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Signale

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Im Idealfall beginnt eine Beziehung damit, dass sich zwei Menschen ineinander verlieben. Beide jeweils in den anderen. Verliebt sich nur einer, führt das in der Regel zu nichts. Es besteht jedoch eine Notwendigkeit darin, den anderen auch wissen zu lassen, dass man in ihm oder ihr den Hauptgewinn entdeckt zu haben glaubt. Nur dann hat der andere die Möglichkeit einzuräumen, dass er genauso denkt. Um sich aber nicht in die Nesseln zu setzen, geht man nicht hin und teilt dem Angebeteten platt mit, wie scharf man auf ihn ist. Stattdessen werden vorsichtige Signale gesendet. Ungefähr an diesem Punkt setzt für mich die völlige Verwirrung ein.

Es ist ja nicht so, dass in meinem langen Singledasein nicht der ein oder andere Mann meinen Lebensweg gekreuzt hätte, der eventuell ein Partner hätte werden können. Auch Signale gab es jede Menge. Signale, die mich manchmal haben deuten lassen, dass ein tiefergehendes Interesse bestünde.
Es gab Männer, die nicht in der Lage waren, ihren Blick von mir abzuwenden. Es gab Männer, die regelmäßig und intensiv Kontakt zu mir suchten. Es gab Männer, die in meiner Gegenwart nervös wurden. Es gab Männer, die mir offensive Komplimente machten. Für manche Männer war ich eine schöne Frau, für andere eine tolle, oder eine intelligente, oder eine mit einem traumhaften Lachen. Manche fanden mich hübsch, andere sexy oder scharf. Manche mochten meine Mimik und Gestik. Einigen gefiel mein Humor. All diese Dinge wurden tatsächlich so direkt gesagt oder geschrieben. Es hat nur selten etwas bedeutet!

Ging ich auf die Signale ein, bekam ich dann folgendes zu hören:
– Ja, ich habe ja auch gern Kontakt zu dir, aber mehr auch nicht. – Jemanden schön, oder toll, oder klug, oder interessant zu finden, bedeutet noch lange nicht, dass man mit demjenigen auch zusammen sein möchte. – Eigentlich war es doch nur freundschaftlich gemeint. – Ich war doch einfach nur nett. – Du bist ja auch toll, aber nicht perfekt genug für mich. – Du weißt aber schon, dass ich liiert bin? – Es gehört zu meinem Job mit dir zu flirten (Barkeeperphänomen).
Und selbst ein Kuss bedeutet mittlerweile überhaupt nichts mehr. Küsse sind offenbar zu einer bedeutungslosen Freizeitbeschäftigung geworden.

Ich stehe mit diesen Erfahrungen nicht allein da. Ähnliches haben fast alle Frauen in meinem Freundeskreis schon erlebt. Eine Freundin hatte sogar über Wochen ein ziemlich intimes Verhältnis mit einem Mann. Man teilte den Humor, die Interessen und selbst im Bett ging es heiß her. Von seiner Seite aus hieß das natürlich rein gar nichts. Ganz schön bescheuert von ihr das zu glauben, was? Wer jetzt glaubt, dass dieser Typ grundsätzlich durch die Betten irgendwelcher Frauen springt, der irrt. Er war tatsächlich auf der Suche nach einer passenden Frau, die er kurze Zeit später auch fand. Egal wie gut es mit meiner Freundin lief, letztenendes hatte sie eben einfach die falsche Haarfarbe.

Doch wenn all diese Signale offenbar nichts bedeuten, was bedeutet dann überhaupt noch etwas? Woran erkennt man ehrliches Interesse? Und wann muss man befürchten, dass man eben doch nur  eine interessante Bekanntschaft ist? Ich werde daraus nicht mehr schlau.

Solltet ihr die Antwort schon gefunden haben, dann immer her damit. In meinem Freundeskreis würden sich so einige darüber freuen.

