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Ironie des Schicksals

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Eine meiner liebsten Freundinnen sitzt jetzt wahrscheinlich auf dem Sofa, mit ihrem nagelneuen Diamantring am Finger, gekuschelt in den Arm ihres zukünftigen Ehemannes.

Ich sitze allein auf dem Sofa mit der Tiefkühlpizza, deren Packung mir mit einem eindrucksvollen Foto den Gewinn eines diamantenen Trau(m)rings verheißt.

There will come a time, you’ll see

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Es gibt immer wieder Menschen in meinem Leben, die mir gerne einreden möchten, dass es gar nicht so schlimm wäre Single zu sein. Schließlich hätte man alle Freiheiten zu tun und zu lassen was man will, zu leben wie man will und zu lieben wen man will. Kein Streit und keine Auseinandersetzung über unsinnige Kleinigkeiten und keine Notwenigkeit über irgendetwas Rechenschaft abzulegen. Das mag alles sein, aber in den letzten Wochen stolpere ich unentwegt über die Nachteile.

Lassen wir mal beiseite, dass man sich oft einsam fühlt, niemanden zum Anlehnen hat, im Freundeskreis oft das fünfte Rad am Wagen ist, es einem an Geborgenheit mangelt und, ich sag es mal ganz platt, auch gewisse Bedürfnisse nicht befriedigt werden. Es hat tatsächlich auch ganz praktische Nachteile.

Es fing in der Woche zwischen Weihnachten und Neujahr an. Seit dem 23. Dezember hatte ich mein Auto nicht mehr bewegt und es irgendwo am Straßenrand abgestellt, glücklich in den aufgehäuften Schneebergen überhaupt noch einen Parkplatz gefunden zu haben. Danach hatte ich es tagelang nicht benutzt, lief zu Fuß oder ließ mich abholen. Am 30. Dezember brauchte ich dann aber doch mal wieder mein Auto. Leider hatte Frau Holle zwischendurch Überstunden geschoben und natürlich war es jetzt völlig eingeschneit und vor allem festgefroren. Als ich es nach ungefähr 20 Minuten endlich geschafft hatte den Schnee vom Auto zu schaffen und die dicke Eisschicht von den Scheiben zu kratzen, wagte ich den ersten Versuch, das Auto zu bewegen. Keine Chance! Gerade einmal ein paar Zentimeter kam ich vorwärts, dann war wieder Schluss. Wirklich rausschaukeln konnte ich den Wagen auch nicht, da direkt hinter mir jemand geparkt hatte. Aber ich gab nicht auf, trat auf’s Gas und kurbelte um mein Leben, was nur zu gewaltiger Rauchentwicklung und einem furchtbaren Gestank führte. Also raus aus dem Auto und Reifen ausbuddeln. In Ermangelung eines passenden Werkzeuges ging das nur auf Knien und mit den Händen. Rein ins Auto, drei Zentimeter vor, raus aus dem Auto, Eis zertreten, weiter graben. Das wiederholte sich diverse Male.
Mittlerweile war ich 25 Minuten damit beschäftigt und den Tränen nahe, als der Wagen doch noch einen Satz vorwärts machte, jetzt quer in der engen Straße stand und sich wieder nicht bewegte. Ich betete zum Himmel, dass jetzt kein Auto von hinten kommen möge, denn er würde nicht an mir vorbei fahren können. Natürlich kam genau in dem Moment ein fetter BMW an. Glaubt mal nicht, dass da jemand ausgestiegen wäre um zu helfen. Also kurbelte ich weiter, trat mit voller Aggression immer wieder auf’s Gas und war letztendlich tatsächlich frei. Alles in allem dauerte der Vorgang eine Stunde!
An der Supermarktkasse fragte ich mich, was meine Mama oder meine Freundin in dieser Situation getan hätten? Sie wären natürlich in die Wohnung gegangen und hätten ihren Freund um Hilfe gebeten, der sie dann ritterlich gerettet hätte. Ich muss sowas allein hinkriegen. Jeden noch so schweren Einkauf muss ich allein in die dritte Etage schleppen, darf aber nicht jammern, weil mir jeder erzählt, dann solle ich halt drei- oder viermal laufen. Jeden Nagel muss ich allein in die Wand schlagen. Jeden Plan muss ich allein in die Tat umsetzen. Jedes Essen, das ich koche muss ich allein essen. Jede Entrümpelung muss ich allein durchführen und allein die schweren Müllsäcke zur Müllkippe fahren. Natürlich bin ich stolz darauf, so selbstständig zu sein, aber irgendwann fängt man an, darin keinen Segen, sondern einen Fluch zu sehen. Und als mir das klar wurde, musste ich plötzlich an der Supermarktkasse und umgeben von Menschen mit den Tränen ringen.

