ausgedrückt hat, dass ich den Sinn seiner Sätze schon in Deutsch kaum verstanden habe.Vielleicht hat ja heute einfach jeder einen Knoten in Zirn und Hunge. Schlechtes Karma? Warum war dann aber das Englisch des Iren so perfekt? To make a long story short, ich haspelte mir ordentlich einen zurecht. Den ganzen langen Tag ärgerte ich mich über mich selber green and black, und wäre am liebsten in the earthground disappeared. Lies den Rest dieses Beitrags