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Schreiben

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Ich schreibe, um zu verarbeiten. Um zu ertragen. Um klar zu kommen.
Andere malen dann Bilder, komponieren Songs oder sie fliehen. Ich schreibe.
Das habe ich schon immer so gemacht. Ich habe unzählige angefangene, unregelmäßig geführte und halbvolle Tagebücher in meinen Schränken. Sollte ich plötzlich sterben und irgendjemand fände ausschließlich diese Tagebücher, müsste er glauben, ich hätte ein sehr beschwerliches und kummervolles Leben geführt. Das ist natürlich nicht wahr, aber es gibt kaum Einträge über die ausgelassenen und unbeschwerten Phasen meines Lebens. Ich habe all meinen Seelenscheiß und Seelenfrust in diese Bücher ergossen und es hat geholfen. Nicht immer sofort, nicht immer endgültig. Aber ich fühlte mich entlastet. Sollen sich doch diese Blätter gepresseten Regenwaldes mit meinem Ärger rumquälen. Und viele Einträge kann ich mir heute mit einem Lächeln durchlesen, weil ich weiß, dass ich diese schlechten Zeiten gemeistert habe. Dass ich sie überlebt habe.

Ähnlich habe ich das mit Menschen gemacht. Ich möchte gar nicht wissen, wie viele Menschen schon endlos lange Briefe von mir erhalten haben, nachdem sie mich verletzt, geärgert oder verarscht haben. Unter diesen Menschen sind Familenmitglieder, Freunde und Freundinnen, kurze Affären, längere Affären, sogar ehemalige Lehrer und Vorgesetzte. Manche dieser Briefe haben zu einer Klärung oder einer Versöhnung geführt, andere zu einem endgültigen Zerwürfnis. Aber wenn ich ehrlich bin, war mir beim Verfassen dieser Briefe meistens egal, was der Empfänger über ihren Inhalt oder über mich denkt. Wie sonst ließe sich erklären, dass dieser eine besondere Mensch seinen letzten Brief von mir an einem Ort erhielt, an dem er ihn sicher nicht mehr lesen konnte? Auf dem Friedhof. Ich schrieb all diese Briefe zu meiner Entlastung. Oder um das letzte Wort zu haben! 

Warum das hier erzähle? Weil ich derzeit eine Menge zu verarbeiten habe. Zu ertragen. Klar zu kommen. 
ICH BIN SINGLE, HERRGOTT! Los geht’s!

Who’s that girl?

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Vielleicht bin ich zurück. Wieder einmal. Sicher nicht mehr mit der Regelmäßigkeit, mit der ich einmal begonnen habe, aber es juckt wieder in den Fingern und wenn mich die Muse küsst, wird es von mir auch etwas zu lesen geben.

Wahrscheinlich habe ich zwischenzeitlich so einige Leser verloren. Genauso wie mir zwischenzeitlich Menschen im realen Leben verloren gegangen sind. Aber es sind auch neue Menschen in mein Leben getreten, die vielleicht auch zu Lesern werden. Who knows?

Wie ich erfahren habe, sind zwischenzeitlich einige Leute zufällig über meinen Blog gestoßen. Andere haben ihn offenbar bewusst gesucht. Und wer meinen Blog kannte, dem wird vielleicht aufgefallen, dass sich ein bisschen was verändert hat. Es gibt zum Beispiel keine Fotos mehr und auch mein Klarname sollte nirgends mehr auftauchen. Ich habe beschlossen, diesen Blog etwas anonymer weiterzuführen. Natürlich wissen genug Leute wer ich bin und wer hier schreibt. Das ist nicht zu ändern. Aber es wissen nicht unbedingt alle. Und wer es weiß, möge es bitte für sich behalten. Auch und vor allem in den Kommentaren! Vielen Dank.

Glücksgefühle – Der 100. Artikel

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Es ist ein Wunder geschehen und ich möchte die frohe Botschaft mit Euch teilen!

Wie bereits angedeutet, war ich nach fünf Monaten erfolgloser Wohnungssuche der Verzweiflung äußerst nahe. Nachdem ich haufenweise völlig verranzte Butzen in beschissener Lage zu überteuerten Preisen ansehen musste, war mir klar, dass ich wohl nicht darum herum kommen würde Abstriche bei meinen Ansprüchen machen zu müssen. Aber weniger als drei Zimmer kam nicht in Frage, Nachtspeicher schon gar nicht. Ohne Balkon? No way! Ohne Badewanne? Unmöglich! Wieder Schrägen? Absolut ungern!