Diese Woche hatte ich einen Termin bei meiner Bausparkasse. Und wieder einmal kam mein Berater nicht umhin mir zu empfehlen zu „riestern“. Im Gegenteil, es gäbe ja jetzt noch den verbesserten „Wohnriester“. „Also wenn sie mal Eigentum wollen, sollten Sie jetzt anfangen…“ Wenn ich mal Eigentum will? Woher soll ich wissen, ob ich irgendwann mal Eigentum will? Wie soll ich überhaupt irgendwas planen? Wie kann ich jetzt wissen, ob es besser ist für eine eventuelle Familie, oder doch besser ganz egoistisch nur fürs Alter zu sparen? Wie kann ich jetzt wissen, ob ich nicht irgendwann nach Timbuktu ziehe, weil dort der Mann meines Lebens wohnt, oder doch auf ewig allein in einer kleinen Wohnung hause? Heute würde ich natürlich nur für mich vorsorgen und dementsprechend mein Geld anlegen. Was aber, wenn in zwei Jahren ein Mann meinen Weg kreuzt und all mein „überflüssiges“ Geld bereits in irgendwelche Altersfonds wandert und für eine gemeinsame Zukunft nichts mehr zum Sparen übrig ist?
Dieses Jahr werde ich, komme was wolle, endlich aus meinem Wohnklo ausziehen und mir eine nette Wohnung mit Balkon suchen, alle Möbel wegschmeißen und mich komplett neu einrichten. Was aber wenn ein Jahr später ein netter Mann auftaucht und wir gemeinsam ganz woanders hinziehen wollen? Dann schmeiß ich wieder alles übern Haufen?
Was ich damit sagen will ist, dass man einfach als Single, der auf die Dreißig zugeht, überhaupt nicht planen kann! Ich glaube ja, dass man sowieso nicht planen kann, aber im Moment empfinde ich es als noch viel schwerer.

Heute war ich wieder mal im Supermarkt und tätigte einen weiteren „Drei-Teile-sind-genug“-Singleeinkauf. Ich entschied mich für Spinat und Fisch. Vor dem Tiefkühlschrank schickte ich ein Dankgebet gen Himmel. Die Produzenten von Iglo haben auch endlich begriffen, dass es nicht nur Großfamilien in diesem Land gibt und haben eine kleine 500-Gramm-Packung portionierbaren Spinat auf den Markt geworfen. Wow! Danke! Ich dachte ja, die Portionierbarkeit wäre das einzig erreichbare Optimum für einen Single. Aber auch den gab es bisher nur im riesigen Kilopaket, der mich dazu zwang tagelang Spinat zu essen, oder in mein kleines Tiefkühlfach wegen Überfüllung schließen zu müssen. Jetzt endlich brechen neue Zeiten an.
Am Gemüseregal war die Freude wieder vorbei, denn Kartoffeln muss ich nach wie vor im 2,5-Kilo-Sack kaufen. Was soll ich mit so vielen Kartoffeln? Ehe ich die alle gegessen habe, sind die schon im Küchenschrank vergeilt (ja, das heißt so!), oder haben sich in einen übelriechenden rotbrauen Matschsaft verwandelt.

Single sein nervt! Single sein ist unpraktisch! Single sein ist einfach doof!

 

And there will come a time, you’ll see, with no more tears.
And love will not break your heart, but dismiss your fears.
Get over your hill and see what you find there,
With grace in your heart and flowers in your hair.

Kleine Halloween-Nachlese

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So, Halloween ist vorbei, aber es wirkt noch kräftig nach.
Was nach der Samstags-Party noch kein Probelm darstellte, entpuppte sich nach Sonntag als ein kleiner Alptraum.
Die großen Narben auf der Stirn und der Wange bestanden aus angeklebtem Wachs. Da die Sonntags-Party bis in die frühen Morgenstunden andauerte, hatte ich diesen fiesen Kleber letztendlich gute 12 Stunden auf dem Gesicht. Das mochte meine Haut gar nicht. Es ging los mit großen roten Pusteln an genau den Stellen, an denen zuvor der Kleber war. Sämtliche Versuche der Selbstbehandlung mit Wund- und Heilsalbe schlugen fehl, auch eine Spezialsalbe aus der Apotheke half nur bedingt. So verschlechterte sich mein Zustand so rapide, dass am Mittwoch mein halber Kopf auf Melonengröße angeschwollen war, mein linkes Auge konnte ich gar nicht mehr öffnen und sogar mein Hals war so stark angeschwollen, dass ich schon um Luft ringen musste. Um einen verspäteten anaphylaktischen Schock zu verhindern, hat mir dann mein Arzt die volle Dröhnung verpasst: Cortison zu Einnehmen, Cortison zum Einreiben und Antiallergikum.
Mein Gesicht ist jetzt zwar nicht mehr geschwollen, aber meine Haut ist nun wirklich zombieähnlich. Die Verletzungen die am Wochenende noch geschminkt waren, sind jetzt beinahe echt, und ich bete inständig, dass nicht wirklich Narben zurückbleiben. Ich hab ein bisschen Angst davor.  Wie ärgerlich, wenn einem der große Spaß im Nachhinein so verhagelt wird!

Doch dieser Blog hieße nicht „Herzbrei und Gefühlssuppe“ wenn es hier nicht eigentlich genau darum gehen sollte. Kommen wir also zum Punkt.