Kleine Halloween-Nachlese

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So, Halloween ist vorbei, aber es wirkt noch kräftig nach.
Was nach der Samstags-Party noch kein Probelm darstellte, entpuppte sich nach Sonntag als ein kleiner Alptraum.
Die großen Narben auf der Stirn und der Wange bestanden aus angeklebtem Wachs. Da die Sonntags-Party bis in die frühen Morgenstunden andauerte, hatte ich diesen fiesen Kleber letztendlich gute 12 Stunden auf dem Gesicht. Das mochte meine Haut gar nicht. Es ging los mit großen roten Pusteln an genau den Stellen, an denen zuvor der Kleber war. Sämtliche Versuche der Selbstbehandlung mit Wund- und Heilsalbe schlugen fehl, auch eine Spezialsalbe aus der Apotheke half nur bedingt. So verschlechterte sich mein Zustand so rapide, dass am Mittwoch mein halber Kopf auf Melonengröße angeschwollen war, mein linkes Auge konnte ich gar nicht mehr öffnen und sogar mein Hals war so stark angeschwollen, dass ich schon um Luft ringen musste. Um einen verspäteten anaphylaktischen Schock zu verhindern, hat mir dann mein Arzt die volle Dröhnung verpasst: Cortison zu Einnehmen, Cortison zum Einreiben und Antiallergikum.
Mein Gesicht ist jetzt zwar nicht mehr geschwollen, aber meine Haut ist nun wirklich zombieähnlich. Die Verletzungen die am Wochenende noch geschminkt waren, sind jetzt beinahe echt, und ich bete inständig, dass nicht wirklich Narben zurückbleiben. Ich hab ein bisschen Angst davor.  Wie ärgerlich, wenn einem der große Spaß im Nachhinein so verhagelt wird!

Doch dieser Blog hieße nicht „Herzbrei und Gefühlssuppe“ wenn es hier nicht eigentlich genau darum gehen sollte. Kommen wir also zum Punkt.

In meinem heutigen Zustand wäre es mir wohl kaum möglich, Komplimente von außerhalb in mich aufzusaugen und mich in mein eigenes Spiegelbild zu verlieben. Zum Glück war das am Wochenende noch ganz anders und so kam es zu einer sehr speziellen Begegnung mit dem Männlein, die ich versuche so kurz wie möglich wiederzugeben.

Etwas verunsichert traf ich auf der Party „der Schönen“ ein, aber ich hatte Vorlaufzeit um mich einzugewöhnen, denn das Männlein war noch nicht da. Es tauchte auf, als ich schon gar nicht mehr mit ihm rechnete und wurde von mir keines Blickes gewürdigt. Zumindest nicht so, dass er es mitbekommen hätte. Umgekehrt konnte man das nicht gerade behaupten. Verunsichert beobachtete er, wie sein begleitender Freund meine Maskerade lobte, während er selbst wie ein Häuflein Elend im Hintergrund rumlungerte. Es dauerte nicht lang, bis er sich gegenüber der Schönen enttäuscht darüber äußerte, dass ich ihn ja völlig ignorieren würde. Mitleid erntete er dafür aber nicht von ihr. So schlich er circa vier Stunden um mich herum, bis wir irgendwann am Lagerfeuer im Garten aufeinander trafen, wo wir uns beide eine Zigarette gönnten. Zwischen uns endloses Schweigen. Aber es standen ja auch noch andere Leute drumherum. So auch die Schöne, die irgendwann unvermittelt meinte: „Ihr kennt euch, oder?“

Das war sein Stichwort. Sein Stichwort, um endlich NICHT zum Punkt zu kommen. Ich versuche einen Monolog, der in dieser Variante ungefähr und ungelogen zwanzig Minuten dauerte, abzukürzen: „Ach. Ach jee. Oh Gott. Brummsel ( er sagte stattdessen natürlich meinen echten Namen)… was soll ich sagen… ich kann nicht… Das ist so… was kann man… was soll man… ach Brummsel… ich bin so…. überwältigt… man kann gar nicht… ach Brummsel… das ist so… Was macht man da?… wie soll ich…“ So ließ ich ihn stammeln und verharrte in Stillschweigen. Irgendwann konnte ich dann doch nicht mehr an mich halten und musste mal kurz genervt dazwischen fragen: „Sag mal, wird das heute noch mal zu irgendwas führen, oder soll ich mir den tieferen Sinn dieser gehaltvollen Aussagen selbst zusammen reimen?“
Stutzen! Weiteres Stammeln! Unter gefühlter 250-facher Aussage meines Names, erstammelte er mir, wie überwältigt er davon sei, mich noch einmal wiederzusehen und die Gelegenheit zu haben, mir zu erklären, wie es in ihm aussähe. Ich musste mehrfach fragen, warum er diese Gelegenheit denn dann nicht auch endlich mal ergreift.

