Archiv der Kategorie: reflektiert

Schreiben

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Ich schreibe, um zu verarbeiten. Um zu ertragen. Um klar zu kommen.
Andere malen dann Bilder, komponieren Songs oder sie fliehen. Ich schreibe.
Das habe ich schon immer so gemacht. Ich habe unzählige angefangene, unregelmäßig geführte und halbvolle Tagebücher in meinen Schränken. Sollte ich plötzlich sterben und irgendjemand fände ausschließlich diese Tagebücher, müsste er glauben, ich hätte ein sehr beschwerliches und kummervolles Leben geführt. Das ist natürlich nicht wahr, aber es gibt kaum Einträge über die ausgelassenen und unbeschwerten Phasen meines Lebens. Ich habe all meinen Seelenscheiß und Seelenfrust in diese Bücher ergossen und es hat geholfen. Nicht immer sofort, nicht immer endgültig. Aber ich fühlte mich entlastet. Sollen sich doch diese Blätter gepresseten Regenwaldes mit meinem Ärger rumquälen. Und viele Einträge kann ich mir heute mit einem Lächeln durchlesen, weil ich weiß, dass ich diese schlechten Zeiten gemeistert habe. Dass ich sie überlebt habe.

Ähnlich habe ich das mit Menschen gemacht. Ich möchte gar nicht wissen, wie viele Menschen schon endlos lange Briefe von mir erhalten haben, nachdem sie mich verletzt, geärgert oder verarscht haben. Unter diesen Menschen sind Familenmitglieder, Freunde und Freundinnen, kurze Affären, längere Affären, sogar ehemalige Lehrer und Vorgesetzte. Manche dieser Briefe haben zu einer Klärung oder einer Versöhnung geführt, andere zu einem endgültigen Zerwürfnis. Aber wenn ich ehrlich bin, war mir beim Verfassen dieser Briefe meistens egal, was der Empfänger über ihren Inhalt oder über mich denkt. Wie sonst ließe sich erklären, dass dieser eine besondere Mensch seinen letzten Brief von mir an einem Ort erhielt, an dem er ihn sicher nicht mehr lesen konnte? Auf dem Friedhof. Ich schrieb all diese Briefe zu meiner Entlastung. Oder um das letzte Wort zu haben! 

Warum das hier erzähle? Weil ich derzeit eine Menge zu verarbeiten habe. Zu ertragen. Klar zu kommen. 
ICH BIN SINGLE, HERRGOTT! Los geht’s!

Wie man anderen den Tag rettet

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Es gibt eine ganze Reihe von „Dingen“ an denen es einem mangelt, wenn man Single ist. Eines davon, das in seiner Bedeutsamkeit oft unterschätzt wird, ist das Kompliment. Besonders das überraschende Kompliment. Daran mangelt es freilich nicht nur Singles, aber ich weiß, wie sehr man manchmal danach dürstet. Die größte Wirkung entfaltet es, wenn es von jemandem kommt, den man nicht kennt, der kein Freund oder Famillienmitglied ist. Es muss auch keinen Flirtcharakter haben, um einem den Tag zu retten.

Beispiele aus der jüngeren Vergangenheit:
Vor einiger Zeit führte ich abends den Hund meines Vaters Gassi. Ich fühlte mich an dem Tag wie Erna. Das Haar oben fettig, unten trocken. Nach einem langen Tag quasi keine Schminke mehr im Gesicht. Am Köper die letzten drei Kleidungsstücke, die gerade nicht in der Wäsche waren und eher in die Kategorie „minimal besser als der Kartoffelsack“ fallen. In diesem Zustand tritt man vor die Haustür in der Hoffnung von niemandem gesehen zu werden.
Wir hatten unsere Runde schon fast beendet, ohne nennenswerte Begegnungen mit anderen Menschen, als der Hund auf dem letzten Drittel eine andere Hündin entdeckte, die natürlich unbedingt sofort zum Spielen aufgefordert werden musste. Und natürlich hing am anderen Ende der Leine auch ein Herrchen. Sowohl ich, als auch der Hund, kannten diese Hündin schon. Allerdings nur in Kombination mit Frauchen. Jetzt stand also das dazugehörige Herrchen vor mir. Ein Mann, der wohl schon so auf die sechzig zugehen mag. Und während unsere Hunde miteinander tobten, kamen wir natürlich ins Gespräch. Als ich meinen Weg gerade fortsetzen wollte, sah der Mann mich an und sagte: „Du siehst wirklich bildhübsch aus.“ Wie bitte? Ich hab mich wohl verhört. Doch er setzte nach: „Wirklich. Ein hübsches Mädchen.“ Ich konnte es kaum fassen und nutzte drei Meter weiter eine Autoscheibe als Spiegel. Mein erster Gedanke war, dass der mich doch verarscht haben muss. Mein zweiter war, dass er mir damit gerade ganz schön den Tag gerettet hat.

Heute war ein Tag an dem ich mich nicht ganz so fürchterlich fühlte, wie an oben beschriebenem Tag. Aber auch kein Tag für ein Fotoshooting. Nach der Arbeit war ich noch lang unterwegs und sprintete abschließend auf den letzten Drücker in den Supermarkt. An der Kasse saß ein durchaus ansehnliches Mädel. Etwas zu stark geschminkt, aber hübsch. An einem mittelmäßig bis schlechten Tag ist sowas eher kontraproduktiv. Wegen der ständigen Vergleiche, die man im Kopf anstellt.
Als ich zahlen wollte, lächelte sie mich an und sagte: „Du hast aber tolle Haare.“ Meine ungläubige Antwort: „Ach ja?“ „Ja, echt schön.“ Und was soll ich sagen? Tag gerettet.

Als ich meinem Vater damals den Hund zurückbrachte und ihm die Geschichte, dieses wunderbaren Kompliments erzählte, fiel ihm auch noch etwas ein. Er war mit der neunjährigen Tochter einer Freundin im Wald unterwegs (ebenfalls mit Hund), als sie ihn in ansah und fragte: „Du, wie alt bist du eigentlich?“ In dem Wissen, dass Kinder manchmal grausam sein können, schluckte mein Vater und gestand kleinlaut, dass er 52 sei. Daraufhin riss sie die Augen auf und erwiderte: „Echt? Ich dachte du bist höchstens 39.“ Das breite Grinsen mit dem er mir diese Geschichte erzählte, ließ mich erahnen, dass ihm das offensichtlich den Tag gerettet hat.

Wie oft gehen wir durch diese Welt  und treffen auf andere Menschen, die uns gut gefallen, die wir hübsch oder sofort unglaublich sympathisch finden? Und wie oft sagen wir nichts, weil wir befürchten, wir könnten dem Anderen zu Nahe treten. Wie leicht fällt es uns hingegen andere zu beschimpfen, uns öffentlich über sie aufzuregen, oder sie im Straßenverkehr als Arschloch zu betiteln. Ich weiß, es ist nicht leicht über die Lippen zu bringen, aber wenn ihr das nächste Mal durch euren Alltag stolpert und ihr seht jemanden, der euch in irgendeiner Weise beeindruckt, sagt es ihm. Vielleicht kann er es in genau diesem Moment unglaublich gut gebrauchen. Und wahrscheinlich könnt ihr ihm damit auf die einfachste Weise mal eben den Tag retten.