In meinem heutigen Zustand wäre es mir wohl kaum möglich, Komplimente von außerhalb in mich aufzusaugen und mich in mein eigenes Spiegelbild zu verlieben. Zum Glück war das am Wochenende noch ganz anders und so kam es zu einer sehr speziellen Begegnung mit dem Männlein, die ich versuche so kurz wie möglich wiederzugeben.

Etwas verunsichert traf ich auf der Party „der Schönen“ ein, aber ich hatte Vorlaufzeit um mich einzugewöhnen, denn das Männlein war noch nicht da. Es tauchte auf, als ich schon gar nicht mehr mit ihm rechnete und wurde von mir keines Blickes gewürdigt. Zumindest nicht so, dass er es mitbekommen hätte. Umgekehrt konnte man das nicht gerade behaupten. Verunsichert beobachtete er, wie sein begleitender Freund meine Maskerade lobte, während er selbst wie ein Häuflein Elend im Hintergrund rumlungerte. Es dauerte nicht lang, bis er sich gegenüber der Schönen enttäuscht darüber äußerte, dass ich ihn ja völlig ignorieren würde. Mitleid erntete er dafür aber nicht von ihr. So schlich er circa vier Stunden um mich herum, bis wir irgendwann am Lagerfeuer im Garten aufeinander trafen, wo wir uns beide eine Zigarette gönnten. Zwischen uns endloses Schweigen. Aber es standen ja auch noch andere Leute drumherum. So auch die Schöne, die irgendwann unvermittelt meinte: „Ihr kennt euch, oder?“

Das war sein Stichwort. Sein Stichwort, um endlich NICHT zum Punkt zu kommen. Ich versuche einen Monolog, der in dieser Variante ungefähr und ungelogen zwanzig Minuten dauerte, abzukürzen: „Ach. Ach jee. Oh Gott. Brummsel ( er sagte stattdessen natürlich meinen echten Namen)… was soll ich sagen… ich kann nicht… Das ist so… was kann man… was soll man… ach Brummsel… ich bin so…. überwältigt… man kann gar nicht… ach Brummsel… das ist so… Was macht man da?… wie soll ich…“ So ließ ich ihn stammeln und verharrte in Stillschweigen. Irgendwann konnte ich dann doch nicht mehr an mich halten und musste mal kurz genervt dazwischen fragen: „Sag mal, wird das heute noch mal zu irgendwas führen, oder soll ich mir den tieferen Sinn dieser gehaltvollen Aussagen selbst zusammen reimen?“
Stutzen! Weiteres Stammeln! Unter gefühlter 250-facher Aussage meines Names, erstammelte er mir, wie überwältigt er davon sei, mich noch einmal wiederzusehen und die Gelegenheit zu haben, mir zu erklären, wie es in ihm aussähe. Ich musste mehrfach fragen, warum er diese Gelegenheit denn dann nicht auch endlich mal ergreift.

Je länger er stammelte (ich muss ihm zu Gute halten, dass sein Alkoholpegel zu diesem Zeitpunkt schon sehr beachtlich war), desto größer wurde mein Selbstbewusstsein. Er schien tief getroffen zu sein, als ich ihn fragte, warum er noch immer genau so eine Wurst sei, wie er es vor schon zwei Jahren war. Wie es sein kann, dass einer mit so breiter, stolzer Brust durch die Weltgeschichte stolziert, aber dann einfach nicht in der Lage ist, mal drei klare Sätze zu formulieren? Wie einer seine harten Worte nur über die Lippen bringt, wenn er sich hinter einer Email verstecken kann, aber von Angesicht zu Angesicht gerade mal zum Wackelpudding taugt? Und je mehr er körperlich zusammensackte, desto mehr richtete sich meine Wirbelsäule auf. Was für ein unglaublich gutes, lang nicht mehr erlebtes Gefühl! Ich lache noch heute!

Meine Freunde, die dieses Spektakel bezeugen durften, waren sich natürlich letztendlich alle einig, dass es sich bei dem Männlein um einen unglaublichen Schwätzer handelt. Und sie haben damit vermutlich extrem recht. Andererseits muss ich gestehen, dass ich ihn sich ziemlich lange habe erklären lassen. Und es kam dabei so einiges über seine Lippen, das ich dann doch nicht mehr erwartet hätte. Ich lachte ziemlich laut auf, als er behauptete, sein Herz wäre damals gebrochen gewesen und er habe zum ersten Mal seit langem wieder geweint. Warum hat er bitte geweint? Womit sollte ich ihn bitte verletzt haben? Er beteuerte einen großen Fehler gemacht zu haben und als ich ihn damit konfrontierte, was er mir damals alles um die Ohren geworfen hat, schämte er sich sehr für seine Worte. Er hätte nach mir nie wieder eine so tolle und seelenverwandte Frau getroffen. Eigentlich müssten wir jetzt knutschend auf einer Bank sitzen. Er wünschte so sehr, ich würde ihn nicht mehr hassen und er könnte noch einmal von vorn anfangen. Ich sagte ihm, dass ich ihn nicht hasse. Ein derart inniges Gefühl könne ich für ihn gar nicht erübrigen. Und wieder sackte er zusammen. Aber das hielt ihn nicht davon ab, mir Komplimente zu machen.
Es soll Frauen geben, die Männer nicht mehr ernst nehmen können, wenn ein Mann vor ihnen im Staub kriecht. Das hat berechtigte Gründe. Aber wenn man nur selten Komplimente von Männern hört, die einem mal gefallen haben, oder gefallen könnten, oder in gewissen Punkten passen könnten, und wenn man sich jahrelang mit einem einsamen Herzen durch die Weltgeschichte schlägt, dann läuft man schnell Gefahr, dass diese Komplimente auf fruchtbaren Boden fallen. Also war ich jetzt erstmal damit beschäftigt, mich innerlich zu wappnen. Wie könnte ich mich jemals wieder auf einen Mann einlassen, der mir mal das Gefühl gegeben hat, äußerlich eher abstoßend zu sein? Auch wenn er diese Aussage jetzt noch so sehr revidiert.