Je länger er stammelte (ich muss ihm zu Gute halten, dass sein Alkoholpegel zu diesem Zeitpunkt schon sehr beachtlich war), desto größer wurde mein Selbstbewusstsein. Er schien tief getroffen zu sein, als ich ihn fragte, warum er noch immer genau so eine Wurst sei, wie er es vor schon zwei Jahren war. Wie es sein kann, dass einer mit so breiter, stolzer Brust durch die Weltgeschichte stolziert, aber dann einfach nicht in der Lage ist, mal drei klare Sätze zu formulieren? Wie einer seine harten Worte nur über die Lippen bringt, wenn er sich hinter einer Email verstecken kann, aber von Angesicht zu Angesicht gerade mal zum Wackelpudding taugt? Und je mehr er körperlich zusammensackte, desto mehr richtete sich meine Wirbelsäule auf. Was für ein unglaublich gutes, lang nicht mehr erlebtes Gefühl! Ich lache noch heute!

Meine Freunde, die dieses Spektakel bezeugen durften, waren sich natürlich letztendlich alle einig, dass es sich bei dem Männlein um einen unglaublichen Schwätzer handelt. Und sie haben damit vermutlich extrem recht. Andererseits muss ich gestehen, dass ich ihn sich ziemlich lange habe erklären lassen. Und es kam dabei so einiges über seine Lippen, das ich dann doch nicht mehr erwartet hätte. Ich lachte ziemlich laut auf, als er behauptete, sein Herz wäre damals gebrochen gewesen und er habe zum ersten Mal seit langem wieder geweint. Warum hat er bitte geweint? Womit sollte ich ihn bitte verletzt haben? Er beteuerte einen großen Fehler gemacht zu haben und als ich ihn damit konfrontierte, was er mir damals alles um die Ohren geworfen hat, schämte er sich sehr für seine Worte. Er hätte nach mir nie wieder eine so tolle und seelenverwandte Frau getroffen. Eigentlich müssten wir jetzt knutschend auf einer Bank sitzen. Er wünschte so sehr, ich würde ihn nicht mehr hassen und er könnte noch einmal von vorn anfangen. Ich sagte ihm, dass ich ihn nicht hasse. Ein derart inniges Gefühl könne ich für ihn gar nicht erübrigen. Und wieder sackte er zusammen. Aber das hielt ihn nicht davon ab, mir Komplimente zu machen.
Es soll Frauen geben, die Männer nicht mehr ernst nehmen können, wenn ein Mann vor ihnen im Staub kriecht. Das hat berechtigte Gründe. Aber wenn man nur selten Komplimente von Männern hört, die einem mal gefallen haben, oder gefallen könnten, oder in gewissen Punkten passen könnten, und wenn man sich jahrelang mit einem einsamen Herzen durch die Weltgeschichte schlägt, dann läuft man schnell Gefahr, dass diese Komplimente auf fruchtbaren Boden fallen. Also war ich jetzt erstmal damit beschäftigt, mich innerlich zu wappnen. Wie könnte ich mich jemals wieder auf einen Mann einlassen, der mir mal das Gefühl gegeben hat, äußerlich eher abstoßend zu sein? Auch wenn er diese Aussage jetzt noch so sehr revidiert.

Es gab eine Situation in der ich in Decken eingehüllt am Lagerfeuer stand. Da die Decken in diversen Lagen um meinen Körper drapiert waren, würde ich es nicht beschwören wollen, aber ich bin mir dennoch sicher, dass er auf einem Stuhl neben mir sitzend, eine sehr lange Zeit lang meinen Rücken gestreichelt hat. Äußerlich ließ ich mir das nicht anmerken und würdigte ihn währenddessen keines Blickes, innerlich wünschte ich mir, dass exakt diese Situation von anderen Umständen begleitet wäre. Es war fünf Uhr morgens, als er vor anderen Partygästen, die uns nicht kannten, behauptete, er wäre mein Freund. Ein „Ja, klaaaaaar!“ und stark verdehte Augen waren meine Antwort.