Ab zweite Etage aufwärts? Nur wenn nicht anders möglich. Doch von meiner traumhaften Wohnlage am Waldrand sollte ich mich wohl gedanklich lieber verabschieden.

Mitte Juli sah ich mir dann erstmals eine Wohnung an, die nahezu alles erfüllte was ich mir erhofft hatte. Dreieinhalb Zimmer, grosser Balkon, Zentralheizung, Abstellkammer, Badewanne, 76 m², spottbillige 350 € kalt!
Nachteile: 2. Etage, vorne raus eine Hauptstraße, eine Tanke und die Feuerwache, (dafür aber hinten raus den Stadtpark). Aber gut, alles Abstriche, die ich in Anbetracht der Vorteile in Kauf genommen hätte. Doch der größte Haken von allen war ein erforderter Wohnberechtigungsschein. Zwar war die Vermieterin von mir so begeistert wie ich von der Wohnung, doch es stellte sich heraus, dass ich selbst mit Betrug nicht an den WBS gekommen wäre. Und da es haufenweise Interessenten gab, gab es keinen Grund zu hoffen, dass die Vermieterin für mich die Wohnung drei Monate leer stehen lässt, um sie mir dann doch noch ohne WBS vermieten zu dürfen.

Als ich heute morgen verschlafen in der Küche stand und meinen Kaffee kochte, klingelte mein Telefon. Nicht eine Sekunde hätte ich vermutet, dass es die Vermieterin besagter Wohnung sein könnte. Sie hat noch mal mit dem Wohnungsamt telefoniert und wenn ich am 01.10. einziehen würde, wären die drei Monate Wartezeit um, der WBS damit hinfällig, mehr Miete müsse ich dennoch nicht zahlen und überhaupt waren alle anderen Interessenten viel doofer als ich.
Was sollte ich noch sagen, außer JA, ICH WILL!!!
Bei der tollen Aufteilung, der großen Zimmer, dem schönen Balkon und vor allem diesem Preis, nehme ich die Lage an der Hauptstraße nur zu gern in Kauf.

Vor lauter Freude habe ich gerade in meinem alten Wohnzimmer zu dem Bollywood-Kracher Maahi Ve getanzt, da der dazugehörige Film mal wieder im Fernseh lief und ich diesen Tanz mit meinem Huck eigentlich immer tanze, wenn die gute Laune und Freude kaum noch auszuhalten sind.

Damit auch gleich liebe Grüsse an Raven (die hoffentlich unversehrt ist) und diese schrullige Bollywood-Liebe mit mir teilt.
Apropos Raven. Die nächsten Wochen werde ich mit Kisten packen verbringen und vor allem damit, mich von allem alten Ballast zu befreien. Nichts was ich im letzten Jahr nicht in die Hand genommen habe, nehme ich mit. Dazu gehört auch meine gesamte Barbie-Ausstattung, die ich mal hoffnungsvoll für meine zukünftigen Kinder aufbewahrt hatte. Da aber niemand sich erbarmen möchte, mich irgendwann mal zur Mutter zu machen und vor allem moderne Kinder einen Dreck auf meinen alten Plunder geben, werde ich demnächst alles was noch schön ist für Dich, liebe Raven, fotografieren. Was Du noch brauchen kannst, darfst Du von Herzen gern haben. Da erfüllt es wenigstens noch einen wunderschönen Zweck.

Und wer gerade gar nicht begreift, wovon die olle Brummseltante hier quatscht, der klicke bitte in meiner Blogroll auf „Raven’s Deep Forest“ und werfe einen Blick auf den kreativsten Blog im ganzen Internet!!

Vergangenheit und Zukunft

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Ach, was könnte ich Euch alles erzählen über die Ereignisse im letzten halben Jahr meines Lebens und die Gründe für meine lange Abstinenz. Das würde aber ein sehr langer Artikel werden, den sich wohl nur die wenigsten würden durchlesen wollen. Deswegen nur ein kurzer Abriss über die Highlights seit Beginn des Jahres.