Es gab eine Situation in der ich in Decken eingehüllt am Lagerfeuer stand. Da die Decken in diversen Lagen um meinen Körper drapiert waren, würde ich es nicht beschwören wollen, aber ich bin mir dennoch sicher, dass er auf einem Stuhl neben mir sitzend, eine sehr lange Zeit lang meinen Rücken gestreichelt hat. Äußerlich ließ ich mir das nicht anmerken und würdigte ihn währenddessen keines Blickes, innerlich wünschte ich mir, dass exakt diese Situation von anderen Umständen begleitet wäre. Es war fünf Uhr morgens, als er vor anderen Partygästen, die uns nicht kannten, behauptete, er wäre mein Freund. Ein „Ja, klaaaaaar!“ und stark verdehte Augen waren meine Antwort.

Ich hab ihn den ganzen Abend mit einer derart kalten Schulter abgewiesen, dass nun er derjenige sein mag, der verletzt in seinem Kämmerlein hockt. Ich sollte mich freuen! Ich sollte weiter lachen und mein neu erworbenes Selbstbewusstsein stolz durch die Gegend tragen. Und irgendwie tue ich das auch. Es gibt da ein inneres Gefühl, dass mir sagt, dass man mir so schnell nichts mehr anhaben kann. Es gibt da ein Gefühl, dass viel mehr in mehr steckt, als ich je von mir erwarte hätte.
Aber es fühlt sich auch an wie ein Déjà-Vú. Ein Déjà-Vú vieler verpasster Chancen und vieler, vieler Männer, die mich einst schroff abgebügelt oder ersetzt haben und Jahre später wieder auftauchen und ihre verpasste Chance mir gegenüber bedauern. Dann, wenn alles bereits zerstört ist. Wie ein roter Faden zieht sich das durch mein Leben. Ich könnte locker 15 derartige Geschichten erzählen. Sogar mein Exfreund taucht just in diesen Tagen mit ganz ähnlichen Tendenzen wieder auf. Nur ist diese Geschichte die erste, in der ich die Chance nutzte, die kalte Schulte Jahre später zu erwidern. Ich sollte richtig glücklich sein!

Warum nur bin ich es nicht?

Ein Männlein steht im Walde

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Vor ungefähr zweieinhalb Jahren lernte ich im Flirtportal eines hiesigen Radiosenders einen jungen Mann kennen. Nennen wir ihn, um der Anonymität Willen, „das Männlein“. Das Männlein kontaktierte mich mit einem äußerst charmanten Anschreiben, was in derartigen Portalen eher selten der Fall ist. Daraufhin tauschten wir ein, zwei Stunden lang schriftliche Nettigkeiten aus und stiegen dann aufs Telefon um. Unser Telefonat verstärkte den ersten netten Eindruck ungemein und da wir beide eine wochenlange Ungewissheit über einen möglichen Ausgang vermeiden wollten, beschlossen wir schnellstmöglich ein Treffen zu arrangieren. Da uns nur wenige Kilometer von einander trennten, war das auch kein Ding der Unmöglichkeit. Noch in derselben Woche sollte ein erstes Date stattfinden.

Als Tag X gekommen war, war ich sehr aufgeregt, was bei mir grundsätzlich der Fall ist, wenn es darum geht Männer kennenzulernen. Was diesen speziellen Lebensbereich angeht, bin ich wohl nicht gerade mit der großen Selbstsicherheit gesegnet, die ich in anderen Bereichen an den Tag legen kann. Ich würde aber sagen, dass ich meine bisherigen Dates mehr oder minder „souverän“ gemeistert habe. Da die Umgebung in der das Männlein beheimatet war einen schönen Park zu bieten hatte und das Wetter frühsommerlich herrlich war, wollten wir das Treffen mit einem Spaziergang verbringen. Die erste Unsicherheit verflog rasch, da wir sehr schnell in  intensive und tiefgründige Gespräche verfielen. Stattdessen machte sich eine andere, eine kindliche Unsicherheit breit, denn in kürzester Zeit scharwenzelten wir wie verliebte, dauererrötete Erstklässler umeinander herum. Das Männlein war klug, charmant, gebildet und in meinen Augen unbeschreiblich hübsch anzusehen. Zwar war er klein wie ein Däumling, doch bin ich ja selber nur ein Däumelinchen. Es gab einen Moment in dem das Männlein eine sehr putzige Bemerkung machte, die wohl zwischen den Zeilen implizieren sollte, dass er mich gern an die Hand nehmen würde. Da ich in meiner Aufregung den Wink mit dem Zaunpfahl aber nicht erkannte, kam es nicht dazu.

