Schlagwort-Archive: Gedanken

Torfköpfe

Standard

Mit geschlossenen Augen geht ihr durch die Welt.
Ihr seid blind für das, was sie zu bieten hat und womit sie euch bereichert. Ihr habt keinen Sinn für ihre Schönheit.
Ihr seht nicht, ihr hört nicht, ihr fühlt nicht.

Ihr habt kein Gefühl für die Schönheit von Worten und Sprache. Ein Gedicht berührt euch nicht. Stattdessen reißt ihr kindische Zoten über das Wort „Busen“.
Wenn ihr ein Lied hört, kommt seine Botschaft nie bei euch an. Die Genialität einer Komposition verlangt euch keinen Respekt ab. Eine Geige erreicht niemals euer Herz, aber ein elektronischer Beat wird erträglich mit der richtigen Pille.

In einem Insekt seht ihr ein Ungeziefer, habt aber kein Auge für die Schönheit seiner Schöpfung. Jeder Vogel, jedes Reptil, sogar eine menschliche Hand ist mit einer Perfektion konstruiert, vor der ihr schon lange keine Ehrfurcht mehr habt.
Es ist für euch kein Wunder mehr, wenn die Abendsonne einen grauen Felsen in leuchtendes Rot taucht, wenn ihr einen seltenen Blick auf einen Marienkäfer erhaschen könnt, der gerade eine Blattlaus verspeist.

Ihr habt den Planeten erobert, Wälder gerodet, Flüsse verlegt oder ausgetrocknet, Straßen gebaut und ihr wundert und beschwert euch, wenn Tiere in eure Gärten und Häuser eindringen, weil ihr sie ihrer Lebensräume beraubt habt. Ihr müsst noch das letzte Vogelnest unter Eurer Dachrinne demontieren. Ihr glaubt, die Welt gehört euch allein. Ihr teilt nichts mit niemanden!

Ihr seht nichts, wenn ihr durch ein Teleskop auf die Sterne schaut, ihr hört nicht das Rauschen des Meeres, ihr fühlt nicht den Wind auf eurer Haut.

Ihr lacht über Fürze und reißt unflätige Witze. Ihr ergötzt euch am Leid anderer. Ihr streckt eure Hände nicht aus um Ärmeren oder Schwächeren zu helfen. Ihr habt kein offenes Ohr für das Leid und den Schmerz anderer. Nichts geht euch etwas an. Ihr hört keine Unter- und Zwischentöne, nicht Freude oder Leid in einer Stimme. Kein Zittern, kein Beben.

Ihr vögelt, aber ihr liebt nicht! Ihr schlaft, aber ihr träumt nicht! Ihr esst, aber ihr schmeckt nicht! Ihr trennt euch, aber ihr bindet euch nicht! Ihr reist, aber ihr kommt niemals irgendwo an!

Was ihr lest, wenn ihr lest, und im Fernsehen seht, nehmt ihr widerstandslos hin. Ihr hinterfragt nicht. Ihr seid zu müde zum denken oder gar auf die Barrikaden zu gehen. Ihr schlaft im Laufen ein. Im Denken auch!
Ihr seid egoistisch. Ihr seid einsam und merkt es nicht.

Ihr kauft, was billig ist, auch wenn andere dafür verhungern müssen. Ihr habt keine netten Worte, kein Lächeln für andere. Ihr mäkelt und moppert und meckert und überdramatisiert, wenn es keinen Grund gibt. Gibt es einen, fallt ihr ins geistige Koma.
Ihr seid Sozialautisten und Gefühlslegastheniker. Ihr wisst nicht was Empathie bedeutet. Ihr habt Logorrhoe und tourettiert über Menschen, die anders sind. Ihr erwartet Perfektion und seid selbst unvollkommen.

Ihr beleidigt und ekelt euch vor schwulen Männern und wollt abends eurer Freundin am liebsten an den Arsch. Ihr seid genervt von Kindern und alten Menschen, denn ihr vergesst, dass ihr Kinder wart und alt sein werdet.
Ihr seid käuflich, aber nicht spendabel. Oberflächlich. Ohne Tiefgang.