Ein lang ersehnter Jugendtraum ging in Erfüllung, als ich zum ersten Mal im Leben Bela B. direkt gegenüber stand. Ein letztenendes doch eher ernüchterndes Erlebnis, was aber nicht unbedingt an ihm lag. Ich finde ihn immer noch großartig.
Ich war auf meinem ersten Tina Dico-Konzert und hatte anschließend die Möglichkeit ihr zu begegnen und ihr endlich persönlich zu sagen, was sie in mir bewegt und anrührt. Das wiederum war ein absolut wunderschönes und erfüllendes Erlebnis.
Ich bin für ein wunderschönes Wochenende in meine Herzensstadt Berlin gereist und bin dort erstmals einem Freund begegnet, den ich jahrelang nur vom Telefon und Skype kannte.
Ich habe jede Menge weiterer Synchronsprecher getroffen, die sich in meinem Buch verewigen mussten.
Zu guter Letzt durfte ich mir im Sauerland bei 6 Grad nachts (im JULI!!) im Zelt den Hintern abfrieren, hatte aber wenigstens ein sehr lustiges Wochenende mit den Motorradfahrern einer der letzten Zechen Deutschlands.

In den Tagen dazwischen war und bin ich vollkommen ausgelastet mit meiner TS-Ausbildung, meinem Französischkurs, meinem neusten Hobby (Geocaching), dem Treffen alter und wunderbarer neuer Freunde und, man glaubt es kaum, ein neues Hobby steht schon in den Startlöchern und wird mir ab Herbst wohl einen weiteren freien Wochentag klauen.

Seit ungefähr 2 Monaten kämpfe ich eher erfolglos gegen mein Gewicht an, aber mein Körper scheint auf nicht ein Kilo seiner eisernen Reserven dauerhaft verzichten zu wollen.
Seit 4 Monaten bin noch wesentlich erfolgloser auf der Suche nach meiner Traumwohnung, aber so wie es aussieht werde ich mein fürchterliches Wohnklo so schnell auch nicht los. Langsam zermürbt es mich. Tausend wundervolle Einrichtungsideen und Vorstellung davon, wie es mal sein könnte und keine davon lässt sich endlich mal angehen.
Seit gefühlten 568 Monaten bin ich auf der Suche nach meinem Herzensmann, aber… ach, lassen wir das… ihr wisst Bescheid…
Und so stehe ich da mit drei enorm bedeutungsvollen Vorhaben, die sich nicht vollenden lassen und kriege in Bezug auf jeden Punkt zu hören, dass es wohl an meinen hohen Ansprüchen scheitert. NEIN, das tut es nicht! Und ehrlich gesagt, es geht hier um mich! Da können meine Ansprüche gar nicht hoch genug sein. So!

Bei all der Aufregung in den letzten Monaten hätte ich hier eigentlich täglich einen Roman schreiben können, allein an der Zeit oder nötigen Muße scheiterte es meist. Und wenn sich dann mal ein Zeitfenster auftat, war gerade tote Hose und es mangelte kräftig an Inspiration. Außerdem ist es auch ganz schön, einfach mal zwischendurch durchatmen und prokrastinieren zu können. Herrje, ich habe es nicht einmal geschafft, regelmäßig die Posts meiner liebsten Mitblogger zu verfolgen. Mein Feedreader platzte schon aus allen Nähten. Zum Glück war es in den letzten zwei Wochen ziemlich öde im Büro, und so habe ich die Zeit genutzt und habe mal eben fünf Monate verpasste Blogosphäre nachgeholt.

Eines ist auf jeden Fall sicher. Aufgeben werde ich diesen Blog so schnell nicht! Dafür liegt mir das Schreiben, und die ganze wundervolle Menschenschaft, die am Bloggen mit dran hängt, viel zu sehr am Herzen.
Dass ich nicht aufhören sollte, wird mir durch Eure Rückmeldungen immer wieder bewusst. Seit Februar hagelte es die ein oder andere Beschwerde bezüglich meiner Schweigephase. Es sollen ja sogar Vermisstenanzeigen bei der Polizei eingegangen sein. Gleichermaßen gab es aber auch immer mal wieder neue Abonnenten, obwohl hier gar nichts passiert ist.
In der Zeit der absoluten Herzbrei-Stille erreichte mich eine Email, die mich wahnsinnig berührte. Ich hoffe, dass die Verfasserin dieser Email es mir nicht übel nimmt, wenn ich sie hier mit Euch teile, denn sie ist so wahnsinnig herzlich und wunderbar, dass ich schon fast stolz bin, so eine Nachricht überhaupt erhalten zu haben.