Als wir nach einem sehr langen Spaziergang wieder an meinem Auto und damit auch vor seiner Haustür angelangt waren, fragte er mich verunsichert, ob ich noch mit in seine Wohnung kommen möge, was ich auch ohne lange zu überlegen tat. Das Männlein war an diesem Tag zu sehr Gentleman, als dass ich mir Sorgen um unkeusche Gedanken hätte machen müssen. Bis vier Uhr am Morgen saßen wir auf seinem Sofa und teilten sehr intime Gedanken, Gefühle und Lebensgeschichten. Er war überrascht und absolut begeistert davon, wie schnell ich einzelne Charakterfacetten an ihm erkannte und diese auch benennen konnte. Doch ansonsten geschah an diesem Abend nichts. Ich fuhr dennoch wie beseelt und auf Wolke 7 schwebend heim und er gab mir mit jeder Pore das Gefühl, dass es ihm ganz ähnlich ging.

Unruhig und nervös rutschte ich am darauf folgenden Tag auf meinem Stuhl hin und her, als sich herausstellte, dass ein weiteres Treffen erst am übernächsten Tag möglich wäre. Ich übte mich natürlich in Geduld! Zwei Tage später fuhr ich für ein weiteres Treffen in die Stadt des Männleins. Doch schon als ich seine Wohnung betrat wirkte er sehr viel kühler und distanzierter auf mich als noch zwei Tage zuvor. Wir fanden zwar wiederum sehr schnell intensive Gesprächsthemen, doch blieb mir seine plötzliche emotionale Kälte kaum verborgen. Kein Erröten mehr. Kein Herzklopfen mehr, das ich noch über fünfhundert Meter hätte hören können. Etwas beschäftigte ihn sehr, doch als ich ihn darauf ansprach, meine er, es wäre zu kompliziert es mir zu sagen. Das war auch nicht nötig. Ich begriff sofort, dass die Sache, die eigentlich so schön begonnen hatte, in diesem Moment sein Ende gefunden hatte. Nur einen Reim konnte ich mir darauf nicht machen. Tief verletzt und mit gebrochenem Herzen fuhr ich in der Nacht nach Hause.

Ein längerer Emailverkehr am nächsten Morgen brachte zum Ausdruck, was er mir ins Gesicht zu sagen nicht imstande war. Der Kontext war folgender: Ich wäre eine ganz wunderbare, kluge und außergewöhnliche Frau, aber ich entspräche leider nicht seinem sehr ausgeprägten ästhetischen Empfinden. Kurz: mein Kopf ist schön, aber vom Kinn abwärts bin ich leider nicht zu ertragen.

Dazu möchte ich anmerken, dass ich meine Kurven und Rundungen besitzen mag, aber von „unästhetisch“ bin ich sicher noch meilenweit entfernt. Das Männlein hatte mal in einem Gespräch behauptet, eine Traumfrau wäre die Mitte zwischen der strunzdummen aber wunderschönen Tänzerin an der Stange, und der gebildeten, hochintelligenten aber fetten Schabracke. Nach seiner Abfuhr erkannte ich die Lüge. Was er wollte war die hochintelligente Stangentänzerin. Ich wünschte ihm viel Glück bei der Suche, denn die würde er so schnell wohl kaum finden. Und falls doch, würde sie das daumengroße Männlein wohl auslachen und ihn bitten wiederzukommen, wenn es ausgewachsen wäre.

Nun könnte man diese Erfahrung leichtfertig unter „Was für ein debiler Vollidiot!“ verbuchen, was auch die meisten meiner Freunde, in der Hoffnung mich damit zu trösten, getan haben. Mir fiel eine solche Kategorisierung aber nicht so leicht, denn nicht nur mein Herz war gebrochen, sondern ich war auch zutiefst gekränkt und verletzt. Es hat mein Herz mehr Kraft und Zeit gekostet den Vorfall zu überwinden, als mein Kopf dem Männlein hätte zugestehen wollen!

Seitdem ist viel Wasser den Rhein hinuntergeflossen. In der Zwischenzeit sind Dinge geschehen, die mein Herz weitaus mehr strapaziert haben, und so gerieten das Männlein und seine ästhetischen Vorstellungen irgendwann in Vergessenheit. Leider sieht es das Schicksal von Zeit zu Zeit vor, dass die Geister der Vergangenheit den Bespukten wieder einholen sollen.