Ihr wollt verhätschelt und vertätschelt und gefragt werden, wie es euch geht, doch andere fragt ihr nie danach. Ihr habt was gegen sämtliche Ausländer, doch habt ihr zu eurer eigenen Nationalität nichts beigetragen. Ihr habt Vorurteile über Vorurteile, passt selbst aber am besten in eine Schublade.

Euer Herz ist kalt, eure Arme geschlossen, euer Blick kurzsichtig und getrübt.
Mit geschlossenen Augen geht ihr durch die Welt.
Ich mag euch nicht, IHR TORFKÖPFE!!

Advertisements

Unvorstellbare Dimensionen

Standard

Ich bin eine absolute mathematische Nulpe. Ich habe keinerlei Gespür für Zahlen. Kein Gefühl dafür, wie groß oder klein ein gewisser Geldbetrag ist, oder dafür, ob eine bestimmte Anzahl an Jahren eher lang oder kurz ist. Natürlich besitze ich einen gewissen subjektiven Sinn für diese Dinge, aber grundsätzlich sind Zahlen für mich böhmische Dörfer. Genaugenommen beherrsche ich nicht einmal das Ein mal Eins so gut, wie man es eigentlich können sollte. Und ich bin Kauffrau. Witzig, oder?

Aber es gibt zahlentechnische Dimensionen, die so gewaltig sind, dass sie sich nicht einmal ein durchschnittlich mathematisch begabter Mensch vorstellen kann.
Erst gestern haben wir im Büro diskutiert, was wir wohl mit dem 21 Mio. Lottogewinn gemacht hätten. Zunächst klang der Betrag noch relativ schnell aufbrauchbar, aber als wir uns Gedanken darüber machten, dass das monatlich 30.000 € an Zinsen bedeuten würde, kamen wir doch recht schnell an den Rand unserer persönlichen Vorstellungskräfte.
Heute morgen wurde mein Hirn noch weiter strapaziert. Unser Betrieb nahm kürzlich Reparaturarbeiten an der zweitgrößten Privatyacht der Welt vor. Sie gehört dem Sultan von Oman und ist 155 Meter lang (man sagte mir, das sei seeeehr lang). In Millionärskreisen ist der Besitz einer Yacht das Nonplusultra und es gilt die Faustregel „mindestens 1 Mio. USD pro Meter“. Als ich mir dann noch anschaute, was der Sultan sonst noch alles so besitzt (siehe hier), stockte mir der Atem. So viel Geld ist einfach nicht mehr vorstellbar.

Eigentlich will ich aber auf eine ganz andere Dimension hinaus, die ebenso wenig vorstellbar ist. So unvorstellbar, dass sich mir der Magen umdreht. Im Zuge der aktuellen Castor-Proteste klärte mich das Radio heute über folgenden Umstand auf:
Wir haben in den letzten Jahren eine dermaßen große Menge an Atommüll produziert, dass es 40.000 GENERATIONEN lang dauern wird, bis sich der in Gorleben oder sonstwo gelagerte Müll endgültig abgebaut hat. Wir reden nicht von 40.000 Jahren, sondern von Generationen! Wer sich das genauso wenig vorstellen kann wie ich, der möge sich kurz vor Augen halten, dass der Beginn unserer Zeitrechnung, also die Zeit um Christi Geburt, gerade einmal 80 Generationen zurück liegt. 40.000 zukünftige Generationen müssen sich mit diesem Abfall rumplagen. Das ist aber noch das kleinste Problem, denn wie macht man unseren Urururururenkeln klar, welch Ei wir da in ihrer Erde versteckt haben? Wie verhindert man, dass Gorleben und die anderen Endlager in Vergessenheit geraten und zukünftige Generationen an besagten Stellen auf die Idee kommen nach Öl oder anderen Bodenschätzen zu suchen?
Wer glaubt, man könne das Wissen um die Endlager weitervererben, der irrt gewaltig. Es ist kaum 200 Jahre her, dass der Mensch es geschafft hat, die ägyptischen Hieroglyphen zu entziffern. Aber seit es die Hieroglyphen gibt, lebten immer Menschen in Ägypten, von denen Jahrhunderte lang auch niemand mehr wusste, wie diese zu lesen sind.
Schon in 20 Generationen, also in ca.  600 Jahren wird es auf der Erde völlig andere Technologien geben, völlig andere Sicherheitsbestimmungen, völlig neue Probleme, die zu beseitigen sein werden. Niemand wird die Menschen vor den Atommüll-Endlagern warnen können. Unser Wissen um dieses Problem wird langsam aber sicher mit uns aussterben.