Hallo liebe Brummsel,

es liegt mir am Herzen Dir eine E-Mail zu schreiben. Ich bin ganz zufaellig ueber eine Google Recherche nach Tina Dico und Ihre Texte auf Deinen Blog gestossen und fand Ihn sofort wunderbar, mir aus der Seele sprechend, herzzerreissend, liebevoll, authentisch, ehrlich… EINFACH NUR LIEBENSWERT! Das sagt jetzt wohl was ueber die Schreiberin selbst aus 🙂

Du bescherst mir einen ganz tollen Abend, weit weg von zu Hause in Mt. Isa/ Australia auf der Selbstfindungsreise meines Lebens. Ich sitze in dem fast groessten Kaff der Welt seit 5 Monaten fest, kann aber die tollen Menschen, die tollen Views und Erlebnisse gerade so schlecht loslassen.. In einigen Wochen geht es dann aber sicherlich weiter nach Alice Springs und nach Adelaide, moechte ja noch etwas sehen von diesem riesigen, (temporaer) wunderbaren Land. Vielen Dank, dass einer der nach Feierabend-Langeweile Mt. Isa Abende auf Brummsel-Weise gefuellt wurde..

Ich stoeber dann mal weiter in Deinen nicht-journalistisch-ambitionierten Texten! Du hast ein tolles Talent!

Liebe Gruesse
Olga

Man beachte bitte, die auf australischen Tastaturen nicht vorhandenen Umlaute. 😉

Wie könnte ich mich nach so einer Email einfach aus dem Staub machen? Jetzt in den Sommerferien wird es auch bei mir alles etwas ruhiger. Meine Kurse haben nämlich auch Sommerpause. Ob ich es zukünftig schaffen werde, wie früher, jeden zweiten Tag zu bloggen, vor allem in der Ausführlichkeit, kann ich heute nicht versprechen. Aber ihr könnt wohl davon ausgehen, dass Ihr mindestens einmal in der Woche hier von mir werdet lesen können. Und wenn mich die Muse küsst, dann gern auch öfter. 😉

Keine Zeit, keine Zeit, keine Zeit

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Kennt jemand ein Geschäft in dem man Zeit kaufen kann? Ich besitze derzeit leider keine.
Mein Februar ist dermaßen voll, dass kaum noch Luft nach oben bleibt. Geplante Blogbeiträge muss ich auf Anfang März verschieben, so wie viele andere Dinge auch. Das bisschen Zeit, dass derzeit noch bleibt, kann ich einfach nicht vor einem PC-Monitor verbringen. Da draußen findet das Leben statt. Dem werde ich mich bis auf Weiteres noch widmen.

Stay tuned!

Ein kurzer Lagebericht

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Zunächst einmal vielen Dank für’s Daumen drücken, und vor allem die Glückwünsche und das Mitfreuen.

Wer mich kennt, der weiß wofür er mir da die Daumen drücken sollte. Für die Allgemeinheit beschränke ich es jetzt einfach mal auf folgende Angaben: Ich habe mich um ein Ehrenamt beworben, das mir ein wahres Herzensanliegen ist, welches aber auch eine einjährige Ausbildung umfasst. Bevor man einen solchen Ausbildungsplatz bekommt, werden die Aspiranten ordentlich unter die Lupe genommen, damit die Verantwortlichen feststellen können, ob man sich überhaupt für dieses Ehrenamt eignet. Außerdem kam hinzu, dass die Ausbildungsplätze in diesem Jahr recht begehrt waren und schon allein deshalb ein wenig „gesiebt“ werden musste. Aber ich hatte Glück….

Nachdem ich vor zwei Monaten ein erfolgreiches Erstgespräch hinter mich gebracht hatte, stand am Samstag der große Auswahltag an. Dazu waren alle Bewerber eingeladen. Es war wirklich ein schöner Tag. Die Verantwortlichen hatten alles perfekt geplant und durchstrukturiert. Der Tag beinhaltete ein gegenseitiges Kennenlernen, eine Darstellung der aktuellen Lebenssituationen der Bewerber, ein Rollenspiel und auch einige „Fallbeispiele“ zu denen wir unsere Gedanken mitteilen sollten. Zwischendrin gab es eine Mittagspause mit warmer vegetarischer (!) Suppe und eine Kaffeepause 😉
Die Gruppe war wunderbar. Ich habe am Samstag ein paar ganz tolle Menschen kennengelernt und freue mich sehr auf die Zusammenarbeit mit ihnen. Übernächstes Wochenende findet ein Einführungswochenende statt (inkl. Übernachtung, was ich persönlich irgendwie nicht so mag) und ab dann werde ich ein Jahr lang jeden Mittwoch Abend ausgebildet. Ich bin wahnsinnig aufgeregt, aber ich freu mich wie Bolle.