Kleine Halloween-Nachlese

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So, Halloween ist vorbei, aber es wirkt noch kräftig nach.
Was nach der Samstags-Party noch kein Probelm darstellte, entpuppte sich nach Sonntag als ein kleiner Alptraum.
Die großen Narben auf der Stirn und der Wange bestanden aus angeklebtem Wachs. Da die Sonntags-Party bis in die frühen Morgenstunden andauerte, hatte ich diesen fiesen Kleber letztendlich gute 12 Stunden auf dem Gesicht. Das mochte meine Haut gar nicht. Es ging los mit großen roten Pusteln an genau den Stellen, an denen zuvor der Kleber war. Sämtliche Versuche der Selbstbehandlung mit Wund- und Heilsalbe schlugen fehl, auch eine Spezialsalbe aus der Apotheke half nur bedingt. So verschlechterte sich mein Zustand so rapide, dass am Mittwoch mein halber Kopf auf Melonengröße angeschwollen war, mein linkes Auge konnte ich gar nicht mehr öffnen und sogar mein Hals war so stark angeschwollen, dass ich schon um Luft ringen musste. Um einen verspäteten anaphylaktischen Schock zu verhindern, hat mir dann mein Arzt die volle Dröhnung verpasst: Cortison zu Einnehmen, Cortison zum Einreiben und Antiallergikum.
Mein Gesicht ist jetzt zwar nicht mehr geschwollen, aber meine Haut ist nun wirklich zombieähnlich. Die Verletzungen die am Wochenende noch geschminkt waren, sind jetzt beinahe echt, und ich bete inständig, dass nicht wirklich Narben zurückbleiben. Ich hab ein bisschen Angst davor.  Wie ärgerlich, wenn einem der große Spaß im Nachhinein so verhagelt wird!

Doch dieser Blog hieße nicht „Herzbrei und Gefühlssuppe“ wenn es hier nicht eigentlich genau darum gehen sollte. Kommen wir also zum Punkt.

In meinem heutigen Zustand wäre es mir wohl kaum möglich, Komplimente von außerhalb in mich aufzusaugen und mich in mein eigenes Spiegelbild zu verlieben. Zum Glück war das am Wochenende noch ganz anders und so kam es zu einer sehr speziellen Begegnung mit dem Männlein, die ich versuche so kurz wie möglich wiederzugeben.

Etwas verunsichert traf ich auf der Party „der Schönen“ ein, aber ich hatte Vorlaufzeit um mich einzugewöhnen, denn das Männlein war noch nicht da. Es tauchte auf, als ich schon gar nicht mehr mit ihm rechnete und wurde von mir keines Blickes gewürdigt. Zumindest nicht so, dass er es mitbekommen hätte. Umgekehrt konnte man das nicht gerade behaupten. Verunsichert beobachtete er, wie sein begleitender Freund meine Maskerade lobte, während er selbst wie ein Häuflein Elend im Hintergrund rumlungerte. Es dauerte nicht lang, bis er sich gegenüber der Schönen enttäuscht darüber äußerte, dass ich ihn ja völlig ignorieren würde. Mitleid erntete er dafür aber nicht von ihr. So schlich er circa vier Stunden um mich herum, bis wir irgendwann am Lagerfeuer im Garten aufeinander trafen, wo wir uns beide eine Zigarette gönnten. Zwischen uns endloses Schweigen. Aber es standen ja auch noch andere Leute drumherum. So auch die Schöne, die irgendwann unvermittelt meinte: „Ihr kennt euch, oder?“

Das war sein Stichwort. Sein Stichwort, um endlich NICHT zum Punkt zu kommen. Ich versuche einen Monolog, der in dieser Variante ungefähr und ungelogen zwanzig Minuten dauerte, abzukürzen: „Ach. Ach jee. Oh Gott. Brummsel ( er sagte stattdessen natürlich meinen echten Namen)… was soll ich sagen… ich kann nicht… Das ist so… was kann man… was soll man… ach Brummsel… ich bin so…. überwältigt… man kann gar nicht… ach Brummsel… das ist so… Was macht man da?… wie soll ich…“ So ließ ich ihn stammeln und verharrte in Stillschweigen. Irgendwann konnte ich dann doch nicht mehr an mich halten und musste mal kurz genervt dazwischen fragen: „Sag mal, wird das heute noch mal zu irgendwas führen, oder soll ich mir den tieferen Sinn dieser gehaltvollen Aussagen selbst zusammen reimen?“
Stutzen! Weiteres Stammeln! Unter gefühlter 250-facher Aussage meines Names, erstammelte er mir, wie überwältigt er davon sei, mich noch einmal wiederzusehen und die Gelegenheit zu haben, mir zu erklären, wie es in ihm aussähe. Ich musste mehrfach fragen, warum er diese Gelegenheit denn dann nicht auch endlich mal ergreift.

Je länger er stammelte (ich muss ihm zu Gute halten, dass sein Alkoholpegel zu diesem Zeitpunkt schon sehr beachtlich war), desto größer wurde mein Selbstbewusstsein. Er schien tief getroffen zu sein, als ich ihn fragte, warum er noch immer genau so eine Wurst sei, wie er es vor schon zwei Jahren war. Wie es sein kann, dass einer mit so breiter, stolzer Brust durch die Weltgeschichte stolziert, aber dann einfach nicht in der Lage ist, mal drei klare Sätze zu formulieren? Wie einer seine harten Worte nur über die Lippen bringt, wenn er sich hinter einer Email verstecken kann, aber von Angesicht zu Angesicht gerade mal zum Wackelpudding taugt? Und je mehr er körperlich zusammensackte, desto mehr richtete sich meine Wirbelsäule auf. Was für ein unglaublich gutes, lang nicht mehr erlebtes Gefühl! Ich lache noch heute!

Meine Freunde, die dieses Spektakel bezeugen durften, waren sich natürlich letztendlich alle einig, dass es sich bei dem Männlein um einen unglaublichen Schwätzer handelt. Und sie haben damit vermutlich extrem recht. Andererseits muss ich gestehen, dass ich ihn sich ziemlich lange habe erklären lassen. Und es kam dabei so einiges über seine Lippen, das ich dann doch nicht mehr erwartet hätte. Ich lachte ziemlich laut auf, als er behauptete, sein Herz wäre damals gebrochen gewesen und er habe zum ersten Mal seit langem wieder geweint. Warum hat er bitte geweint? Womit sollte ich ihn bitte verletzt haben? Er beteuerte einen großen Fehler gemacht zu haben und als ich ihn damit konfrontierte, was er mir damals alles um die Ohren geworfen hat, schämte er sich sehr für seine Worte. Er hätte nach mir nie wieder eine so tolle und seelenverwandte Frau getroffen. Eigentlich müssten wir jetzt knutschend auf einer Bank sitzen. Er wünschte so sehr, ich würde ihn nicht mehr hassen und er könnte noch einmal von vorn anfangen. Ich sagte ihm, dass ich ihn nicht hasse. Ein derart inniges Gefühl könne ich für ihn gar nicht erübrigen. Und wieder sackte er zusammen. Aber das hielt ihn nicht davon ab, mir Komplimente zu machen.
Es soll Frauen geben, die Männer nicht mehr ernst nehmen können, wenn ein Mann vor ihnen im Staub kriecht. Das hat berechtigte Gründe. Aber wenn man nur selten Komplimente von Männern hört, die einem mal gefallen haben, oder gefallen könnten, oder in gewissen Punkten passen könnten, und wenn man sich jahrelang mit einem einsamen Herzen durch die Weltgeschichte schlägt, dann läuft man schnell Gefahr, dass diese Komplimente auf fruchtbaren Boden fallen. Also war ich jetzt erstmal damit beschäftigt, mich innerlich zu wappnen. Wie könnte ich mich jemals wieder auf einen Mann einlassen, der mir mal das Gefühl gegeben hat, äußerlich eher abstoßend zu sein? Auch wenn er diese Aussage jetzt noch so sehr revidiert.