Ich hab ihn den ganzen Abend mit einer derart kalten Schulter abgewiesen, dass nun er derjenige sein mag, der verletzt in seinem Kämmerlein hockt. Ich sollte mich freuen! Ich sollte weiter lachen und mein neu erworbenes Selbstbewusstsein stolz durch die Gegend tragen. Und irgendwie tue ich das auch. Es gibt da ein inneres Gefühl, dass mir sagt, dass man mir so schnell nichts mehr anhaben kann. Es gibt da ein Gefühl, dass viel mehr in mehr steckt, als ich je von mir erwarte hätte.
Aber es fühlt sich auch an wie ein Déjà-Vú. Ein Déjà-Vú vieler verpasster Chancen und vieler, vieler Männer, die mich einst schroff abgebügelt oder ersetzt haben und Jahre später wieder auftauchen und ihre verpasste Chance mir gegenüber bedauern. Dann, wenn alles bereits zerstört ist. Wie ein roter Faden zieht sich das durch mein Leben. Ich könnte locker 15 derartige Geschichten erzählen. Sogar mein Exfreund taucht just in diesen Tagen mit ganz ähnlichen Tendenzen wieder auf. Nur ist diese Geschichte die erste, in der ich die Chance nutzte, die kalte Schulte Jahre später zu erwidern. Ich sollte richtig glücklich sein!

Warum nur bin ich es nicht?

Ein Männlein steht im Walde

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Vor ungefähr zweieinhalb Jahren lernte ich im Flirtportal eines hiesigen Radiosenders einen jungen Mann kennen. Nennen wir ihn, um der Anonymität Willen, „das Männlein“. Das Männlein kontaktierte mich mit einem äußerst charmanten Anschreiben, was in derartigen Portalen eher selten der Fall ist. Daraufhin tauschten wir ein, zwei Stunden lang schriftliche Nettigkeiten aus und stiegen dann aufs Telefon um. Unser Telefonat verstärkte den ersten netten Eindruck ungemein und da wir beide eine wochenlange Ungewissheit über einen möglichen Ausgang vermeiden wollten, beschlossen wir schnellstmöglich ein Treffen zu arrangieren. Da uns nur wenige Kilometer von einander trennten, war das auch kein Ding der Unmöglichkeit. Noch in derselben Woche sollte ein erstes Date stattfinden.

Als Tag X gekommen war, war ich sehr aufgeregt, was bei mir grundsätzlich der Fall ist, wenn es darum geht Männer kennenzulernen. Was diesen speziellen Lebensbereich angeht, bin ich wohl nicht gerade mit der großen Selbstsicherheit gesegnet, die ich in anderen Bereichen an den Tag legen kann. Ich würde aber sagen, dass ich meine bisherigen Dates mehr oder minder „souverän“ gemeistert habe. Da die Umgebung in der das Männlein beheimatet war einen schönen Park zu bieten hatte und das Wetter frühsommerlich herrlich war, wollten wir das Treffen mit einem Spaziergang verbringen. Die erste Unsicherheit verflog rasch, da wir sehr schnell in  intensive und tiefgründige Gespräche verfielen. Stattdessen machte sich eine andere, eine kindliche Unsicherheit breit, denn in kürzester Zeit scharwenzelten wir wie verliebte, dauererrötete Erstklässler umeinander herum. Das Männlein war klug, charmant, gebildet und in meinen Augen unbeschreiblich hübsch anzusehen. Zwar war er klein wie ein Däumling, doch bin ich ja selber nur ein Däumelinchen. Es gab einen Moment in dem das Männlein eine sehr putzige Bemerkung machte, die wohl zwischen den Zeilen implizieren sollte, dass er mich gern an die Hand nehmen würde. Da ich in meiner Aufregung den Wink mit dem Zaunpfahl aber nicht erkannte, kam es nicht dazu.

Als wir nach einem sehr langen Spaziergang wieder an meinem Auto und damit auch vor seiner Haustür angelangt waren, fragte er mich verunsichert, ob ich noch mit in seine Wohnung kommen möge, was ich auch ohne lange zu überlegen tat. Das Männlein war an diesem Tag zu sehr Gentleman, als dass ich mir Sorgen um unkeusche Gedanken hätte machen müssen. Bis vier Uhr am Morgen saßen wir auf seinem Sofa und teilten sehr intime Gedanken, Gefühle und Lebensgeschichten. Er war überrascht und absolut begeistert davon, wie schnell ich einzelne Charakterfacetten an ihm erkannte und diese auch benennen konnte. Doch ansonsten geschah an diesem Abend nichts. Ich fuhr dennoch wie beseelt und auf Wolke 7 schwebend heim und er gab mir mit jeder Pore das Gefühl, dass es ihm ganz ähnlich ging.