Ich habe eine Freundin, der die Sonne geradezu aus dem Hintern scheint. Sie hat ein Selbstbewusstsein groß wie der Mount Everest, ohne dabei allerdings arrogant zu sein. Das wiederum verleiht ihr eine ungeheure Ausstrahlung und die Männer umschwärmen sie wie die Fliegen das Licht. Auch ihr sei die Anonymität gegönnt, weshalb wir sie „die Schöne“ nennen. Selbstverständlich hat auch sie schon negative Erfahrungen hinter sich, aber derzeit ist sie mit einem Sunnyboy liiert, den wir gerne als „ Surfboy“bezeichnen, auch wenn er gar keiner ist. Wie dem auch sei, es ist nicht leicht als Single mit ihr auszugehen. Sie ist zwar stets bemüht ihre ledigen Freundinnen verkuppeln zu können, merkt dabei aber nicht, dass kein Mann in ihrer Gegenwart noch Interesse an ihren Single-Freundinnen hat.

Wie es der Zufall so wollte lernte nun die Schöne auf einer Party einen Mann kennen, mit dem sie bald ins Gespräch kam und sich sehr gut verstand. Der kluge Leser wird es ahnen, der Mann entpuppte sich bald als das Männlein. Es dauerte ein paar Tage bis sie endlich begriff, warum ihr sein Gesicht bekannt vorkam. (Sie kannte ihn von einem Foto, das ich ihr gezeigt hatte.) Zu diesem Zeitpunkt hatte er bereits ihr Licht entdeckt und begonnen sich ebenfalls in eine Fliege zu verwandeln. Er erlag sogar der Feststellung, sie sei die schönste Frau der Welt.  Und was soll ich sagen, meine Prophezeiung hat sich natürlich bewahrheitet. Er hat die hochintelligente Stangentänzerin in den letzten zwei Jahren selbstverständlich nicht gefunden und irrt als trauriger Single durch die Welt. Er meint vielleicht sie nun in der Schönen gefunden zu haben, doch ist diese nicht nur liiert, sie ist auch der Meinung, dass er wohl erst noch mal auswachsen darf. Strike!

Blöd nur, dass der Schönen erst klar wurde, wen sie da kennengelernt hat, NACHDEM sie uns beide auf ihre Halloween-Party eingeladen hatte. Jetzt stehe ich vor dem Dilemma dieser Situation ins Auge zu sehen, oder sie einfach zu vermeiden. Dem fromme Wunsch der Schönen, ich möge doch bitte ganz cool dort auftauchen, dem Männlein vollkommen die kalte Schulter zeigen und ihm demonstrieren, dass er mir am Allerwertesten vorbei geht, werde ich wohl nicht entsprechen können, so gern ich es auch wollte. Auch wenn mein Interesse am Männlein völlig erloschen ist, bin ich in Anbetracht der Kränkung einfach nicht tough genug für ein derartiges Schauspiel. Ich bin mir auch nicht sicher, ob ich es mir ansehen möchte, wie die Schöne mal wieder auf der Sonnenseite steht, während ich im Schatten herumlungern darf (so lieb ich sie auch habe.) Andererseits liebe ich Halloween, freue mich auf mein grandioses Zombiekostüm (welches ich bereits am Samstag auf einer Party vorzeigen darf) und die Party der Schönen wäre eine tolle Gelegenheit alte Freunde wiederzusehen, die ich schon lang nicht mehr gesehen habe.

Doch hält mein Herz das aus? Ich bin ratlos. Wer einen ultimativen Tipp für mich hat, der möge jetzt reden, oder für immer schweigen.

Geburtstag im Himmel

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Heute ist Dein 35. Geburtstag.
Ich habe Dich besucht, um Dir zu gratulieren. Bin an den Ort gefahren, an dem Du Deine Geburtstage nun verbringst. Eigentlich ist es schön dort. Ein schattiges Plätzchen direkt unter einer schönen alten Buche. Viele Deiner Nachbarn sind Jahrzehnte älter als Du. Nur wenige sind jünger.

Ich konnte Dich zur Gratulation nicht in meine Arme schließen und Du konntest Dich auch nicht bei mir bedanken. Dennoch hatten wir einen Augenblick nur für uns allein. Du hast mich gehört und ich habe Dich gespürt. An meiner Seite. An meiner Seite, an der Du mich tagtäglich begleitest. Du bist immer bei mir. In den schönsten und auch den schwersten Momenten. Es gibt jetzt nichts mehr was ungesagt wäre. Du weißt, dass ich Dich liebe. Ich kann es Dir jetzt sagen. Wenn ich wollte jeden Tag. Das war nicht immer so. Es war immer kompliziert mit uns. Wir haben es uns selbst schwer gemacht und unsere wahren Gefühle viel zu lang in einem Schatzkästchen gehütet.  Zum Schluss war uns klar, was wir füreinander waren. Und doch sind wir jetzt wieder allein mit unseren Gefühlen, denn unsere Welten sind nun wirklich unvereinbar.
Es gibt diesen Moment zwischen Schlafen und Wachen, zwischen Traum und Realität, zwischen Glück und Trauer, in dem wir einander begegnen können. Ein kurzer Moment in dem wir den anderen spüren können und uns nicht mehr allein fühlen. Aber er ist wohl kaum je länger, als ein Wipernschlag dauert.