Es gab eine Situation in der ich in Decken eingehüllt am Lagerfeuer stand. Da die Decken in diversen Lagen um meinen Körper drapiert waren, würde ich es nicht beschwören wollen, aber ich bin mir dennoch sicher, dass er auf einem Stuhl neben mir sitzend, eine sehr lange Zeit lang meinen Rücken gestreichelt hat. Äußerlich ließ ich mir das nicht anmerken und würdigte ihn währenddessen keines Blickes, innerlich wünschte ich mir, dass exakt diese Situation von anderen Umständen begleitet wäre. Es war fünf Uhr morgens, als er vor anderen Partygästen, die uns nicht kannten, behauptete, er wäre mein Freund. Ein „Ja, klaaaaaar!“ und stark verdehte Augen waren meine Antwort.

Ich hab ihn den ganzen Abend mit einer derart kalten Schulter abgewiesen, dass nun er derjenige sein mag, der verletzt in seinem Kämmerlein hockt. Ich sollte mich freuen! Ich sollte weiter lachen und mein neu erworbenes Selbstbewusstsein stolz durch die Gegend tragen. Und irgendwie tue ich das auch. Es gibt da ein inneres Gefühl, dass mir sagt, dass man mir so schnell nichts mehr anhaben kann. Es gibt da ein Gefühl, dass viel mehr in mehr steckt, als ich je von mir erwarte hätte.
Aber es fühlt sich auch an wie ein Déjà-Vú. Ein Déjà-Vú vieler verpasster Chancen und vieler, vieler Männer, die mich einst schroff abgebügelt oder ersetzt haben und Jahre später wieder auftauchen und ihre verpasste Chance mir gegenüber bedauern. Dann, wenn alles bereits zerstört ist. Wie ein roter Faden zieht sich das durch mein Leben. Ich könnte locker 15 derartige Geschichten erzählen. Sogar mein Exfreund taucht just in diesen Tagen mit ganz ähnlichen Tendenzen wieder auf. Nur ist diese Geschichte die erste, in der ich die Chance nutzte, die kalte Schulte Jahre später zu erwidern. Ich sollte richtig glücklich sein!

Warum nur bin ich es nicht?

Moderne Rebellen

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Es gibt diese Tage, da komme ich trotz aller guten Vorsätze einfach nicht ins Bett. Dann bin ich akribisch mit Dingen beschäftigt, die ich unbedingt noch fertig kriegen möchte. Oft vergesse ich darüber einfach die Zeit und muss dann irgendwann erschrocken feststellen, dass es schon weit nach Mitternacht ist und ich eigentlich schon seit 2 Stunden schlafen sollte.

So auch Sonntagabend. Ich war damit beschäftigt meine ca. 500 Hörbücher und Hörspiele zu katalogisieren, zwischendurch noch duschen, Haare fönen, Katzenklo reinigen, usw.
Gegen viertel nach zwölf war ich dann endlich der Meinung alles Wichtige für den Tag erledigt zu haben. Ich stand gerade Zähne putzend im Bad, als aus dem Wohnzimmer altbekannte und lang nicht gehörte Töne zu mir drangen. Im WDR hatte zwischendurch der „Rockpalast“ angefangen und es dauerte ein paar Sekunden bis mir klar wurde, dass diese Töne von der Band „Wizo“ stammten. Noch im Bad stehend ging ich davon aus, dass man alte Archivaufnahmen rausgekramt hatte. Doch Pustekuchen! Als ich ins Wohnzimmer trat, stellte ich fest, dass Konzertmitschnitte des diesjährigen „Area 4“-Festivals gezeigt wurden. Es war mir völlig entgangen, dass Wizo gerade ein Comeback gefeiert hatten, und als dieser Sound jetzt wieder an meine Ohren drang, überschlugen sich meine Gedanken und Gefühle. Erinnerungen an rebellische Jugendtage stiegen in mein Bewusstsein, in denen man um jeden Preis anders sein, sich von der Masse und vor allem von den „spießigen“ Eltern abheben wollte. Punk war dafür seit seiner Erfindung ein besonders hilfreiches Stilmittel.

Wollte man es grob einteilen, so gab es auf unserem Schulhof zwei Lager. Die, die die Backstreet Boys und die, die Rock- und Punkmusik hörten. Die Alben „UUAARGH“ und „Herrenhandtasche“ von Wizo erfreuten sich in letzterem Lager eine Zeit lang besonderer Beliebtheit. So auch bei mir, denn ich gehörte natürlich ins Punkrock-Lager. Is ja klar!
Wizo und Konsorten schienen alle Ideale mit Füßen zu treten, die unseren Lehrern und Eltern heilig waren. Sie waren unangepasst, unflätig in ihrer Ausdrucksweise, schissen auf die Gesellschaft, die Politik und den Staat und sangen teils von Hass und Gewalt. Intolerant war Punk allerdings nie. Wenn jemandem Hass und Gewalt entgegen geschleudert wurde, dann traf es in erster Linie die Na.zi-Schweine. Auch in Bezug auf die unterschiedlichsten sexuellen Gesinnungen, waren die Punker oft toleranter, als es sogar unsere Eltern damals noch waren.

(Ich bin schwul, ich bin jüdisch
und ein Kommunist dazu
Ich bin schwarz und behindert,
doch genauso Mensch wie du
Ich bin hochintelligent
und doch so doof wie Sauerkraut
Ich bin schön, ich bin hässlich,
ich bin fett und gut gebaut
Es gibt nichts –
nichts was dich besser macht als mich
denn auch du hast deine Fehler,
deine Fehler so wie ich
und die Fehler sind nix falsches,
sie gehören zu dir und mir
und wenn du’s nicht auf die Reihe kriegst
kann niemand was dafür

Du bist einer von Milliarden
und das musst du akzeptier’n.
Du bist einer von Milliarden Ärschen auf der Welt )

Zugegebenermaßen waren die Botschaften aber damals eher zweitrangig. Es ging darum, dass die Musik Krach war, dass Worte wie „Ficken“, „Scheiße“, „Arsch“ gegrölt wurden und unsere Erziehungsberechtigten die Hände über dem Kopf zusammenschlugen.

Seitdem sind ein paar Jahre vergangen, unsere Ziele, Ideale und Wertvorstellungen haben sich verändert. Die Rebellen von damals sind heute längst selbst zu Spießern geworden. Der größte Teil von uns steht jeden Morgen in der Früh auf und geht einer geregelten Arbeit nach, wir planen Familien oder haben längst welche (außer man ist Ich!). Wir drücken uns gewählter aus, legen Wert auf einen gewissen Bildungsstand und sind wesentlich erfolgsorientierter, als wir es noch in der Schule waren.

