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Prost Neujahr!

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Ich bin zurück. Die Jahresendphase der Lethargie, Prokrastination und Denkfaulheit ist abgeschlossen.

Die erste große Neuigkeit des Jahres ist, dass mein Kater Marlon gerade in einer Identitätskrise steckt. Er glaubt er sei ein Hund. Anders ist es wohl nicht zu erklären, dass er seit gestern so großen Gefallen am Apportieren findet. Aber er tut es. Stundenlang und mit heller Begeisterung apportiert der Kater eines meiner Haargummis. Kaum, dass ich es schmeiße, bringt er es zurück, legt es vor meine Füße und wartet mit aufgerissenen Augen auf meinen nächsten Wurf. Man kann’s kaum glauben! Und ich musste ihm das nicht mal beibringen.
Ich wünschte, das mit dem „Sitz!“ würde genauso freiwillig klappen. Aber wir üben fleißig und machen doch tatsächlich große Fortschritte. 😉

Katzenglück

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Hallo Welt,

hab ich nach der langen Zeit überhaupt noch irgendwelche Leser?
Na egal, darum ging es eigentlich nie. Solltet ihr aber noch da sein, freue ich mich natürlich.
Noch mehr freue ich mich heute allerdings über etwas ganz anderes.

Meine beiden Kater lassen sich folgendermaßen charakterisieren:
Marlon, der ewig verkuschelte Schmusetiger mit der großen Angst vor allem was Geräusche macht.
Und Spencer, der Draufgänger der gar nicht weiß was Angst überhaupt ist, aber nur dann gekrault werden will, wenn er sich dafür lasziv in Position geworfen hat.

Marlons größtes Glück ist es, wenn ich mich abends ruhig auf meinen Sessel setze, so dass er sich gemütlich auf meinen Schoß kuscheln und sich stundenlang in Trance kraulen lassen kann. Leider ist das bei Spencer ganz anders. Er hat mir wohl nie verziehen, dass ich ihn quälen musste, kaum dass er bei mir angekommen war. Da er sich weigerte freiwillig seine Durchfall-Tabletten zu fressen, war ich gezwungen ihm die Tabletten aufgelöst in einer Spritze in den Mund zu drücken. Auf seine heftige Gegenwehr konnte ich damals leider keine Rücksicht nehmen. Doch das führte auch dazu, dass es ihm schwer fällt Vertrauen zu mir aufzubauen. Er lässt sich zwar streicheln, aber nur für eine gewisse Zeit und auch nur an seinem Schlafplatz oder auf dem Boden, dann scheint ihm das Risiko zu groß zu werden.

Doch heute ist endlich das große Wunder geschehen. Während ich ein fast fünfstündiges Telefonat mit einer Kollegin der TS führte (obwohl ich eigentlich ein langes Telefonat mit jemand ganz anderem führen wollte, der mir am Herzen liegt und der viel zu lange nichts von mir gehört hat), kam Spencer völlig überraschend auf meinen Schoß gekrabbelt, kuschelte sich ein und verlangte eine viertelstündige Streicheleinheit. Das hat er zuvor noch nie gemacht!

Es ist unglaublich was es in einem Menschen auslösen kann, wenn so ein kleines Tierchen einem so völlig unvermittelt und überraschend sein Vertrauen schenkt. Das war der größte Liebesbeweis den Spencer mit nur hätte erweisen können. Jetzt bin ich sicher, dass auch wir noch große Kuschelfreunde werden können. Ich bin so erleichtert und glücklich.

Hochmut kommt vor dem Sturm auf die Bastille

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Gestern Abend feierte der gute Markus (der, dem ich Martyrs zu verdanken habe) seinen 30 Geburtstag nach. Markus und ich teilen die Leidenschaft fürs Kino, halten die Oscar-Nacht für einen ebenso wichtigen Feiertag, wie andere Weihnachten, Ostern oder Rosenmontag, und sind in mancherlei Hinsicht gleichwertig durchgeknallt, was auch gestern wieder einige Leute kopfschüttelnd bezeugen durften.
So war es natürlich klar, dass ich Markus ein Geschenk schenken musste, das unserer Leidenschaft auch vollen Tribut zollt. Er bekam eine Kinobox, ein Kinobesuchs-Tagebuch und einen Film. Das Highlight war allerdings die Verpackung für das Buch und den Film, welche ich nicht einfach nur in Geschenkpapier verpacken wollte. Stattdessen bastelte ich drei Tage lang an einer etwas ungewöhnlicheren Verpackung. Auf das Ergebnis bin ich so stolz, dass ich es euch nicht vorenthalten möchte. Jaja, Eigenlob stinkt! Aber damit kann ich leben. Dass auch Markus das Ergebnis gefallen hat, kann man hier sehr gut sehen.