Es gibt Tage, da kommt es mir vor als hätten wir gestern noch miteinander geredet, miteinander gelacht, unsere Träume ausgetauscht. Da habe ich das Gefühl, Du wärst immer bei mir geblieben. Dann kann ich Deinen warmen Atem noch in meinem Nacken spüren und erinnere mich an den süßen Geschmack Deiner Lippen.
Und dann gibt es Tage, da kommt es mir vor, als war all das in einem ganz anderen Leben. Als wäre ich damals ein anderer Mensch gewesen. Dann sehe ich meine Erinnerungen nur noch durch Nebelschwaden.
Doch wenn ich mich sehr intensiv an Dich erinnere, an Deine Stimme, Dein Gesicht, Dein Lachen, Deine Art die Dinge positiv auszudrücken, indem Du Sie doppelt verneint hast, dann sehe ich meine Erinnerungen durch einen Tränenschleier.

Heute ist Dein 35. Geburtstag. Wo auch immer Du ihn jetzt feiern magst. Wer auch immer ihn jetzt da oben mit Dir feiert. Wir hier unten feiern den Jahrestag Deiner Geburt im Stillen. Ich hoffe, Du machst wenigstens ordentlich Party auf deinem Sternchen. Aber auch wenn Du ein Ehrengast bist, der an diesem Tag durch Abwesenheit glänzt, so ist der Tag Deiner Geburt doch ein Tag der Freude. Freude darüber, dass ich Dich kennenlernen durfte, dass ich ein Teil Deines Leben sein durfte. Freude darüber, dass Du mich geprägt und meine Welt bereichert hast.

Nichtsdestotrotz, es schmerzt. Du fehlst mir so sehr, dass ich es mit Worten nicht beschreiben kann.
Deine Seele feiert heute Ihren 35. Geburtstag. Dein Körper ist nur 33 Jahre und 33 Tage alt geworden.

SIGNS

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Ich möchte gerne meinen liebsten Kurzfilm mit Euch teilen.

Traurig, wunderschön und genau das, was wir uns doch alle irgendwie wünschen!
Und er hilft vielleicht ein klein wenig, die Fisch-Fleisch-Drahtesel-Problematik besser zu verstehen.

Wenn Eure Englischkenntnisse für die wenigen gesprochenen Worte nicht ausreichen, macht das gar nichts. Wichtig ist hier nur was Ihr seht.

Nicht Fisch, nicht Fleisch, aber ohne Fahrrad

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Lektion 1 auf Hectors Reise: Vergleiche anzustellen ist ein gutes Mittel, sich sein Glück zu vermiesen.

Dennoch mache ich es ständig. Nicht nur, dass ich mich vergleiche, nein, ich frage mich auch in regelmäßigen Abständen, wer und was ich eigentlich bin und wer ich stattdessen vielleicht lieber wäre. Ist es ein Fluch oder ein Segen, alles wenigstens ein bisschen zu können, aber nichts davon wirklich gut? Wo ist es denn hin, mein ganz persönliches großes Talent? Hat wohl Urlaub auf Lebenszeit.

Natürlich vergleicht man sich niemals nach unten, sondern wenn, dann immer nur nach oben. Damit es auch so richtig schön bohrt und quält! Es ist, als hättest Du die Hälfte eines Turmes erklommen und statt nach unten zu sehen, um Dich mit denen zu messen, die noch nicht mal das erste Plateau erreicht haben, richtet sich Dein Blick gen Turmspitze. In dem Wissen, dass Du denen, die schon oben stehen, niemals wirst die Hand schütteln können. Der Wunsch anders, oder eine Andere zu sein, kann mitunter stark sein. Es gibt sie immer die Leute, die etwas anders, besser, schöner, intelligenter oder origineller machen/sind/können. Du siehst sie und quälst Dich mit Selbstzweifeln, Unzufriedenheit und Steinen im Bauch. Jeder Versuch den eigenen Charakter „anzupassen“, oder mal eben das Talent anderer zu kopieren, geht natürlich in die Hose. Weil Du nur krampfhaft versuchst eine stupsnasige Maske aufzusetzen, die aber leider nicht auf Deinen riesigen Zinken passt.