In der Zukunft werde ich es vermeiden mich an dieser Stelle großartig zu diesem Ehrenamt oder meiner Ausbildung zu äußern. Vier bis fünf meiner Leser werden in den nächsten Tagen sowieso einen ganz persönlichen Bericht bekommen, weil mir das sehr am Herzen liegt. Menschen mit Premiumabo müssen sich da sowieso keine Sorgen machen 😉
Was gibt es sonst noch?
Ach ja, ich liebe meinen neuen Job! Die Kollegen sind super, die Atmosphäre ist phantastisch, meine Aufgaben sind anspruchsvoll, machen mir aber wahnsinnig viel Spaß. Ich bin so glücklich, dass ich mich im Moment an jedem Morgen übers Aufstehen freue. Und in meinem Fall will das wirklich was heißen. Wenn mir etwas zuwider ist, dann ist es frühes Aufstehen. Heute habe ich eine sehr umfangreiche SAP-Schulung hinter mir, die morgen in die zweite Runde geht. Mir raucht wirklich der Kopf und ich musste mit Schrecken feststellen, dass ich trotz Wirtschaftsabi und kaufmännischer Ausbildung von Finanzbuchhaltung und Kontierung absolut keine Ahnung habe. Herrje, ist das peinlich! Ich sage zwar noch immer, dass es nichts gibt, was man nicht lernen kann, aber so langsam beginne ich mich zu fragen, ob ich mich an der VHS nicht lieber zum Buchhaltungs- statt zum Französisch-Auffrischungskurs hätte anmelden sollen.

Was der Aufnahme des vielen neuen Inputs allerdings weniger zuträglich ist, ist die Tatsache, dass ich mir eine dicke Grippe zugezogen habe. Schon am Samstag quälten mich schlimme Nackenschmerzen, was meine Konzentration zunächst stark beeinträchtigte. Dass diese Schmerzen ein Grippevorbote waren, bemerkte ich erst am Abend, als sich Hitzewellen und Schüttelfrost im 10-Minuten-Takt die Klinke in die Hand gaben. Im Moment quäle ich mich mit Gliederschmerzen, Kopfschmerzen, einem fiebrigen Gefühl (zum Glück noch kein wirkliches Fieber) und komplett zu sitzenden Bronchen. Das ist wirklich grandios, wenn man gerade vor zwei Wochen einen neuen Job angefangen hat. Also bin ich heute erstmal in die Apotheke gestiefelt und hab mich mit Medis eingedeckt. Die Apothekerin legte mir in Bezug auf meine Bronchen auch gleich einen Arztbesuch „sehr ans Herz“. Na, danke Schätzchen, das brauche ich jetzt. Dass mir mein Doc Antibiotika aufs Auge drückt und mich ins Bett zwingt.
Nee, nee, das werde ich wohl mit Paracetamol und Mucosolvan noch selbst in den Griff bekommen. Ich will es hoffen!

So, ich verschreibe mir jetzt eigenmächtig eine Feierabendbettruhe und bitte um Verständnis dafür, dass ich mich in den nächsten Tagen erst einmal gesund pflegen werde.

Bitte…

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… mal am heutigen Tag ab 10 Uhr ein paar Däumchen für mich drücken.
Das wäre äußerst charmant. Ich wäre sehr dankbar dafür.
Ein Bericht über Erfolg oder Miserfolg Eures Daumendrückens folgt später nach.

Hören ist Silber, sehen ist Gold

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Ich habe etwas neues über mich gelernt. Ich H A S S E es, ein Geräusch zu hören und seine Ursache nicht sehen zu können! Wirklich. Das macht mich rasend. Grundsätzlich bin ich ein auditiver Mensch, dem das Visuelle eigentlich nicht so wichtig ist. Ich liebe das „Hören“. Doch dann fiel mir auf, dass gewisse Geräusche unbedingt ein Bild erfordern.

Es fing damit an, dass man es freitags und samstags abends in den Sommermonaten häufig in der Nachbarschaft knallen hörte. Es dauerte eine Zeit lang, bis ich begriff, dass es sich dabei um ein Feuerwerk handelte. Als ich das wusste, war ich von dem Geräusch erst recht genervt, denn ich liebe Feuerwerk, konnte es aber nur hören, nicht sehen. Das Nachbarhaus stand immer im Weg. Noch mehr ärgerte es mich, dass ich keine Erklärung dafür finden konnte, warum jemand im Sommer in meiner Nachbarschaft regelmäßig ein Feuerwerk veranstaltet. Irgendwann meinte meine Mutter mal, dass es vom Restaurant in der Nähe käme und damit Hochzeits- und Geburtstagsfeiern vergrandiosiert würden. Gut und schön, da ich es aber noch immer nicht sehen kann, nervt es auch noch immer. Ich werde dabei umtriebig, will dabei sein, will was sehen.