Während ich das Konzert im TV verfolge, denke ich kurz darüber nach wer eigentlich das Publikum ist. Mein Gott, wie die Leute im Publikum abgehen! Mit Sicherheit stehen da noch einige Jungs und Mädels meiner Generation in der Menge, aber viele sind 16, 17 Jahre alt. So alt wie wir damals. Die meisten von denen wissen doch gar nicht mehr wer Wizo ist. Die Hochzeiten dieser Band endeten vor ungefähr zehn Jahren, da hatte dieses Publikum gerade die Grundschule abgeschlossen. Ob denen wohl klar ist, wen sie sich da gerade ansehen?
Mir ist es klar, und ich werde bei aller Freude und den Glücksgefühlen, die die Bässe in meine Adern und meinen Bauch hämmern plötzlich wehmütig.

Wie gern würde ich selbst da unten in der Menge stehen. Wie gern wäre ich noch mal rebellisch und unangepasst. Mein Puls steigt rasant, als ich diese Circle Pits und Moshpits sehe. Warum gehe ich eigentlich nicht mehr solche Konzerte? Weil ich zu alt bin? Weil ich die Musik nicht mehr mag? Michtnichten. Mir fehlt einfach die passende Begleitung. Wenn ich mich in meinem Freundeskreis umschaue, sind die weichgespülten Chartsfanatiker eindeutig in der Überzahl. Ich gebe gern zu, dass Sigur Rós und Tina Dico heute auch öfter mal auf meinem virtuellen Plattenteller rotieren, aber Rock- und Punkmusik lösen in mir noch immer die Begeisterung von damals aus.

Nur mein innerer Rebell scheint gestorben zu sein. Ich habe den Moment nicht mitbekommen in dem ich plötzlich die Kraftanstrengungen aufgab, die es erforderte, um gegen den Strom zu schwimmen. Längst lasse ich mich treiben und schwimme Flussabwärts, um am Ende in der gleichen Suppe zu landen wie alle anderen. Ich möchte noch einmal rebellisch sein, anders sein, dagegen sein. Noch einmal meinen Schuh in der moshenden Menge verlieren.

Und dann kam der Moment, der mir die Augen öffnete. Zwischen zwei Liedern trat Sänger Axel Kurth an den Rand der Bühne. Er sagte, es sei ihm wichtig zu vermitteln, dass Wizo auch eine Botschaft habe. Es gäbe natürlich Songs über Hass und Gewalt, aber das worauf es wirklich im Leben ankäme, das was wirklich cool sei, wäre Liebe und Freundschaft. Er möge zwar im nächsten Lied davon singen, dass er seiner Freundin den Kopf abschlagen will, aber eigentliche handele das Lied vorrangig von Freundschaft.  Haha, witzig, hab ich in Anbetracht des Textes von „Gute Freunde“ gedacht:

(Du, wir können doch gute Freunde bleiben, hat sie zu mir gesagt
Darauf hätt‘ ich ihr am liebsten ihren Schädel abgehackt
Du, wir können doch gute Freunde bleiben, war ihr Angebot
Und ich frage mich noch heute: Warum schlug ich sie nicht tot?)

Aber es scheint, dass selbst die Jungs von Wizo erwachsen geworden sind. Natürlich war dieser Song schon immer ironisch gemeint, aber heute können sie die Songs von damals nicht mehr unkommentiert spielen, ihre Texte von heute sind reflektierter, erwachsener und haben wahrscheinlich wirklich eine Botschaft.

Heute geistern Sido und Bushido durch die Charts. Sie sind nun für Songs über Hass und Gewalt zuständig. Die Frauenverachtung ist heute ein zusätzlicher Aspekt. Wizo halten mit ihrem neuen Song „Königin“ dagegen, der davon handelt, wie man seine Freundin, oder auch seinen Freund, wirklich behandeln sollte. Doch es ist ja nicht allein eine Frage von Musik. Man muss nur den Fernseher anschalten. Religionskriege, Selbstmordattentate, Bürgerunruhen, Krawalltalkshows, Rassenkonflikte, Armut und Hungersnöte, die der westlichen Wohlstandsgesellschaft schon längst am Arsch vorbei gehen, bestimmen unsere Nachrichten. Hass und Gewalt ist heute überall um uns herum. Man muss dafür eigentlich gar keine Nachrichten schauen. Es reicht oft schon sich umzusehen. Umzingelt von Nachbarschaftskriegen, Intoleranz und Diskussionsunfähigkeit sind Liebe und Freundschaft plötzlich zu raren Gütern geworden.In meiner Schulzeit war „Friede. Freude. Eierkuchen.“ gefühlsduselig und somit peinlich. Zumindest aus Sicht der damaligen Punks sind heute eher die peinlich, die jetzt auf Gangsta machen und es geil finden, wenn sie sich in ihren Ghettos gegenseitig die Zähne ausschlagen.

Heute sind die Rebellen die, die Liebe und Freundschaft für die wichtigste Grundlage zwischenmenschlicher Beziehungen halten. Man steht damit auf der anderen Seite. Mit Sicherheit sind wir damit dem Wunsch unserer Eltern und Lehrer wieder näher, aber gesamtgesellschaftlich ist Liebe eine rebellische Forderung. So gesehen hat sich für mich eigentlich doch nichts geändert. Ich habe mich weiterentwickelt und bin dadurch automatisch ein Rebell geblieben.

Tag 9: Das erste Buch, das ich je gelesen habe

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Wenn ich ehrlich bin habe ich nicht die geringste Ahnung.
Was mir das Erinnern so schwer macht ist die Tatsache, dass ich schon unzählige Bücher besaß, lange bevor ich überhaupt lesen konnte. Ich hatte das große Glück eine Mama zu haben, die sich allabendlich an mein Bett setzte und mir Bücher und Geschichten vorlas. Laut ihrer Aussage waren das erste was ich las Litfaßsäulen und Plakatwände. Aber welches meiner vielen Bücher ich zuerst in die Hand nahm, als ich des Lesens endlich mächtig war, kann ich nicht mehr sagen. Wie an anderer Stelle erwähnt, nahm ich mir sehr schnell „Der Herr der Ringe“ vor, kaum dass ich ich richtig lesen konnte, aber davor gab es schon auch leichtere Kost fürs Hirn.

Aber ich kann grob auflisten, welche Bücher unter meinen ersten waren.
Da waren natürlich die wunderbaren Bücher von Janosch, hunderte von kleinen Pixibüchern, Märchenbücher aller couleur, Der Struwwelpeter, ein Sandmännchenbuch mit 365 kurzen Geschichtchen, Lieder- und Gedichtbücher, Jim Knopf, Ronja Räubertochter, Das Sams, Der kleine Prinz uvm. Viele diese Bücher (speziell die Kurzgeschichten) konnte ich auswendig, bevor ich sie selber lesen konnte.