40.000 Generationen! Aber wenn alles gut geht fliegt uns dieser Laden, den wir Erde nennen, hoffentlich schon sehr viel früher um die Ohren.

Hören ist Silber, sehen ist Gold

Standard

Ich habe etwas neues über mich gelernt. Ich H A S S E es, ein Geräusch zu hören und seine Ursache nicht sehen zu können! Wirklich. Das macht mich rasend. Grundsätzlich bin ich ein auditiver Mensch, dem das Visuelle eigentlich nicht so wichtig ist. Ich liebe das „Hören“. Doch dann fiel mir auf, dass gewisse Geräusche unbedingt ein Bild erfordern.

Es fing damit an, dass man es freitags und samstags abends in den Sommermonaten häufig in der Nachbarschaft knallen hörte. Es dauerte eine Zeit lang, bis ich begriff, dass es sich dabei um ein Feuerwerk handelte. Als ich das wusste, war ich von dem Geräusch erst recht genervt, denn ich liebe Feuerwerk, konnte es aber nur hören, nicht sehen. Das Nachbarhaus stand immer im Weg. Noch mehr ärgerte es mich, dass ich keine Erklärung dafür finden konnte, warum jemand im Sommer in meiner Nachbarschaft regelmäßig ein Feuerwerk veranstaltet. Irgendwann meinte meine Mutter mal, dass es vom Restaurant in der Nähe käme und damit Hochzeits- und Geburtstagsfeiern vergrandiosiert würden. Gut und schön, da ich es aber noch immer nicht sehen kann, nervt es auch noch immer. Ich werde dabei umtriebig, will dabei sein, will was sehen.

Eine weitere Sache ist die, dass nachts gelegentlich Leute über unsere Straße laufen, die sich, trotz unchristlicher Uhrzeiten, unbedingt lautstark unterhalten bzw. rumgrölen müssen.  Kann ich auch nicht ab! Nicht, weil ich mich belästigt fühlen würde, oder es mich vom Schlafen abhalten könnte. Meinetwegen kann morgens um drei eine Polkakapelle über die Straße schwadronieren. Wenn ich schlafe, schlafe ich. Aber ich hasse es wach zu sein, die Leute auf der Straße zu hören, sie aber nirgends sehen zu können. Entweder macht es mir Angst, dass sie durchdrehen und mein Auto ramponieren könnten (alles schon vorgekommen), oder ich ärgere mich, weil sie, aus welchen Gründen auch immer, die Nacht genießen können, während ich zum Einschlafen gezwungen werde, weil ich arbeiten muss. Könnte ich sie wenigstens sehen, wüsste ich, dass das nicht die Leute sind, deren Gesellschaft ich gern hätte. Aber so… Grmpf!

Heute Nacht aber wurde ich endgültig davon überzeugt, dass es nichts Schlimmeres für mich gibt, als einen Geräuscheverursacher nicht sehen zu können. Ich wohne jetzt seit 8 Jahren direkt am Wald. Wunderschön! Seit 8 Jahren hoffe ich, dass ich irgendwann mal eine Eule oder einen Uhu in diesem Wald zu sehen oder hören bekomme. Ständig behauptet jemand, dass es sie dort gäbe, aber an Beweisen hat es bisher gemangelt. Heute Nacht liege ich im Bett und lese mein Buch, als ich plötzlich zum ersten Mal, aber laut und ganz deutlich, ein langgezogenes „Huhuuuu“ vernehmen kann. Ungefähr zehn Minuten lang, mal ganz nah, dann wieder weiter weg. 8 Jahre lang nichts als Amseln und Drosseln, und dann plötzlich dieses laute Geheul! Wunderschön war das! Ich hätte vor Freude einen Luftsprung machen können, hätte ich das Tier nur sehen können. Verdammt! Ich will was seeeeeeeeehen! Außerdem bin ich immer noch nicht sicher, ob es jetzt eine Eule oder ein Uhu war. Klang ja eher nach Uhu, aber die ziehen das letzte U nie so lange, sondern sind eher kurz und abgehackt, oder? Wer mir helfen kann, möge sich melden!