Unruhig und nervös rutschte ich am darauf folgenden Tag auf meinem Stuhl hin und her, als sich herausstellte, dass ein weiteres Treffen erst am übernächsten Tag möglich wäre. Ich übte mich natürlich in Geduld! Zwei Tage später fuhr ich für ein weiteres Treffen in die Stadt des Männleins. Doch schon als ich seine Wohnung betrat wirkte er sehr viel kühler und distanzierter auf mich als noch zwei Tage zuvor. Wir fanden zwar wiederum sehr schnell intensive Gesprächsthemen, doch blieb mir seine plötzliche emotionale Kälte kaum verborgen. Kein Erröten mehr. Kein Herzklopfen mehr, das ich noch über fünfhundert Meter hätte hören können. Etwas beschäftigte ihn sehr, doch als ich ihn darauf ansprach, meine er, es wäre zu kompliziert es mir zu sagen. Das war auch nicht nötig. Ich begriff sofort, dass die Sache, die eigentlich so schön begonnen hatte, in diesem Moment sein Ende gefunden hatte. Nur einen Reim konnte ich mir darauf nicht machen. Tief verletzt und mit gebrochenem Herzen fuhr ich in der Nacht nach Hause.

Ein längerer Emailverkehr am nächsten Morgen brachte zum Ausdruck, was er mir ins Gesicht zu sagen nicht imstande war. Der Kontext war folgender: Ich wäre eine ganz wunderbare, kluge und außergewöhnliche Frau, aber ich entspräche leider nicht seinem sehr ausgeprägten ästhetischen Empfinden. Kurz: mein Kopf ist schön, aber vom Kinn abwärts bin ich leider nicht zu ertragen.

Dazu möchte ich anmerken, dass ich meine Kurven und Rundungen besitzen mag, aber von „unästhetisch“ bin ich sicher noch meilenweit entfernt. Das Männlein hatte mal in einem Gespräch behauptet, eine Traumfrau wäre die Mitte zwischen der strunzdummen aber wunderschönen Tänzerin an der Stange, und der gebildeten, hochintelligenten aber fetten Schabracke. Nach seiner Abfuhr erkannte ich die Lüge. Was er wollte war die hochintelligente Stangentänzerin. Ich wünschte ihm viel Glück bei der Suche, denn die würde er so schnell wohl kaum finden. Und falls doch, würde sie das daumengroße Männlein wohl auslachen und ihn bitten wiederzukommen, wenn es ausgewachsen wäre.

Nun könnte man diese Erfahrung leichtfertig unter „Was für ein debiler Vollidiot!“ verbuchen, was auch die meisten meiner Freunde, in der Hoffnung mich damit zu trösten, getan haben. Mir fiel eine solche Kategorisierung aber nicht so leicht, denn nicht nur mein Herz war gebrochen, sondern ich war auch zutiefst gekränkt und verletzt. Es hat mein Herz mehr Kraft und Zeit gekostet den Vorfall zu überwinden, als mein Kopf dem Männlein hätte zugestehen wollen!

Seitdem ist viel Wasser den Rhein hinuntergeflossen. In der Zwischenzeit sind Dinge geschehen, die mein Herz weitaus mehr strapaziert haben, und so gerieten das Männlein und seine ästhetischen Vorstellungen irgendwann in Vergessenheit. Leider sieht es das Schicksal von Zeit zu Zeit vor, dass die Geister der Vergangenheit den Bespukten wieder einholen sollen.

Ich habe eine Freundin, der die Sonne geradezu aus dem Hintern scheint. Sie hat ein Selbstbewusstsein groß wie der Mount Everest, ohne dabei allerdings arrogant zu sein. Das wiederum verleiht ihr eine ungeheure Ausstrahlung und die Männer umschwärmen sie wie die Fliegen das Licht. Auch ihr sei die Anonymität gegönnt, weshalb wir sie „die Schöne“ nennen. Selbstverständlich hat auch sie schon negative Erfahrungen hinter sich, aber derzeit ist sie mit einem Sunnyboy liiert, den wir gerne als „ Surfboy“bezeichnen, auch wenn er gar keiner ist. Wie dem auch sei, es ist nicht leicht als Single mit ihr auszugehen. Sie ist zwar stets bemüht ihre ledigen Freundinnen verkuppeln zu können, merkt dabei aber nicht, dass kein Mann in ihrer Gegenwart noch Interesse an ihren Single-Freundinnen hat.