Vielleicht ist es traurig, dass ich mich nicht an das erste Buch erinnern kann. Man sollte meinen, es wäre eine elementare Erinnerung, ein Meilenstein des Lebens. Aber eigentlich ist das heute nicht mehr wichtig. Wichtig ist nur, dass ich Eltern hatte, die meine Liebe zum gedruckten Wort schon sehr früh entfacht haben und mich zu einer Leseratte werden ließen. Mein Vater, seines Zeichens diplomierter Bücherwurm, brachte mir viele Bücher aus dem Buchclub mit, meine Mama, ihres Zeiches diplomierte Vorleserin und Rückekraulerin, las sie mir vor.
Das Ergebnis bin ich: Diplomierte Wortliebhaberin und sich-den-Rücken-kraulen-Lasserin! (31 Tage – 31 Bücher)

Tag 8: Ein Buch, das mich an einen Ort erinnert

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Die Spinne in der Yucca-Palme
Rolf Wilhelm Brednich
1990

Dieses Buch, ebenso wie „Das Huhn mit dem Gipsbein“, „Die Maus im Jumbo-Jet“ und „Die Ratte am Strohhalm“, erinnert mich an mein Zelt in meinem Garten!

Meine Freundin Jessica aus der Nachbarschaft, besaß all diese Bücher, in denen die witzigsten, gruseligsten, ekeligsten und traurigsten urbanen Legenden unser Zeit gesammelt sind. Sie, Benny (ein weiterer Junge aus der Nachbarschaft) und ich, schliefen in den Sommerferien grundsätzlich nicht in unseren Betten, sondern in einem Zelt in einem unserer Gärten. Wenn man es genau nimmt, schliefen wir eigentlich nie. Wir streiften mit Taschenlampen durch die Nacht, saßen im Mondschein auf meiner Schaukel oder, wenn wir uns nicht gerade Ja-Nein-Irrelevant-Rätsel stellten, erzählten uns die ganze Nacht lang Gruselgeschichten. Oft stammten die Geschichten aus eben diesem Buch. Da ich vier Jahre jünger als Jessica und Benny bin, verstanden die zwei sich hervorragend darauf, mir ordentlich Angst einzujagen.

Heute besitze ich die Bücher selber und erkenne die Geschichten darin als das, was sie sind: nichts weiter als Legenden! Zum Lachen oder Ekeln bringen sie mich noch immer, ängstigen tun sie mich nicht mehr. Aber sie erinnern mich, an den Geruch in meinem Zelt, an Sommergewitter, an unseren Garten und den schönsten Sommer meines bisherigen Lebens! (31 Tage – 31 Bücher)

Zurück zum Alltag

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Was für eine Farce.
Ich weiß noch nicht, ob ich traurig, wütend oder enttäuscht sein soll.  Ich weiß nur, es war schlecht, schlecht, schlecht! Es ist ein schwacher Trost, dass am Anfang niemand geglaubt hätte, dass wir überhaupt so weit kommen würden. Immerhin 3 Spiele lang hat Deutschland doch wieder euphorisch ans Finale geglaubt. Da sitzt die jähe Enttäuschung tief. Noch blöder ist es für mich. Ich habe zwar immer kräftig die Daumen gedrückt, aber tief in mir drin, habe ich 5 Spiele lang nicht an die Jungs geglaubt. Ich habe immer mit dem WM-Aus gerechnet. Ehrlich gesagt hätte ich das sogar ziemlich gut verkraften können. Aber dann lieferten Jogis Jungs so tollen Fußball ab, dass ich gestern voll und ganz an den Sieg geglaubt habe. Es war mir auch nicht mehr egal. Ich wollte ihn! Diesen Sieg! Dieses Spiel gegen Holland. Jetzt muss ich, müssen wir alle, uns wohl mit dem vierten Platz abfinden. Glück für den jungen Burschen im Spanien-Trikot, der mir gestern (nach dem Spiel) einsam und allein, aber seine Klingel malträtierend, auf seinem Fahrrad entgegenkam!!

Wirklich traurig ist vor allem, dass jetzt der Alltag zurückkehrt. Jetzt grüßen wir auf der Straße wieder nur die Menschen, die wir kennen. Jedes Lächeln ringen wir uns mühsam ab und vom „in-den-Armen-liegen“ kann schon gar keine Rede mehr sein. Wo ich am Samstag noch mit Fremden feixen konnte, muss ich heute wieder schön die Klappe halten. Gesenkten Hauptes, die deutschflaggenfarbige Kriegsbemalung noch im Gesicht, kam ich gestern Nacht heim. Vor meinem Haus standen zwei Paare mittleren Alters und mittleren Humors mit ihren Fahrrädern, die Flaggen noch am Lenker baumelnd und in ein angeregtes Gespräch vertieft. Als ich sie passierte, rief ich ihnen lächelnd und auf die Fahnen deutend zu: „Na, die müssen Sie jetzt aber Halbmast flaggen!“ Ich erhielt die völlig genervte, fast schon angeekelte Reaktion: „Hä? Wat? Jaja!“ Besonders die Damen fühlten sich durch meinen kurzen Einwurf wohl stark in ihrer öffentlich gelebten Privatsphäre gestört. Das bekam ich aber nur noch hinter meinem Rücken mit, als man sich mit gesenkter Stimme, aber hoch erhobener Nase die Frage stellte: „Was wollte diiiee denn?“, „Was sollte denn das?“ Endstand im Spiel „Jeder-für-sich“ vs. „Alle-für-einen“: 1:0

Das sind die kleinen Auswirkungen, die aber bald nicht mehr auffallen werden, weil wir ja grundsätzlich an diese Zustände gewöhnt sind. Mehr Sorgen macht mir die Vorstellung, dass ca. 40% der Leute, die gestern noch laut „Ööööözil“, „Boaaaaateng“, Cacaaaaauuuuuuu“ und „Poldiiiiiiiiiii“ gerufen haben, morgen wieder den Satz „Scheiß Ausländer“ in ihren Wortschatz integrieren, alle Polen für Autodiebe halten, alle Türken für Knoblauchfresser und überhaupt alle Nichtdeutschen für Sozialschmarotzer. Ginge es nach mir, ich würde mir wünschen, dass die Euphorie noch ein paar Tage anhielte und die Rückkehr zu solchen Stammtischparolen sich noch ganz viel Zeit ließe.

Was das reine Fußballturnier angeht, habe ich schon einen kleinen Rettungsplan erstellt. Zumindest für uns Frauen. Wir sollten uns im nächsten Jahr alle zusammen tun, unsere Autos mit Fahnen schmücken, gröhlen, singen, tanzen, feiern, uns fürchterlich lieb haben, euphorisch sein und uns irgendwo public treffen und gemeinsam viewen… wie die Frauen wieder einmal Fußballweltmeisterinnen werden! Da gäbe es nämlich endlich mal einen Grund zu feiern! Bei unseren Mädels wird die Euphorie immerhin am Ende belohnt! So soll es sein.

In Bezug auf gestern sind meine Tränchen langsam getrocknet, denn als ich heute Morgen erwachte, fiel mir plötzlich wieder ein: „Hey, ich bin ja gar kein Fußballfan!“ Puh…. nochmal Glück gehabt!

Tag 7: Ein Buch, das mich an jemanden erinnert

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Dolly
Enid Blyton (& diverse Ghostwriterinnen)
1946-1951 (und später)

Maika war in der Grundschule meine allerbeste Freundin. Wir haben alles miteinander gemacht: Lachen, singen, Rad fahren, im Wald rumstreunern, Barbie spielen. Maika war die Mittlere von 3 Schwestern und ich habe sie oft um ihr tolles familiäres Gefüge beneidet. Sie war sehr schlau, konnte wunderschön malen und lernte Geige zu spielen. Wer uns von außen beobachtete, musste zwangsläufig der Meinung sein, dass sie das brave, gut erzogene Mädchen und ich der freche Wildfang war. Nicht nur unsere Lehrer haben sich das ein oder andere Mal gefragt, was uns bloß verbindet. Aber wir waren unzertrennlich und Maika wurde unterschätzt. Sie hatte es nicht weniger faustdick hinter den Ohren als ich. Sie kaschierte es nur besser.