(Ähnlich ging es mir in diesem Jahr schon etliche Male im Garten meines Chefs. Jeden Vormittag singt hier die Nachtigall die schönsten Lieder aller Zeiten, aber gesehen hab ich sie natürlich noch nie! Wie können diese Vögel es wagen, alle Welt mit ihrem Getriller auf sich aufmerksam zu machen und gleichzeitig im Busch zu hocken, um uns insgeheim die Zunge rauszustrecken?)

Irgendwann gab dann auch meine Uhukauzeule Ruhe. Endlich. Denn damit verschwand dann auch der unerfüllbare Drang sie sehen zu wollen.
Erleichtert wollte ich mich wieder meinem Buch zuwenden, da fing ein anderer Vogel an. „Joooook. Joooook. Jooooook.“ Och nööööö. Ich überlegte kurz, ob das jetzt vielleicht die Ankündigung der Apokalypse sein könnte. Erst der Eulenuhu, dann das! „Jooook!“ Ganz hoch, ganz schrill, ganz laut. So wie eine knarzende Tür oder der Beginn eines Babyschreies. Im Abstand von drei Sekunden und das fast eine viertel Stunde lang. Da ich zu keiner anderen Lösung gelangen konnte, habe ich beschlossen, dass es wohl ein AV gewesen sein muss. Ein Arschlochvogel.

Ich hab es dann auch irgendwann nicht mehr ausgehalten. Fenster zu, Drei-Fragezeichen-Kassette an und damit den Vogel übertönen.
Zu der wunderschönen Stimme von Andreas Fröhlich wollte ich glücklich beseelt einschlafen. Bis mir einfiel, wie scheiße ich das finde, dass ich Andreas immer nur hören, aber nie sehen kann…

Proof of Life

Standard

Jetzt wird es aber wirklich langsam Zeit, dass ich mich endlich wieder zu Wort melde.
Mögen alle, die schon geglaubt haben ich wäre rücklings vom Stuhl gepurzelt, beruhigt sein. Es geht mir gut. Mir geht es sogar besser denn je.

Ich befinde mich seit anderthalb Wochen im Urlaub. Das betrifft wohl in erster Linie meinen Geist und führt hier zu getippter Stille. Scheinbar befand ich mich im Irrtum, als ich glaubte, ihr würdet Euch freuen, nicht ständig von meinen geistigen Ergüssen aus Eurer Feierabendlethargie gerissen zu werden. Reiche mal einer meinem Markus einen Beatmungsschlauch!

Zwar genieße ich diese gelebte Prokrastination, aber abschalten kann ich dennoch nicht so richtig. Es verhält sich folgendermaßen: Von meiner Mum habe ich das Gen geerbt, immer alles was ansteht S O F O R T erledigen zu müssen. Gleichzeitig erbte ich allerdings von meinem Papa die Eigenschaft, erst einmal alles aufschieben zu können.
Das Ergebnis ist, dass ich alles sofort erledigen WILL, es dann aber doch besser erst einmal lasse, was zu ekelhaften Gewissensbissen mir selbst gegenüber führt. Nein, ich möchte das nicht in einem Stuhlkreis ausdiskutieren.

Die letzten Wochen haben mich zwei Sachen auf jeden Fall gelehrt:
1. Fange niemals eine Blogserie an. Du hälst dem Druck, den Du dir selber setzt niemals stand!
(Zwar denke ich, dass ich die letzten Buchbesprechungen noch nachreichen werde, weiß aber auch, dass ich sowas nicht mehr machen werde. Projekt gescheitert!)
2. Lasse los was Du Dir wünscht und dessen Erfüllung fliegt Dir in die Arme!