Eine weitere Sache ist die, dass nachts gelegentlich Leute über unsere Straße laufen, die sich, trotz unchristlicher Uhrzeiten, unbedingt lautstark unterhalten bzw. rumgrölen müssen.  Kann ich auch nicht ab! Nicht, weil ich mich belästigt fühlen würde, oder es mich vom Schlafen abhalten könnte. Meinetwegen kann morgens um drei eine Polkakapelle über die Straße schwadronieren. Wenn ich schlafe, schlafe ich. Aber ich hasse es wach zu sein, die Leute auf der Straße zu hören, sie aber nirgends sehen zu können. Entweder macht es mir Angst, dass sie durchdrehen und mein Auto ramponieren könnten (alles schon vorgekommen), oder ich ärgere mich, weil sie, aus welchen Gründen auch immer, die Nacht genießen können, während ich zum Einschlafen gezwungen werde, weil ich arbeiten muss. Könnte ich sie wenigstens sehen, wüsste ich, dass das nicht die Leute sind, deren Gesellschaft ich gern hätte. Aber so… Grmpf!

Heute Nacht aber wurde ich endgültig davon überzeugt, dass es nichts Schlimmeres für mich gibt, als einen Geräuscheverursacher nicht sehen zu können. Ich wohne jetzt seit 8 Jahren direkt am Wald. Wunderschön! Seit 8 Jahren hoffe ich, dass ich irgendwann mal eine Eule oder einen Uhu in diesem Wald zu sehen oder hören bekomme. Ständig behauptet jemand, dass es sie dort gäbe, aber an Beweisen hat es bisher gemangelt. Heute Nacht liege ich im Bett und lese mein Buch, als ich plötzlich zum ersten Mal, aber laut und ganz deutlich, ein langgezogenes „Huhuuuu“ vernehmen kann. Ungefähr zehn Minuten lang, mal ganz nah, dann wieder weiter weg. 8 Jahre lang nichts als Amseln und Drosseln, und dann plötzlich dieses laute Geheul! Wunderschön war das! Ich hätte vor Freude einen Luftsprung machen können, hätte ich das Tier nur sehen können. Verdammt! Ich will was seeeeeeeeehen! Außerdem bin ich immer noch nicht sicher, ob es jetzt eine Eule oder ein Uhu war. Klang ja eher nach Uhu, aber die ziehen das letzte U nie so lange, sondern sind eher kurz und abgehackt, oder? Wer mir helfen kann, möge sich melden!

(Ähnlich ging es mir in diesem Jahr schon etliche Male im Garten meines Chefs. Jeden Vormittag singt hier die Nachtigall die schönsten Lieder aller Zeiten, aber gesehen hab ich sie natürlich noch nie! Wie können diese Vögel es wagen, alle Welt mit ihrem Getriller auf sich aufmerksam zu machen und gleichzeitig im Busch zu hocken, um uns insgeheim die Zunge rauszustrecken?)

Irgendwann gab dann auch meine Uhukauzeule Ruhe. Endlich. Denn damit verschwand dann auch der unerfüllbare Drang sie sehen zu wollen.
Erleichtert wollte ich mich wieder meinem Buch zuwenden, da fing ein anderer Vogel an. „Joooook. Joooook. Jooooook.“ Och nööööö. Ich überlegte kurz, ob das jetzt vielleicht die Ankündigung der Apokalypse sein könnte. Erst der Eulenuhu, dann das! „Jooook!“ Ganz hoch, ganz schrill, ganz laut. So wie eine knarzende Tür oder der Beginn eines Babyschreies. Im Abstand von drei Sekunden und das fast eine viertel Stunde lang. Da ich zu keiner anderen Lösung gelangen konnte, habe ich beschlossen, dass es wohl ein AV gewesen sein muss. Ein Arschlochvogel.

Ich hab es dann auch irgendwann nicht mehr ausgehalten. Fenster zu, Drei-Fragezeichen-Kassette an und damit den Vogel übertönen.
Zu der wunderschönen Stimme von Andreas Fröhlich wollte ich glücklich beseelt einschlafen. Bis mir einfiel, wie scheiße ich das finde, dass ich Andreas immer nur hören, aber nie sehen kann…

Proof of Life

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Jetzt wird es aber wirklich langsam Zeit, dass ich mich endlich wieder zu Wort melde.
Mögen alle, die schon geglaubt haben ich wäre rücklings vom Stuhl gepurzelt, beruhigt sein. Es geht mir gut. Mir geht es sogar besser denn je.