Diese Gefühle kennen wahrscheinlich die meisten Menschen auf der Welt. Bei mir sind sie mal stärker und mal schwächer. (Im Moment wieder etwas stärker.) Aber die Frage ist doch, warum ist das so? Warum hat man diese Gefühle? Warum zweifelt man an sich, wäre gern ganz anders?
Ich habe meine ganz persönliche Antwort darauf gefunden. Dahinter steckt ein völlig banaler Wunsch: Der Wunsch nach Liebe! Wenn Du das Gefühl nicht kennst, oder es zumindest lange nicht mehr erlebt hast, aufrichtig für das geliebt zu werden, was und wer Du bist, dann fragst Du Dich, was Du alles ändern müsstest, um das endlich erleben zu dürfen. Wenn es einen Menschen gibt, der Dich großartig findet, der in Dir etwas ganz Besonderes sieht, dann fällt es leichter, das selber auch zu erkennen. Der Mensch braucht diese positive Reflexion. Was bringt all das Licht, das Du ausstrahlst, wenn es auf niemanden trifft, der sich davon erhellt fühlt? Wenn es sich in der Schwärze um Dich herum verliert? Das Wissen für einen Menschen „die Eine“ zu sein, würde das Gefühl überflüssig machen, immer perfekt sein zu wollen. Denn man liefe dann nicht mehr mit der Angst durch die Welt, von dem potentiellen „Einen“ übersehen zu werden, weil man gerade nicht „besonders“ genug ist.
Man wüsste dann, warum es eigentlich gar nicht falsch ist, der zu sein, der man nun mal ist. Man wüsste, wohin man gehört.

Lektion 14 auf Hectors Reise: Glück ist, wenn man dafür geliebt wird, wie man eben ist.

Eine Liebeserklärung: Tina Dico

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Einen Moment lang hatte ich überlegt mit diesem Beitrag zu warten, bis ich alle 7 Platten von Tina Dico kenne, aber ich muss davon ausgehen, dass ich dann aus dem Schwärmen überhaupt nicht mehr heraus gekommen und dieser Beitrag zehn Seiten lang geworden wäre. Bisher basiert meine große Liebe zu Tina auf nur zwei Alben:  „Count to Ten“ und „A Beginning, A Detour, An Open Ending“ und das reichte auch vollkommen aus, um mein Herz und meine Seele im Sturm zu erobern.

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Name: Tina Dico | gebürtig Tina Dickow
Geburtstag: 14.10.1977
Geburtsort: Århus in Dänemark
veröffentliche Platten: 7 seit 2001

In ihrem Heimatland Dänemark veröffentlicht Tina ihre Platten unter
ihrem Geburtsnamen Tina Dickow, in allen anderen Ländern unter Tina Dico.

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Jemandem mit Worten zu beschreiben, was das Besondere, das Emotionale, das Ausgereifte und das Berührende an einer Platte ist, ist gar nicht so einfach. Es ist ein bisschen so, als wolle man einem Blinden die Schönheit der Morgenröte erklären. Tinas Musik ist mindestens so schön wie die Morgenröte, aber glaubt ihr mir das, nur weil es hier steht und würde ihr dieser simple Satz gerecht? Mitnichten. Meine einzige Chance liegt also darin, Euch verbal so viele Leckerbissen vor die Füße zu schmeißen, dass Ihr neugierig genug werdet, selber in ihre Platten hineinzuhören, um Euch dann zu verlieben.

Als ich bei „Inas Nacht“ das erste Mal über Tina stolperte, war ich so begeistert, dass ich mir den dort präsentierten Song „Count to Ten“ sofort bei iTunes organisierte. Schon eine halbe Stunde später, und nach ein wenig weiterer Recherche bei YouTube, stattete ich iTunes virtuell einen zweiten Besuch ab und kaufte auch noch den Rest des Albums.  Ich muss zugeben, dass in den folgenden Tagen der Song „Count to Ten“ zwar auf Heavy Rotation auf meinem iPod lief, aber der Rest des Albums zunächst ein wenig von mir vernachlässigt wurde. Ich bin der festen Überzeugung, dass jeder Gegenstand, vom T-Shirt bis zum Küchenquirl, einmal seinen großen Tag im Leben seines Besitzers bekommt, auch wenn er vorher ein wenig beachtetes Dasein im Schrank fristete. Und so musste auch Tinas Album auf seinen großen Moment in meinem Leben warten.
Es gab dann so ein bis zwei Abende, für die ich eine ruhige Hintergrundmusik zur Untermalung brauchte und dazu Tina Dico wählte, jedoch ohne mich in diesen Momenten weiter mit dem Album auseinanderzusetzen. Ich weiß auch gar nicht mehr, wie und wann es passierte, doch es war ein Abend an dem ich wieder mal allein in meiner Wohnung saß und über mein Leben sinnierte, als mein iPod auf seiner BOSE-Station bei dem Song „Craftsmanship and Poetry“ ankam und ich einfach mal aufmerksam dem Text lauschte. Nach 3:50 min war ich völlig in Tränen aufgelöst und endgültig Tina-infiziert. Lies den Rest dieses Beitrags

Mein Herz

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Geschrieben im Jahr 2006

Ich fühle etwas wummern,
verborgen tief in mir
Ich spüre etwas klopfen,
ich glaub, es liegt an Dir
Ich fühle etwas pochen,
vorbei ist nun der Schmerz
Ich spüre etwas schlagen,
mir scheint, es ist mein Herz
Mein Herz, das nicht mehr blutet
Mein Herz, das nun durchflutet
Mein Herz, das zu Dir zieht
Mein Herz, das Dich so liebt!