Aber jetzt mal der Reihe nach.
Ich hab einen neuen Job gefunden. Genauer gesagt, hat der Job mich gefunden. Zwar hatte ich mir schon länger gewünscht, bald einen guten Job in einer größeren Firma mit vielen Kollegen zu finden, aber dass es so schnell gehen könnte, daran hatte ich nun wirklich nicht geglaubt. An dieser Stelle möchte ich gerne den schlampigen Mitarbeiten des örtlichen Arbeitsamtes meinen herzlichsten Dank aussprechen, dass sie es in sieben Monaten nicht geschafft haben, mein Stellengesuch aus ihrem System zu löschen, was dazu führte, dass ein renommierter deutscher Stahlbauer nun mich gefunden hat. Prokrastination zahlt sich eben doch aus.
Meine Urlaubszeit begann also erstmal mit einem Vorstellungsgespräch, einem Probetag und dem schweren Gang zu meinem derzeitigen Chef. Aber hart wie Kruppstahl habe ich sogar die Kündigung durchgezogen. Ist natürlich Nonsens. Nichts hätte mir schwerer fallen könne. Aber er hat so sehr menschliche Größe bewiesen, als er mir zu der Chance gratulierte und sich für mich freute, dass es ihm kaum je zu danken sein wird. Er ist einfach ein wunderbarer Mensch!

Nach all dem Trubel wollte ich dann aber wirklich mal abschalten. Abgesehen von ein paar Stunden, die ich mit einem Buch oder einem Sudoku auf der Couch verbrachte, ist mir das aber noch nicht gelungen. Jetzt hab ich schließlich mal die Zeit tagelang die Wohnung zu putzen, sage und schreibe 8 Maschinen Wäsche in drei Tagen zu waschen, die ganze Wäsche zu falten und einzusortieren, aufzuräumen, Akten zu sortieren usw. Uff! Wie ätzend! Mum, ich liebe Dich, aber diese Gene hätte ich nun wirklich nicht gebraucht.

Jetzt ist fast alles fertig und es steht nur noch eine einzige Pflicht in meinem Urlaub an. Sie muss dringend erledigt werden, aber ich tu mich seltsamerweise schwer damit.
Wer mich kennt, der weiß, dass ich mich derzeit um ein Ehrenamt bemühe. Obwohl ich für dieses Jahr meine Chancen schon abgeschrieben hatte, weil ich mit meiner „Bewerbung“ viel zu spät daherkam, hab ich nun doch noch eine sehr vielversprechende Chance erhalten. Ich hatte ein tolles Erstgespräch und bin nun in einer Auswahlgruppe, aus welcher sich die geeignetsten „Bewerber“ im September herauskristallisieren sollen. Im Erstgespräch musste ich diverse persönliche Dinge über mich und mein Leben berichten. Das war kein Problem. Doch bis zum 10. August muss ich diese Dinge nun auch schriftlich eingereicht haben. Auch das wäre kein Problem, wenn ich mich nicht gerade mit einer Schreibblockade herumschlagen würde. Herr, bitte lass ganz schnell Inspiration vom Himmel regnen!

Bis es soweit ist, nutze ich die Zeit mich noch ein wenig darüber zu ärgern, dass es VOR meinem Urlaub täglich über 30 Grad hatte, während ich mich in meinem gesamten Urlaub mit Regen und Kälte herumschlagen muss. Es ist JEDES Jahr das Gleiche. Zum Glück verdiene ich bald endlich ordentlich. Im nächsten Urlaub geht es in den Süden! So! Ach nee, erstmal wird umgezogen. Jippieh!
Meine Pläne sind also buchstäblich ins Wasser gefallen. Mein wichtigster Plan (mit Huck in den Hochseilklettergarten zu gehen) scheint sich aus Zeitgründen nicht umsetzen zu lassen, ein neues Waisending hab ich auch noch nicht aufspüren können, die 40 Anrufe die ich erledigen wollte hab ich bisher noch nicht geschafft und in Berlin bin ich auch nicht gewesen. Ab heute hab ich noch genau eine Woche Urlaub. Ich hoffe, ich kriege noch einen Teil meiner Pläne auf die Reihe und kann noch ein ganz klein wenig abschalten!

Stay Tuned!