Ich befinde mich seit anderthalb Wochen im Urlaub. Das betrifft wohl in erster Linie meinen Geist und führt hier zu getippter Stille. Scheinbar befand ich mich im Irrtum, als ich glaubte, ihr würdet Euch freuen, nicht ständig von meinen geistigen Ergüssen aus Eurer Feierabendlethargie gerissen zu werden. Reiche mal einer meinem Markus einen Beatmungsschlauch!

Zwar genieße ich diese gelebte Prokrastination, aber abschalten kann ich dennoch nicht so richtig. Es verhält sich folgendermaßen: Von meiner Mum habe ich das Gen geerbt, immer alles was ansteht S O F O R T erledigen zu müssen. Gleichzeitig erbte ich allerdings von meinem Papa die Eigenschaft, erst einmal alles aufschieben zu können.
Das Ergebnis ist, dass ich alles sofort erledigen WILL, es dann aber doch besser erst einmal lasse, was zu ekelhaften Gewissensbissen mir selbst gegenüber führt. Nein, ich möchte das nicht in einem Stuhlkreis ausdiskutieren.

Die letzten Wochen haben mich zwei Sachen auf jeden Fall gelehrt:
1. Fange niemals eine Blogserie an. Du hälst dem Druck, den Du dir selber setzt niemals stand!
(Zwar denke ich, dass ich die letzten Buchbesprechungen noch nachreichen werde, weiß aber auch, dass ich sowas nicht mehr machen werde. Projekt gescheitert!)
2. Lasse los was Du Dir wünscht und dessen Erfüllung fliegt Dir in die Arme!

Aber jetzt mal der Reihe nach.
Ich hab einen neuen Job gefunden. Genauer gesagt, hat der Job mich gefunden. Zwar hatte ich mir schon länger gewünscht, bald einen guten Job in einer größeren Firma mit vielen Kollegen zu finden, aber dass es so schnell gehen könnte, daran hatte ich nun wirklich nicht geglaubt. An dieser Stelle möchte ich gerne den schlampigen Mitarbeiten des örtlichen Arbeitsamtes meinen herzlichsten Dank aussprechen, dass sie es in sieben Monaten nicht geschafft haben, mein Stellengesuch aus ihrem System zu löschen, was dazu führte, dass ein renommierter deutscher Stahlbauer nun mich gefunden hat. Prokrastination zahlt sich eben doch aus.
Meine Urlaubszeit begann also erstmal mit einem Vorstellungsgespräch, einem Probetag und dem schweren Gang zu meinem derzeitigen Chef. Aber hart wie Kruppstahl habe ich sogar die Kündigung durchgezogen. Ist natürlich Nonsens. Nichts hätte mir schwerer fallen könne. Aber er hat so sehr menschliche Größe bewiesen, als er mir zu der Chance gratulierte und sich für mich freute, dass es ihm kaum je zu danken sein wird. Er ist einfach ein wunderbarer Mensch!

Nach all dem Trubel wollte ich dann aber wirklich mal abschalten. Abgesehen von ein paar Stunden, die ich mit einem Buch oder einem Sudoku auf der Couch verbrachte, ist mir das aber noch nicht gelungen. Jetzt hab ich schließlich mal die Zeit tagelang die Wohnung zu putzen, sage und schreibe 8 Maschinen Wäsche in drei Tagen zu waschen, die ganze Wäsche zu falten und einzusortieren, aufzuräumen, Akten zu sortieren usw. Uff! Wie ätzend! Mum, ich liebe Dich, aber diese Gene hätte ich nun wirklich nicht gebraucht.

Jetzt ist fast alles fertig und es steht nur noch eine einzige Pflicht in meinem Urlaub an. Sie muss dringend erledigt werden, aber ich tu mich seltsamerweise schwer damit.
Wer mich kennt, der weiß, dass ich mich derzeit um ein Ehrenamt bemühe. Obwohl ich für dieses Jahr meine Chancen schon abgeschrieben hatte, weil ich mit meiner „Bewerbung“ viel zu spät daherkam, hab ich nun doch noch eine sehr vielversprechende Chance erhalten. Ich hatte ein tolles Erstgespräch und bin nun in einer Auswahlgruppe, aus welcher sich die geeignetsten „Bewerber“ im September herauskristallisieren sollen. Im Erstgespräch musste ich diverse persönliche Dinge über mich und mein Leben berichten. Das war kein Problem. Doch bis zum 10. August muss ich diese Dinge nun auch schriftlich eingereicht haben. Auch das wäre kein Problem, wenn ich mich nicht gerade mit einer Schreibblockade herumschlagen würde. Herr, bitte lass ganz schnell Inspiration vom Himmel regnen!