Wir wurden auseinandergerissen, als sie aufs Gymnasium wechselte und ich auf die Realschule. Wie das immer so ist, schläft der Kontakt irgendwann ein. Trotzdem denke ich an jedem 13. Oktober an sie, ihrem Geburtstag. Dank StudiVZ haben wir uns vor drei Jahren wiedergefunden und vor zwei Jahren haben wir uns getroffen, was erst gar nicht so leicht zu bewerkstelligen war, weil sie in einer weit-wecken Stadt studiert(e). Aber unser Wiedersehen war großartig. Wir haben viel gelacht und schwelgten in den schönsten Kindheitserinnerungen. Mir wurde wieder klar, warum ich sie als Kind so geliebt hatte. Wir nahmen uns vor, uns nicht wieder so schnell aus den Augen zu verlieren, aber dennoch ist dieses Treffen jetzt zwei Jahre her und wir haben uns quasi wieder verloren. In diesem Moment wird mir klar, wie erbarmungslos die Zeit davon rennt, und dass ich sie auf dem schnellsten Wege kontaktieren sollte. Sie ist so wunderbar!

Nun zum Buch. Maika und ich haben immer viel gelesen, meist auch die gleichen Bücher. Sie war es, die mich mit ihrer Liebe für Enid Blyton ansteckte. „Hanni und Nanni“ waren bei mir nie so der Renner, aber „Fünf Freunde“, „Geheimnis um…“, „Lissy“, Die „Abenteuer“-Serie, und vor allem „Dolly“. Ich habe „Dolly“ verschlungen. Ich las die wirklich dicken Sammelbände, bestehend aus je drei Bänden, jeweils innerhalb von 3-4 Tagen, was ich rückblickend für eine Grundschülerin sehr beachtlich finde. Ich liebte die Bücher und ihre Protagonistin Dolly so sehr, dass ich sie selbst in der 7. Klasse noch las.
Für alle, denen „Dolly“ kein Begriff ist: Die Geschichten erzählen von Dollys Leben in dem Internat „Burg Möwenfels“. Beginnend bei ihrer Einschulung und endend mit ihrer Hochzeit, erzählen die Bücher eine halbe Lebensgeschichte. Von Kindertagen und Flausen im Kopf ausgehend, liest man sich weiter durch ihre Pubertätswirrungen, Intrigen, erste Lieben und sehr starke Freundschaften, über ihren Eintritt ins Berufsleben, ihrer Hochzeit, und den ersten Kindern, bis sie letztendlich selbst Direktorin von Burg Möwenfels wird. Parallel dazu verfolgt man die Entwicklung Dollys kleiner Schwester, ebenfalls bis zum Erwachsenenalter.
Natürlich sind die „Dolly“-Bücher nicht nur bedingungslos toll, sondern für heutige Verhältnisse auch arg kritikwürdig. Enid Blyton schuf sehr viele Stereotype, auf die sie auch in ihren anderen Büchern immer wieder zurückgriff. Amerikanerinnen sind z.B. immer oberflächlich und auf ihr Aussehen bedacht, Französinnen hitzig und temperamentvoll, Blondinen sind immer unsportlich. Auch werden in ihren Büchern oft die Schwächeren und die, die nicht mithalten können, ausgegrenzt, ausgelacht und ernten Spott und Häme. Enid Blyton kritisiert ein solches Verhalten auch nicht. Wir würden das heute Mobbing nennen, aber die Bücher entstanden zwischen den Jahren 1946 und 1951, in denen Mobbing nicht unbedingt ein gesellschaftliches Problem darstellte. Eher ein kleiner Kritikpunkt ist, dass die deutsche Übersetzung, was die Eindeutschung sämtlicher Namen und Ortsbezeichnungen einschließt, aus meiner erwachsenen Sicht, eher gruselig ist.
Ab Band 7, das kann man auch ziemlich gut erkennen, findet ein Umbruch in den Geschichten statt, denn nach Enid Blytons Tod wurde die Reihe von deutschen Autorinnen (unter dem Namen Enid Blyton) weitergeführt. Und das immerhin bis Band 18!! Der größte Teil der gesamten Reihe ist also von einer deutschen Mentalität beeinflusst. Doch die Atmosphäre, den inneren Geist der Dolly-Geschichten, konnten die Ghostwriterinnen wunderbar erhalten und weiterspinnen. Ich liebte jeden einzelnen Band!

Maika und ich lebten oft in einem Enid-Blyton-Kosmos. In unserer Phantasie gingen wir auch auf ein Internat und wir hatten gemeinsame imaginäre Freundinnen, die ihre Namen aus Enid-Blyton-Büchern hatten. Auch unsere Barbie-Puppen hatten ihre Namen und ihre erlebten Abenteuer oft Enid Blyton zu verdanken. Nur der Geschlechtsverkehr, den sie untereinander hatten, stammte dann doch aus unseren eigenen Hirnen. 😉

Wann immer ich heute eines meiner „Dolly“-Bücher in Händen halte, oder eines in einer Bücherei sehe, muss ich an Maika denken! Meine wunderbarste Grundschulfreundin! (31 Tage – 31 Bücher)

Stell Dir vor es ist Frieden, aber niemand macht mit…

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Da ich immer gerne informiert bin, studiere ich mehrfach am Tag die Schlagzeilen der Onlinemedien. Unter anderem folgende Artikel stolperten dabei in den letzten Tagen in meine Wahrnehmung:

  • Mann tötet Frau und Kinder, bevor er sich das Leben nimmt
  • Berühmte Berliner Jugendrichterin nimmt sich das Leben
  • Polizistin erhängt ihre Kinder und sich selbst
  • Mann sticht zehn Mal auf seine Freundin ein, setzt sich dann ohne Helm auf sein Krad und fährt in verkehrter Richtung auf die A3. Er rammt frontal einen Lkw, wird dabei geköpft, sein Körper in den angrenzenden Wald geschleudert.
  • Polizist verursacht tötlichen Frontalunfall. Er und die entgegenkommende Fahrerin sind sofort tot. In seinem Kofferraum findet die Polizei die Leiche seiner Ehefrau.
  • Mann richtet zwei Italiener per Kopfschuss in einer Kneipe hin, nachdem man sich über die Fußballweltmeisterschaft gestritten hatte.
  • Weiterer Kindesmissbrauch innerhalb der katholischen Kirche aufgedeckt.
  • Jugendliche schlagen älteren Herrn krankenhausreif
  • Mord / Vergewaltigung / Ehedramen / Totschlag / Brennende Autos / Mobbing / Suizid / Krise / Drama / Machtkampf / Gewalt….