Synapsen-Autobahn, letzte Ausfahrt (2)

Standard
  1. Ich liebe diese Tage voller Sonnenschein und wonnig guter Laue, an denen ich durchgehend singen und tanzen könnte. Aber es ist furchtbar, wenn man dann im Büro hockt, wo man nicht singen und nicht tanzen kann.
  2. Ist euch mal aufgefallen, wie diskriminierend es ist, ein weibliches Nutztier zu sein? Du wirst ständig als Gebärmaschine missbraucht. Dann werden dir deine Babys geklaut, um gefressen zu werden. Oder man vergast deinen männlichen Nachwuchs, weil er später als Gebärmaschine ja nicht zu gebrauchen ist. Wahlweise schließt man deine Brüste auch regelmäßig an eine Maschine an, um ihr die Milch auszusaugen, die eigentlich für dein Baby bestimmt gewesen wäre, hätte man es dir nicht entrissen, um es zu fressen. Wir brauchen einen Kämpfer für die Emanzipation der Tiere.
  3. Wie blöd, dass Südafrika aus der WM ausgeschieden ist. Ich werde die dauernden  „Tshabalala“-Rufe sehr vermissen, die ich ständig als Jubelschreie des Kommentators missinterpretiert habe!
  4. Es dauert nicht mehr lang, bis ich vollständige Autarkie erreicht habe. Mir fällt so langsam nicht mehr viel ein, für das ich noch einen Mann „brauchen“ würde. Nach acht Jahren die ich jetzt alleine lebe, gibt es kaum noch etwas, das ich nicht selber könnte (Na guuut, von einer Sache mal abgesehen). Gestern habe ich sogar meinen Rechner formatiert und ihn auch vollständig wiederhergestellt. Warum? Um das zu retten, was ein Mann einst verdarb. (Jetzt kann ich endlich wieder meinen iPod synchronisieren und anfangen meine Synchronsprecher-Datenbank wiederherzustellen. Maahaann, ich will jetzt tanzen!) Wenn ich mir jetzt noch selbst den Rücken kraulen könnte, wäre ich ein menschliches Perpetuum Mobile.
  5. Umfrage: Angenommen, ich würde ein Live-Hörspiel schreiben, wozu würdet ihr mir raten? Was lustiges, was gruseliges, was verrücktes, was dramatisches, was trauriges?
  6. Wer mag mir meinen Traum von letzter Nacht interpretieren? Mein „Traummann“ (dessen Identität ich hier nicht lüften werde), steht plötzlich vor meiner Tür, betritt meine Wohnung (war nicht meine echte) und will auch nicht mehr gehen. Ich will ihm unbedingt gefallen, weiß aber nicht, wie ich das bewerkstelligen soll, weil ich im Schlafanzug da sitze, Zähne nicht geputzt, Haare zerzaust, ungeschminkt. Eine Gelegenheit diesen furchtbaren Zustand zu ändern gibt es nicht, weil er mich unentwegt zuquatscht (was eigentlich gut ist, da ich besonders seine Stimme liebe ;). Nebenbei wirft mein Kater, wie ein Salamander in Not, seinen Schwanz ab. Hr. Doktor, ist da noch was zu retten?
  7. Ich brauche unbedingt Lesenachschub, aber ich habe Angst, dass ich Konkurs anmelden muss, wenn ich wieder die Mayersche betrete.
  8. Wenn man 5 Tage lang an einer halbseitigen Kurzgeschichte arbeitet, sollte man dann den Wunsch ein Buch zu schreiben besser über Bord werfen?
  9. Woran merkt man, dass man in einem bescheuerten Kleinstadtkaff wohnt? Weder die VHS noch andere Einrichtungen, bieten Kurse für „Schwedisch“ oder „Kreatives Schreiben“ an. Jävla skiit!
  10. Und weil ich hier nicht singen und tanzen kann, bitte ich Euch, es für mich zu übernehmen. Hier mein Lieblingshit des diesjährigen Grand-Prix, der es leider nicht bis ins Finale geschafft hat, der bei mir aber momentan auf Heavy-Rotation läuft!

PS: Neue Waisendinger sind in Arbeit!!

Erkenntnis des Tages

Standard

Ich war im Irrtum.