 

Nach einer sehr schönen und lustigen Feier, fiel ich heute morgen erschöpft in mein Bett. Es dauerte nicht lange bis mir die ersten Träume die Nacht versüßten:

Es ist Samstag Morgen. Keine Arbeit, kein Stress. Ich darf ausschlafen. Die ersten Sonnenstrahlen kitzeln meine Nasenspitze. Draußen zwitschern die Vögel ihre Morgensonate. Neben mir liegt der Mann meiner Träume, der irgendwann klammheimlich aufsteht, mir einen Kaffee kocht und die Luft meiner Küche mit warmem Brötchenduft erfüllt, nur um mich dann mit all seiner Liebe zu wecken. Er setzt sich an mein Bett und küsst mich sanft. Aber es ist irgendwie ein seltsamer Kuss. Er küsst mich gar nicht. Er riecht, nein, er schnuppert an mir. Er schnuppert? Und warum stützt er sich so grob auf meinem Brustkorb ab? Wäre in dieser romantischen Situation nicht ein wenig mehr Sanftmut angebracht? Egal, sein Gesicht ist ganz nah über meinem und ich beschließe aufzuwachen um den Kuss zu erwid…. KAAAAAAAATER!!!!

Wieso in Gottes Namen steht der Kater auf meinem Brustkorb und schnuppert mein Gesicht ab? Wie kommt er überhaupt ins Schlafzimmer? Das ist hier die Katzentabuzone!!! Und schwupps, schon hockt auch der andere Kater neben mir auf dem Bett. Er hat es also endlich geschafft. Es hat ein Jahr lang gedauert, aber Marlon weiß nun, wie katze die Schlafzimmertür öffnet! (Und was der eine kann, hat sich der andere gaaaanz schnell abgeguckt!) Verdammt! Er macht das sogar mit enormer Eleganz. Er springt nicht etwa in die Luft und landet auf der Klinke, nein, er stellt sich einfach auf die Hinterpfoten, macht sich lang und öffnet die Türe galant mit den Vorderpfötchen. Eben genauso, wie er es sich bei mir abgeschaut hat.

„Oooch, Menno! Kollegen, es ist 7:30, ich hab gerade mal 4 Stunden geschlafen. Was soll denn der Scheiß??“
Ich schlurfe, noch immer völlig perplex und leicht genervt in die Küche, fülle die Fressnäpfe auf, locke die Biester mit dem Laserpointer aus dem Schlafzimmer und beschließe, noch eine Runde am Kissen zu horchen.

Gegen 11 wurde ich dann noch einmal auf genau die gleiche Weise geweckt, nur diesmal ohne die Einbildung eines imaginären Traummannes. Seitdem bin ich damit beschäftigt, Marlon davon abzuhalten das Schlafzimmer zu stürmen. Hätte ich doch wenigstens einen Schlüssel für diese dumme Tür. Hab ich aber nicht, und so muss ich wohl darauf vorbereitet sein, dass mir nächtlicher Besuch zukünftig nicht mehr erspart bleibt. Schlimmer ist allerdings, dass die Klinke bedenklich lose in der Tür hängt. Es ist also nur eine Frage der Zeit, bis sie die Klinke rausreißen und ich eines Morgens im Schlafzimmer eingesperrt sein werde, weil ich die Tür nicht mehr öffnen kann, obwohl ich eigentlich zur Arbeit müsste… äähm, sollte ich hier vielleicht die Vorteile verkennen?

Ist es nicht hübsch, wie der kleine Unschuldsengel hier vor der Tür lauert und auf den Moment wartet, in dem er straffrei die Tabuzone betreten kann?

 

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Nachtrag: Da ja angeblich die Dinge ihren Reiz verlieren, wenn sie erst einmal erlaubt sind, habe ich die Jungs soeben das Schlafzimmer stürmen lassen. Trottelig wie sie sind, haben sie sich bei dem Versuch das Zimmer wieder zu verlassen, im Schlafzimmer eingesperrt, weil sie einfach wieder vor Tür gerannt sind, statt sich durch den Spalt zu zwängen. Schön blöd! Jetzt sitze ich hier und warte gespannt darauf, wie lange es dauert, bis andere Dinge und Orte wieder spannender sind als mein Bett….