Wie es der Zufall so wollte lernte nun die Schöne auf einer Party einen Mann kennen, mit dem sie bald ins Gespräch kam und sich sehr gut verstand. Der kluge Leser wird es ahnen, der Mann entpuppte sich bald als das Männlein. Es dauerte ein paar Tage bis sie endlich begriff, warum ihr sein Gesicht bekannt vorkam. (Sie kannte ihn von einem Foto, das ich ihr gezeigt hatte.) Zu diesem Zeitpunkt hatte er bereits ihr Licht entdeckt und begonnen sich ebenfalls in eine Fliege zu verwandeln. Er erlag sogar der Feststellung, sie sei die schönste Frau der Welt.  Und was soll ich sagen, meine Prophezeiung hat sich natürlich bewahrheitet. Er hat die hochintelligente Stangentänzerin in den letzten zwei Jahren selbstverständlich nicht gefunden und irrt als trauriger Single durch die Welt. Er meint vielleicht sie nun in der Schönen gefunden zu haben, doch ist diese nicht nur liiert, sie ist auch der Meinung, dass er wohl erst noch mal auswachsen darf. Strike!

Blöd nur, dass der Schönen erst klar wurde, wen sie da kennengelernt hat, NACHDEM sie uns beide auf ihre Halloween-Party eingeladen hatte. Jetzt stehe ich vor dem Dilemma dieser Situation ins Auge zu sehen, oder sie einfach zu vermeiden. Dem fromme Wunsch der Schönen, ich möge doch bitte ganz cool dort auftauchen, dem Männlein vollkommen die kalte Schulter zeigen und ihm demonstrieren, dass er mir am Allerwertesten vorbei geht, werde ich wohl nicht entsprechen können, so gern ich es auch wollte. Auch wenn mein Interesse am Männlein völlig erloschen ist, bin ich in Anbetracht der Kränkung einfach nicht tough genug für ein derartiges Schauspiel. Ich bin mir auch nicht sicher, ob ich es mir ansehen möchte, wie die Schöne mal wieder auf der Sonnenseite steht, während ich im Schatten herumlungern darf (so lieb ich sie auch habe.) Andererseits liebe ich Halloween, freue mich auf mein grandioses Zombiekostüm (welches ich bereits am Samstag auf einer Party vorzeigen darf) und die Party der Schönen wäre eine tolle Gelegenheit alte Freunde wiederzusehen, die ich schon lang nicht mehr gesehen habe.

Doch hält mein Herz das aus? Ich bin ratlos. Wer einen ultimativen Tipp für mich hat, der möge jetzt reden, oder für immer schweigen.

About Hollywood, bäd englisch and small penises

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Auch wenn ich früher oft über ihn geschimpft habe, so fehlt er mir doch sehr, mein alter Job. Doch mit ihren unbarmherzigen dürren Fingern, riss ihn sich die Wirtschaftskrise unter den Nagel. Was sie mit ihm (und den Jobs vieler anderer Leute) angestellt hat, vermag ich nicht zu sagen. Aber vielleicht kommt ja nach der Inflation in Robin-Hood-Manier ein Wirtschaftswunder daher, und gibt den Armen und Schwachen das Diebesgut endlich wieder zurück.

Nachdem ich acht Monate lang Zeit hatte, die vielen dazugewonnen überflüssigen Stunden des Tages in meine Synchronsprecher-Datenbank zu stecken (deren enorme Fortschritte, ich erinnere gern noch mal daran, ja dann in nur einer Stunde mit rabiater Gewalt wieder zunichte gemacht wurden – was für eine unglaubliche Verschwendung an Lebenszeit…), kam dann aber doch noch ein guter Samariter des Weges. Dieser Samariter war mein ehemaliger Chef, der die Firma schon zwei Jahre vor allen anderen freiwillig verlassen hatte, mittlerweile selbstständig ist und freundlicherweise noch einmal an mich dachte. In seiner Selbstständigkeit dreht er an vielen Rädern (noch keines davon wirklich groß) und verkauft gefühlte 20 Produkte unter gefühlten 15 Firmennamen, die alle nicht das geringste miteinander zu tun haben. Doch tief in unseren Herzen, hoffen sowohl er als auch ich, doch nochmal in die alte Branche zurückkehren und wenigstens wieder das selbe Produkt wie damals verkaufen zu können.