Nachdem ich heute mal wieder einige solcher Artikel gelesen hatte, rutschte mir der lapidare Ausdruck „Die Menschen sind doch alle bekloppt!“ über die Lippen. Doch dann begann ich darüber nachzudenken und stellte schnell fest, dass das natürlich weder die Ursache, noch die Begründung für all die Dramatik ist. Aber wie zerstört, wie verletzt und wie sehr aus den Angel gehoben, müssen ein Herz, eine Seele und vor allem ein Geist sein, um solcher Taten fähig zu werden? Sind Menschen schon immer, zu allen Zeiten, so massiv psychisch verrutscht, oder ist es ein Phänomen der Neuzeit? Inwiefern ist das ein modernes gesellschaftliches Problem?

Um es auf den Punkt zu bringen: Unsere Gesellschaft ist am Arsch! Man muss sich nur mal in seinem direkten Umfeld umschauen. Am besten dann, wenn nicht gerade alle im WM-Freudentaumel versunken sind. Wie gehen wir Menschen heutzutage miteinander um? Auch wir, die wir uns für gute, wenn nicht gar bessere Menschen halten? Wir lächeln einander nicht mehr zu. Wir grüßen einander nur, wenn wir uns besonders gut kennen. Es gibt kein offenes Ohr, kein wachsames Auge, keine helfende Hand. Wir haben das Gespür für Sorgen, Nöte und Bedürfnisse unserer Mitmenschen verloren. Wir rempeln uns im Supermarkt an und entschuldigen uns nicht.
Wir sind im Dauerstress. Auf der Autobahn ereilen uns regelmäßig halbe Herzattacken, weil wieder jemand hinter uns fährt, der uns massiv drängelt und nötigt, weil es ihm nur um sich geht, und ihm die Angst des Vordermannes scheißegal ist. Eine Stunde später ärgern wir uns an der Supermarktkasse über die Oma, die drei Minuten lang ihr Kleingeld zählt. Wenn es um das spärlich angebotene günstigste Teil im Media-Markt geht, schrecken wir nicht davor zurück, auch mal Schwächere zu schubsen. Durch die Liebe und Zuneigung eines Mitmenschen, fühlen wir uns schon lang nicht mehr geschmeichelt, wenn er nicht perfekt ist. Perfekt schön. Perfekt reich. Perfekt klug. Perfekt talentiert. Perfekt gebaut.
Wir legen uns wegen Nichtigkeiten mit den Nachbarn an. -Du musst den Vorgarten harken. – Nein, Du musst!, statt es selber zu tun, wenn wir meinen, es müsste geharkt werden. Denen, die am Boden liegen, helfen wir nicht auf, wir benutzen ihre Schultern als Trittleitern für unser eigenes Emporkommen. Wir sind zu Egoisten mit Ellbogenmentalität geworden! Wer stärker ist, will auch stärker bleiben. Bloß nicht die Kraft an den Schwachen verschwenden. Wer reich ist, will reich bleiben. Teilen wäre da kontraproduktiv. Es herrscht Krieg!

Und welchen Anteil daran tragen die Medien, das Fernsehen? Zeigen sie ein Abbild unserer Gesellschaft, oder sind wir zum Abbild unseres Fernsehprogramms geworden? Uns wird vorgegaukelt jeder Hartz4-Empfänger wäre faul und asozial. Wir glauben das! Wer nichts wird, wird Scripted-Reality-Star. Die Ausländer nehmen uns angeblich unsere Jobs weg. Wenn Du in der Schule schlecht warst, reicht die Bereitschaft sich von RTL einen Schlampenlebenslauf aufdrücken zu lassen und schon bist Du Superstar!
Du musst schön, perfekt und spindeldürr sein. Wer nicht schön sein will, muss leiden! Ich frage mich, ob all die Frauen, die ich kürzlich bei „Exclusiv – Die Reportage“ sah, auch ohne die Beeinflussung der Medien eines Morgens im Bett hochgeschreckt wären, verfolgt und beherrscht von dem Gedanken, die eigene Muschi ist zu hässlich für diese Welt. An welchem Tag wurde Schamlippenliftig wichtiger als Umgangsformen? Oder liegt es daran, dass uns die Moral in die Hose gerutscht ist?
Erniedrigungs-TV und Peinlichkeitswettbewerbe sind die Quotenrenner unseres alltäglichen Flimmerkistenkonsums. Wir zeigen mit den Fingern auf fremde Leute und lachen laut! Wir schämen uns lieber fremd, als unbedarfte Menschen vor sich selbst zu schützen. Und die dümmsten Bauern kriegen die dickste Narumol.

Auch Zeitung lesen ist nicht besser, wenn wir nicht endlich anfangen zu reflektieren. Aber der Mensch ist nicht glücklich, wenn niemand eine Sau durchs Dorf hetzt. Wer in Zeiten des Sommerlochs auch dem sechsten gesichteten Krokodil in Ruhr und Wupper noch Glauben schenken will, der muss sich zum Glück nur selbst an die Stirn fassen. Aber wenn in der Bild-Zeitung großformatige Fotos von Menschen gezeigt werden, die fett mit den Worten „Kinderficker“ übertitelt sind, die sich dann später als absolut unschuldig erweisen, dann werden Existenzen zerstört. Drei Wochen später kann Bild dann vom nächsten Geisterfahrer berichten und das gleiche Foto noch einmal verwenden.
Wenn irgendwo Menschen zu Opfern von Missbrauch und Vergewaltigung werden, gibt es keine Scheu mehr Namen und Fotos der Betroffenen zu veröffentlichen. Wozu brauchen wir Opferschutz, wenn wir Mitleid heucheln können? Ob das Familien zerstören, oder gar die Seelen der Opfer noch weiter zertrümmern könnte, ist für unseren weiteren Lebensweg ja nicht mehr wichtig.

Es herrscht Krieg! Überall! Die, die hilfesuchend und verzweifelt nach oben blicken, finden keine Führung, keinen Wegweiser mehr. Politikverdrossenheit ist ein fast zu mildes Wort. Die Politiker sind korrupt, machtversessen, geldgeil und undemokratisch. Keinem geht es mehr um das Volk! „Die da oben denken nur noch an sich!“ Bürokratie, hohe Steuern, Ungerechtigkeit und Ausbeutung wohin das Auge blickt. Die Armen werden ärmer, die Reichen werden reicher. Der kleine Mann, begeht Suizid!
Wer früher angefangen hätte zu beten, tritt heute aus der Kirche aus, weil die Vertrauensmänner, Seelsorger und Gottesbrüder jetzt unsere Kinder betatschen.

Wir haben Moral, Ethik, Umgangsformen, Werte und gegenseitigen Respekt mit Füßen getreten. Führung und Leitung scheint es nicht mehr zu geben. Jeder kämpft für sich! Jeder kämpft allein! Wir sind die Rinder, besessen vom Wahn! Es herrscht Krieg!

Ob ich mich wohl noch einmal wundern werde, wenn ich morgen wieder die Zeitung aufschlage, oder GoogleNews lese? Oder wird mich einfach nur das ungute Gefühle beschleichen, in den Spiegel unserer Gesellschaft zu schauen?  Schäme ich mich, oder habe ich Angst ein Teil von ihr zu sein?
Die Menschen der oben wiedergegebenen Schlagzeilen, hatten sicher mehr zu erleiden, als nur die kalte Faust der Gesellschaft. Sicher gab es noch mehr Faktoren. Noch schlimmere Umstände. Schwerwiegende psychische Erkrankungen. Vielleicht! Vielleicht, aber auch nicht! Vielleicht begann ihr persönliches Leid auch einfach an einem Tag, an dem sie auf der Autobahn bedrängt wurden. Oder geächtet, weil sie nicht schön genug waren. Oder an dem Tag, an dem sie ihren Job verloren. Und vielleicht griffen sie zum Messer, als ihre hilfesuchenden Hände zum x-ten Mal ins Leere griffen!