Mein Lebensweg verlangt nicht von mir, die eine große Sache zu finden, die mein Glück bedeuten könnte, um mir daraus einen Mount Everest zu bauen.

Vielmehr ist es meine Bestimmung, mir aus den vielen kleinen Steinchen, die mich glücklich und zufrieden machen, ein großes Lebensglücksmosaik zu erschaffen.

Synapsen-Autobahn, letzte Ausfahrt (1)

Standard
    1. Warum wachsen Gänseblümchen eigentlich immer in Inseln? 
    2. Warum sind die Listen der „meistgelesenen“ und „am schnellsten wachsenden Blogs“, sowie der „Top-Beiträge“ auf WordPress eigentlich meistens von rechten Vollidioten dominiert?
    3. Ist es nicht falsch, wenn jedermann Ei-Dechse sagt, statt Eid-Echse. Immerhin handelt es sich um eine Echse und nicht um eine Dechse? Und welchen Eid hat sie denn eigentlich geschworen?
    4. Mir fehlt massiv die Lust wieder Musical zu spielen. Wirft man mir das eigentlich vor?
    5. Wann, werde ich, endlich di,e Kommasetzung, begreifen,?
    6. Gehört beim Kauf einer motorisierten Lingam-Verlängerung das Arschlochzertifikat eigentlich zur Grundausstattung?
    7. Darf ich mich jetzt endlich darüber ärgern, dass mein drömmeliger Exfreund mit einer schlampigen Datensicherung, das Herzstück meiner Synchronsprecher-Datenbank für immer zerstört hat? Über 500 Stimmproben völlig umsonst in dreijähriger Sisyphusarbeit aus Filmen herausgeschnitten… *heul*
    8. Auf dem Land arbeiten ist doch scheiße. Da sieht man auf dem Arbeitsweg nämlich nicht nur überfahrene Hasen, sondern auch drei Mal in der Woche überfahrene Katzen. Davon muss ich doch weinen…
    9. Ich freue mich nach wie vor über Kommentare von „letzten Cowboys“, „großen Hasen“ und „ollen Christbäumen“! Das ist nicht nur ein Tummelplatz für junge Leute!
    10. Hatte der Hersteller meines überteuerten Föns, nicht die paar Cent über, um ein „Kabel-dreht-sich-mit-damit-es-sich-nicht-verheddert“-Dingsbums einzubauen? Oder lachen die sich heimlich ins Fäustchen, wenn der Käufer irgendwann beim Fönen mit der Wange an den Kacheln hängt, weil das Kabel täglich kürzer wird?
    11. Könnten sich bitte auch die restlichen 7 von 9 Verkäuferinnen bei meinem Bäcker endlich mal merken, dass ich KEINE TOMATE AUF MEINEM BRÖTCHEN haben will? Maaaaaaaaah…
    12. Kann mir mal endlich jemand das Wasser reichen?

      Soulsun

      Standard

      Manchmal ist es schon seltsam, was so ein paar Sonnenstrahlen mit einem anrichten können. Wenn man einen schier endlosen Winter hinter sich hat, dann sind die ersten Tage die 20 Grad hervorbringen wie eine Erweckung, eine Wiedergeburt. Dann kann es in Deinem Leben 100 Mosaiksteine an Dingen geben die Dir gerade nicht passen, mit denen Du rumkrebst oder die Dich traurig machen. Aber dann kommen drei warme Sonnenstrahlen durch die Wolken und sie erwärmen erst Deine Haut und dann Deine Seele. Plötzlich hat man einfach gute Laune. Mir ging es jedenfalls die letzten zwei Tage so. Und dann ist es mir auch egal, wenn die Menschen im Auto an der Ampel neben mir, mich verständnislos ansehen, weil ich laut singend im Auto sitze. Ich bin dann einfach ganz bei mir. Und so glücklich, dass mich die Meinung der anderen nicht besonders interessiert.

      Das ist übrigens auch eine schöne Metapher. Wenn Du eine Lebensphase hinter dir hast, oder auch mittendrin steckst, die Dir vorkommt wie sieben Jahre Winter, Regen, Herbststurm, dann können zwei sonnige Tage gewaltig was in Dir ausrichten….

      Ich wünsche mir SONNE….