Nun tauchte vor einiger Zeit ein netter Herr aus Irland auf, der zufällig genau dieses Produkt verkauft und noch „Dealer“ (wir benutzen dieses Wort so tatsächlich!) für Europa sucht. Nach tagelangem Emailverkehr flog der gute Mann heute bei uns ein. Da aber mein Chef Deutsch, Englisch, Schwitzerdütsch und Hände und Füße miteinander vermischt, was zu einem oft undefinierbaren Wortbrei führt, musste die gute Frau Brummsel mal wieder (wie früher) als Übersetzerin ran. Doch Ojeee, kennt ihr diese Tage, an denen man aus unbekannten Gründen einen Knoten in Zunge und Hirn hat? Ausgerechnet heute war dieser Tag! Erst habe ich noch geglaubt, ich täte mich deshalb im Übersetzen so schwer, weil mein Cheffe sich den ganzen Tag so verquer ausgedrückt hat, dass ich den Sinn seiner Sätze schon in Deutsch kaum verstanden habe.Vielleicht hat ja heute einfach jeder einen Knoten in Zirn und Hunge. Schlechtes Karma? Warum war dann aber das Englisch des Iren so perfekt? To make a long story short, ich haspelte mir ordentlich einen zurecht. Den ganzen langen Tag ärgerte ich mich über mich selber green and black, und wäre am liebsten in the earthground disappeared. Lies den Rest dieses Beitrags

Warum Chatroulette besser ist als sein Ruf

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Im Internet wird seit längerem, und in den Medien seit kurzem, die neuste Errungenschaft des Web 2.0 heiß diskutiert. Ihr Name: Chatroulette!

Eine Chatroulette-BegegnungNachdem am Freitag Nachmittag sogar der EinsLive Moderator kurz über seine Erfahrungen berichtete, war ich endgültig so neugierig, dass ich es jetzt auch mal ausprobieren wollte. Also nutzte ich das Wochenende für eine, naja, sagen wir mal…. analytische Studie.

Für alle die bis jetzt noch im Dunkeln tappen, sei das Prinzip Chatroulette kurz erklärt. Man schließt seine Webcam, und wenn man besonders mutig ist sein Mikro an, begibt sich auf chatroulette.com und klickt „New Game“. Der Bildschirm ist dreigeteilt. Rechts befindet sich das Chatfenster in dem man sich schriftlich austauschen kann. Links unten sehe ich das, was meine eigene Kamera gerade filmt und links oben sehe ich meinen Chatpartner. Darum geht es! Man wird völlig willkürlich und absolut anonym mit einem Chatpartner irgendwo auf der Welt verbunden. Live und in Farbe! Gefällt einem nicht was man zu sehen bekommt, drückt man F9 auf der Tastatur und schon wird man mit der nächsten Person verbunden. Chatroulette versteht sich selber als „Spiel“ und das ist auch nicht wirklich falsch. Erfunden wurde das Ganze von einem 17-jährigen Gymnasiasten aus Moskau. Jede Ähnlichkeit zu „Russisch Roulette“ ist rein zufällig und entspricht nicht der Intention des Erfinders.

Die stärkste Kritik der sich Chatroulette ausgesetzt sieht ist die, dass es sich hierbei um einen Tummelplatz für Exhibitionisten handelt. Ich müsste lügen, wenn ich versuchen würde das abzustreiten. Die vorrangig männlichen Zeigefreudigen dieser Welt, zeigen was sie haben (oder erst groß schrubbeln müssen) und die Voyeuristen freuen sich über die kostenlose Beglückung. Nur ist es leider so, dass das in Wahrheit kaum einer sehen möchte und so fallen die meisten, sich hart arbeitenden Knaben der F9-Taste zum Opfer. Doch der Reihe nach… Lies den Rest dieses Beitrags