Wir leben nicht im Irak, nicht in Afghanistan, nicht im Kosovo, nicht in Israel, nicht in Korea.
Wir leben in Deutschland!
Es herrscht Frieden, aber niemand macht mit…

Himmel und Hölle

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Hölle:

  • In der letzten Woche habe ich Eier gekauft. Ich gehe davon aus, dass die Küken in den nächsten 2-3 Tagen schlüpfen werden. Die 50 Grad Celsius, die meine Dachgeschoss-Wohnung derzeit in einen Brutkasten verwandeln, machen eine Henne überflüssig.
  • Mein Fernseher hat in der Hitze überraschend seinen Geist aufgegeben. Gut, dass man Fußball derzeit an jeder Ecke gucken kann, bzw. sich bei sämtlichen Bekannten einladen kann, sonst hätte ich ein massives Problem. Aber wer verrät mir jetzt mal, wie ich ohne die Simpsons und Two and a half Men überleben soll?
  • Die Nachbarn feiern Polterabend. Netterweise wurden alle umliegenden Anwohner schon in der letzten Woche mit Briefkasteneinwürfen auf den erhöhten Lärmpegel hingewiesen und um Verständnis gebeten. Leider endete mein Verständnis vor zwei Stunden. Seitdem höre ich ausschließlich „Ein Stern, der deinen Namen trägt“, „Love is in the Air“, Chris Roberts, Jürgen Drews, Wolle Petry, sämtliche Schlager der 70er, sowie Hits der 80er. Ich wusste gar nicht, dass Josef und Narumol in meiner Stadt heiraten, aber wenn deren DJ da unten nicht Inka Bause heißt, dann ist unser Hund Arbeitgeberpräsident! Ist das alles gruselig! Noch gruseliger ist allerdings, dass auch meine Familie das für die „ideale Partymusik“ hält und mir schwant Übles. Ey Leute, wissta wat? Sollte mich nomma irgendwann einer wollen, dann lassen wa dat mit dem Polterabend. Ich mach nur die weißes-Kleid-Nummer und organisiere mir dafür eine Band. Nix mit Partymucke von vor hundert Jahren. Kommt damit klar, oder bleibt zu Hause. Danke!

Himmel:

  • Die Abkühlung, die der Gartenschlauch von meinem Papa mehrmals täglich bietet.
  • Der Geruch von Regen an einem heißen Sommertag und die Luftveränderung, die er mit sich bringt. Es gibt nichts was schöner riechen würde, oder sich besser anfühlen könnte.
  • Völlig bescheuert albern sein und sich vor Lachen einfach nicht mehr einkriegen!
  • Deutschland besiegt Argentinien 4:0 ! Auf der Straße liegen sich fremde Menschen freudentränend in den Armen, man jubelt einander zu und lächelt sich an. Alle sind glücklich, hupen wild, schwenken Fahnen. Kinder glauben Gott gesehen zu haben (nicht nur dessen Hand)! Hachz, würde es doch nur immer so menscheln zwischen uns!!

Erkenntnis des Tages

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Ich war im Irrtum.

Mein Lebensweg verlangt nicht von mir, die eine große Sache zu finden, die mein Glück bedeuten könnte, um mir daraus einen Mount Everest zu bauen.

Vielmehr ist es meine Bestimmung, mir aus den vielen kleinen Steinchen, die mich glücklich und zufrieden machen, ein großes Lebensglücksmosaik zu erschaffen.

Mein Schatz, ich geh jetzt Eise kaufen…

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Wie schön kann doch das Leben sein: Feiertag, Brückentag, Sonnenschein, strahlend blauer Himmel und über 25°. Wie lange haben wir alle darauf gewartet? Die letzten beiden Tage habe ich in vollen Zügen genossen und freue mich auf die beiden, die jetzt noch kommen.

Höhepunkte aus zwei Tagen:

Kleine Grand-Prix Nachlese: Ich hatte ja in meinem Beitrag über den letzten Samstag geschrieben, dass ich mir arge Sorgen um die Moderation beim ESC in Deutschland mache. Mittlerweile habe ich das einzig in Frage kommende Moderations-Duo gefunden und bin gespannt, ob der NDR das genauso sehen wird. Ich folge dem Vorschlag von Lukas und Stefan (Oslog.tv), dass für den männlichen Part nur Hape Kerkeling in Frage kommt. Er spricht die nötigen Fremdsprachen, ist witzig, kann sich selber aber auch zurücknehmen und ist überhaupt immer ein Garant für gute Unterhaltung. Die vorgeschlagene Kim Fisher kommt für mich allerdings nicht in Betracht. Meine Mum und meine Cousine haben eine Frau ins Spiel gebracht, die ich schon gar nicht mehr auf dem Schirm hatte, jedoch eine absolut geeignete Wahl ist: Désirée Nosbusch! Die Frau spricht 6 Sprachen fließend und akzentfrei, hat schon früher den Grand-Prix und andere Musiksendungen moderiert und ist ungemein sympathisch! Lassen wir uns überraschen, ob der NDR meinem Ideal folgen wird.

Inwiefern das jetzt ein Höhepunkt des Wochenendes ist? Noch gar nicht. Der Höhepunkt ist der gefasste Plan. Wenn man schon, wie ich, 20 Jahre lang den Grand Prix verfolgt und endlich und zum ersten Mal (in meiner Lebenszeit) gewonnen hat, was macht man dann wohl, wenn die Veranstaltung ins eigene Land kommt? Richtig! Man fährt hin! Und so haben Huck und ich beschlossen, sofern es sich halbwegs bezahlen lässt, wie die Löwen um Karten zu kämpfen und im nächsten Jahr die Veranstaltung nicht mehr nur im TV zu verfolgen! Allein beim Gedanken daran, schlägt mein Herz schon Purzelbäume.

Und sonst?
– Mein Bruder und seine Freundin haben sich zwei Kater angeschafft. Leider wohnen die beiden in Bremen und es wird lange dauern, bis ich die zwei Tiger zu Gesicht bekomme. Großartig ist allerdings die Namenswahl:
Sie heißen Twister und Silence!! (Silence, I’ll kill you!) Phänomenal! Wer es noch nicht kennt, unbedingt ansehen!

– Meine Schwester hingegen, hat die Familie auf meine Kosten erheitert, aber zum Glück kann ich ja über mich selber lachen. Auf die Frage, woher denn meine lange Narbe über dem Knöchel stamme, antwortete ich, dass ich mir kürzlich beim Rasieren über sieben cm die oberen 3-4 Hautschichten abgehobelt hätte. „Beim Rasieren???“ Meine Schwester: „Ja, sie wollte sich die Achseln rasieren und hat unten angefangen!“ Hahahahah… SILENCE! I’ll kill you!!!

Davon abgesehen habe ich, wie wahrscheinlich alle, einfach in der Sonne gesessen, Eise gegessen, Vitamin A, D, E, oder was die Sonne sonst so hergibt, getankt und heute die Family in den Wald begleitet.
„Häuptling kleiner Pudel“ brauchte seinen täglichen Auslauf.  Schön war’s!