Bis es soweit ist, nutze ich die Zeit mich noch ein wenig darüber zu ärgern, dass es VOR meinem Urlaub täglich über 30 Grad hatte, während ich mich in meinem gesamten Urlaub mit Regen und Kälte herumschlagen muss. Es ist JEDES Jahr das Gleiche. Zum Glück verdiene ich bald endlich ordentlich. Im nächsten Urlaub geht es in den Süden! So! Ach nee, erstmal wird umgezogen. Jippieh!
Meine Pläne sind also buchstäblich ins Wasser gefallen. Mein wichtigster Plan (mit Huck in den Hochseilklettergarten zu gehen) scheint sich aus Zeitgründen nicht umsetzen zu lassen, ein neues Waisending hab ich auch noch nicht aufspüren können, die 40 Anrufe die ich erledigen wollte hab ich bisher noch nicht geschafft und in Berlin bin ich auch nicht gewesen. Ab heute hab ich noch genau eine Woche Urlaub. Ich hoffe, ich kriege noch einen Teil meiner Pläne auf die Reihe und kann noch ein ganz klein wenig abschalten!

Stay Tuned!

Eine Anti-Eloge

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Du bist hier nicht willkommen! Ein ungebetener Gast, der von mir keine Einladung bekommen hat. Und wenn Du mir Deine Anwesenheit doch unbedingt aufdrängen musst, erwarte nicht, dass ich Dir Kaffee und Kuchen anbiete.
Aber Du fühlst Dich auf meine Einladung nicht einmal angewiesen. Deine Einlader heißen Entspannung, Wetterumschwung und Hitze. Hat letztere Dich eingeladen, hasse ich Dich besonders. Ich pfeife auf Deinen Vertrag den Du mit Petrus geschlossen hast, am Tag als Gott die Hölle erschuf. ICH will die wärmenden Sonnenstrahlen genießen, das Licht von meiner Seele verzehren lassen. Wo Du in dieser Zeit bleibst, geht mir gemäßigt am Popo vorbei! Sollst Du Dich doch in einer dunklen Ecke zu Tode langweilen. Erwarte nicht die Gunst meines Mitleids!

Es mag sein, dass andere Menschen einen kreativen Segen aus der Aura ziehen, die Du Deinen „Wirten“ zuteil werden lässt. Mir reichen die bunten Lichter, die entstehen wenn ich kräftig die Augen zukneife, vollkommen aus. Dein seltsames Gewirr will ich nicht haben! Ich bin kreativer ohne Dein Zutun. Du kuschelst Dich ein auf meinen Temporallappen. Manchmal baust Du Dir auch ein Zelt auf dem Frontallappen, direkt hinter meinem linken Auge. Du zertrümmerst mein Sprachzentrum, machst meine heißgeliebte auditive Wahrnehmung zur Qual, störst meine Aufmerksamkeit und beleidigst meine Intelligenz. Du bringst mir keinen kreativen Nutzen, stattdessen bringst Du mein Frühstück ans Tageslicht zurück. Wäre ich der Picasso der Kotzekunst, ich könnte mit Dir etwas anstellen. ABER DAS BIN ICH NICHT!!

Darum lasse ich Dich heute nicht rein! Keine Sekunde lang! Niemals! Mögen Dich die 35 Grad da draußen auch noch so verführerisch in meinen Kopf locken, ich lasse es in mir regnen. Auf dass Du erfrieren mögest! Ein Bataillon von kleinen Demonstranten marschiert durch mein Hirn. Es haut Dir seine Protestschilder um die Ohren. Aufschrift: Dolormin Migräne!!!

Schönen Tag noch! Alte Otze, die Du bist!

Erkenntnis des Tages

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Ich war im Irrtum.

Mein Lebensweg verlangt nicht von mir, die eine große Sache zu finden, die mein Glück bedeuten könnte, um mir daraus einen Mount Everest zu bauen.

Vielmehr ist es meine Bestimmung, mir aus den vielen kleinen Steinchen, die mich glücklich und zufrieden machen, ein großes Lebensglücksmosaik zu erschaffen.